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Embolisationen nach perkutanem Vorhofohrverschluss: Zeitpunkt, Management und klinische Ergebnisse
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Die vorgelegte Dissertation betrachtet das patientenspezifische Vorgehen im Falle eines embolisierten Vorhofohrokkluders (VOO) nach dem perkutanen? Verschluss des linken Vorhofohrs zur Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern. Es wird der Erfolg durchgeführter Bergungsversuche im Hinblick auf den zeitlichen Zusammenhang mit der jeweiligen Embolisation, wie auch damit verbundenen Komplikationen untersucht. Die Ergebnisse wurden im Artikel “Embolization of left atrial appendage closure devices: timing, management and clinical outcomes” von Eppinger et al. (2024) in “Cardiovascular Revascularization Medicine“ veröffentlicht. Der primäre Endpunkt schließt das Auftreten eines kardiogenen Schocks, eines Schlaganfalls, einer transitorischen ischämischen Attacke, die Notwendigkeit einer Notoperation und/oder des unmittelbaren Todes ein. Als sekundärer Endpunkt ist jegliche andere Komplikation nach der Dislokation des VOO definiert. Das Ziel der Studie ist es, erfolgreiche Managementstrategien aus den individuellen Fällen zu entwickeln und daraus Empfehlungen abzuleiten.
Zu dieser internationalen, multizentrischen Studie trugen 67 Zentren die Daten von 108 Patienten bei, die zwischen 03/2004 und 07/2021 prospektiv gesammelt wurden.
Die erhobenen Behandlungsstrategien gliedern sich in einen ersten und zweiten Bergungsversuch. Beim ersten Versuch wurden 81, und damit der Großteil der VOO perkutan geborgen (76,4%). Dreiundzwanzig Mal war sofort eine Notoperation zur Entfernung der Okkluder notwendig (21,7%). Zweimal wurden die VOO in situ belassen, da es keinen Anhalt für relevante Komplikationen gab (1,9%). Zwei Patienten verstarben an den Folgen der Embolisation, bevor eine Bergung durchgeführt werden konnte (1,9%). War ein perkutaner Bergungsversuch nicht erfolgreich, wird das weitere Vorgehen als zweiter Versuch bezeichnet. Dies war in 28 Fällen notwendig. Hier wurde entweder auf eine Notoperation ausgewichen (57,1%), andere Zugangswege und andere Produkte, etwa andere Schlingen, für einen weiteren perkutanen Ansatz (42,9%) verwendet.
Wurde ein zweiter perkutaner Versuch nötig, war dies mit einer signifikant höheren Mortalitätsrate verbunden, als wenn der erste bereits erfolgreich war (Tod bei Patienten mit nur einem Versuch: 2,9% vs. mehrere Bergungsversuche: 21,4%, p<0,001). Der primäre Endpunkt trat bei insgesamt 47 (43,5%) Patienten ein. Andere bedeutende Komplikationen im Zusammenhang mit dem embolisierten VOO traten bei 21 (19,4%) Patienten auf.
In 70,4% der Fälle ereignete sich die Okkluderembolisation innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Vorhofohrverschluss. Die meisten embolisierten VOO kamen in der Aorta zum Liegen (38.0%), gefolgt vom linken Ventrikel (33.3%), dem linken Vorhof (24.1%) und peripheren Arterien (4.6%).
Zusammenfassend tritt die Mehrheit der Okkluderembolisationen innerhalb von 24 Stunden nach dem Verschluss des linken Vorhofohrs auf. Ein perkutaner Ansatz ist oft die bevorzugte Methode für einen ersten Bergungsversuch. Etwa ein Drittel der ersten Rückholversuche war erfolglos, was mit einer deutlich erhöhten Anzahl unerwünschter Ereignisse, einschließlich des Todes, korrelierte. Daher sollte vor allem ein besonderes Augenmerk auf die Prävention einer möglichen Embolisation, sowie deren frühzeitige Erkennung nach der Implantation gelegt werden.
Title: Embolisationen nach perkutanem Vorhofohrverschluss: Zeitpunkt, Management und klinische Ergebnisse
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Die vorgelegte Dissertation betrachtet das patientenspezifische Vorgehen im Falle eines embolisierten Vorhofohrokkluders (VOO) nach dem perkutanen? Verschluss des linken Vorhofohrs zur Schlaganfallprophylaxe bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern.
Es wird der Erfolg durchgeführter Bergungsversuche im Hinblick auf den zeitlichen Zusammenhang mit der jeweiligen Embolisation, wie auch damit verbundenen Komplikationen untersucht.
Die Ergebnisse wurden im Artikel “Embolization of left atrial appendage closure devices: timing, management and clinical outcomes” von Eppinger et al.
(2024) in “Cardiovascular Revascularization Medicine“ veröffentlicht.
Der primäre Endpunkt schließt das Auftreten eines kardiogenen Schocks, eines Schlaganfalls, einer transitorischen ischämischen Attacke, die Notwendigkeit einer Notoperation und/oder des unmittelbaren Todes ein.
Als sekundärer Endpunkt ist jegliche andere Komplikation nach der Dislokation des VOO definiert.
Das Ziel der Studie ist es, erfolgreiche Managementstrategien aus den individuellen Fällen zu entwickeln und daraus Empfehlungen abzuleiten.
Zu dieser internationalen, multizentrischen Studie trugen 67 Zentren die Daten von 108 Patienten bei, die zwischen 03/2004 und 07/2021 prospektiv gesammelt wurden.
Die erhobenen Behandlungsstrategien gliedern sich in einen ersten und zweiten Bergungsversuch.
Beim ersten Versuch wurden 81, und damit der Großteil der VOO perkutan geborgen (76,4%).
Dreiundzwanzig Mal war sofort eine Notoperation zur Entfernung der Okkluder notwendig (21,7%).
Zweimal wurden die VOO in situ belassen, da es keinen Anhalt für relevante Komplikationen gab (1,9%).
Zwei Patienten verstarben an den Folgen der Embolisation, bevor eine Bergung durchgeführt werden konnte (1,9%).
War ein perkutaner Bergungsversuch nicht erfolgreich, wird das weitere Vorgehen als zweiter Versuch bezeichnet.
Dies war in 28 Fällen notwendig.
Hier wurde entweder auf eine Notoperation ausgewichen (57,1%), andere Zugangswege und andere Produkte, etwa andere Schlingen, für einen weiteren perkutanen Ansatz (42,9%) verwendet.
Wurde ein zweiter perkutaner Versuch nötig, war dies mit einer signifikant höheren Mortalitätsrate verbunden, als wenn der erste bereits erfolgreich war (Tod bei Patienten mit nur einem Versuch: 2,9% vs.
mehrere Bergungsversuche: 21,4%, p<0,001).
Der primäre Endpunkt trat bei insgesamt 47 (43,5%) Patienten ein.
Andere bedeutende Komplikationen im Zusammenhang mit dem embolisierten VOO traten bei 21 (19,4%) Patienten auf.
In 70,4% der Fälle ereignete sich die Okkluderembolisation innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Vorhofohrverschluss.
Die meisten embolisierten VOO kamen in der Aorta zum Liegen (38.
0%), gefolgt vom linken Ventrikel (33.
3%), dem linken Vorhof (24.
1%) und peripheren Arterien (4.
6%).
Zusammenfassend tritt die Mehrheit der Okkluderembolisationen innerhalb von 24 Stunden nach dem Verschluss des linken Vorhofohrs auf.
Ein perkutaner Ansatz ist oft die bevorzugte Methode für einen ersten Bergungsversuch.
Etwa ein Drittel der ersten Rückholversuche war erfolglos, was mit einer deutlich erhöhten Anzahl unerwünschter Ereignisse, einschließlich des Todes, korrelierte.
Daher sollte vor allem ein besonderes Augenmerk auf die Prävention einer möglichen Embolisation, sowie deren frühzeitige Erkennung nach der Implantation gelegt werden.
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