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Stepping into the Picture: Bild und Performance in Joan Jonas’ The Shape, the Scent, the Feel of Things (2005-12)

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Die Studie eröffnet einen neuen kunstwissenschaftlichen Zugang zum Werk der amerikanischen Video- und Performance Künstlerin Joan Jonas, indem sie das Bildpotential ihres Schlüsselwerks The Shape the Scent, the Feel of Things (2005-12) erforscht. Gleichzeitig schärft sie methodisch den Blick für eine medienkritisch operierende ästhetische Praxis, die sich über eine raumzeitlich und intermedial erweiterte Bildperformanz paradigmatisch als eigene künstlerische Denkform entwerfen lässt; dazu eröffnet die Untersuchung ebenfalls wesentliche bildungstheoretische Anschlüsse. Die Konzentration auf (in einem weiten Sinne) Bildhaftes wird zunächst historisch hergeleitet, wobei das Gesamtwerk der Künstlerin eine neue kunstgeschichtliche Einordnung und Relevanz über die Relektüre der zeitgenössischen Downtown Scene der 1970er in New York erfährt. Nachgezeichnet wird Jonas‘ künstlerische Entwicklung hin zu repräsentationskritisch operierenden Bildimmersionen, für die sie immer raffiniertere Techniken der Multiperspektivität und des Multilayering entwickelt. Komplex verdichtete, umfassend recherchierte Bild- und Textmaterialien, deren Narrative sich zwischen aktueller Gesellschaftskritik und einer mythologisch-anthropologischen Anrufung einer conditio humana bewegt, oszillieren heute im ständigen Wechsel zwischen vorproduzierten Elementen (insbesondere Videomaterial) mit Liveaktionen und Livezeichnungen und werden als performative Kunstform zur Denkform. Dieses Vorgehen charakterisiert auch ihr Schlüsselwerk The Shape the Scent, the Feel of Things (2005-12), das im Zentrum dieser Arbeit steht. Es legt den methodischen Angang, sich auf Bildhaftes zu konzentrieren, auch inhaltlich nahe, da Jonas mit Aby Warburg als Reflektorfigur der Performance und mit dessen Methode des Bilderatlasses auch ihre eigenen performativen Bildstrategien reflektiert. Die Untersuchung charakterisiert die Performance als beständige, unabschließbare Bildwerdungen und Bildgenesen on stage, als Performanz eines eigenen Mnemosyne Atlas. Die vorliegende Studie schärft daher strukturell sowie konzeptuell den Blick auf die Rolle der bildgebenden Potentiale der Performance. Dies geschieht insbesondere aus einer bildtheoretischen Perspektive mit phänomenologischer und psychoanalytisch-repräsentationskritischer Akzentsetzung (u.a. Douglas Crimp, Gottfried Boehm, Hans Belting, Horst Bredekamp, Sigrid Weigel). Die Schriften von Didi-Huberman erlauben zudem, über den Begriff des ‚Symptoms‘ Aby Warburgs Studien rezeptionsästhetisch fortzuschreiben. In Mikroanalysen werden Strategien des Performativen im Kontext von Affektdramaturgien und Subjektübergängen vor allem anhand von sog. ‚Aspektwechseln‘ herausgearbeitet, die im extrem verdichteten Umgang mit dem Bildhaften zwischen Medialisierung und Materialisierung operieren und zugleich das Sehen der Performance als dessen Inhalt konzeptualisieren. Jonas‘ Werk steht für eine professionalisierte Form der ‚Deixis‘. Diese medienkritische Perspektive der ‚Zerzeigung‘ (Dieter Mersch) verschiebt grundlegend den Schwerpunkt bisheriger Forschungsansätze zu Joan Jonas. Zudem eröffnet die interdisziplinär angelegte Studie ein besonders reizvolles Potential für die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Kunstgeschichte und Kunstpädagogik.
Universitatsbibliothek Bamberg
Title: Stepping into the Picture: Bild und Performance in Joan Jonas’ The Shape, the Scent, the Feel of Things (2005-12)
Description:
Die Studie eröffnet einen neuen kunstwissenschaftlichen Zugang zum Werk der amerikanischen Video- und Performance Künstlerin Joan Jonas, indem sie das Bildpotential ihres Schlüsselwerks The Shape the Scent, the Feel of Things (2005-12) erforscht.
Gleichzeitig schärft sie methodisch den Blick für eine medienkritisch operierende ästhetische Praxis, die sich über eine raumzeitlich und intermedial erweiterte Bildperformanz paradigmatisch als eigene künstlerische Denkform entwerfen lässt; dazu eröffnet die Untersuchung ebenfalls wesentliche bildungstheoretische Anschlüsse.
Die Konzentration auf (in einem weiten Sinne) Bildhaftes wird zunächst historisch hergeleitet, wobei das Gesamtwerk der Künstlerin eine neue kunstgeschichtliche Einordnung und Relevanz über die Relektüre der zeitgenössischen Downtown Scene der 1970er in New York erfährt.
Nachgezeichnet wird Jonas‘ künstlerische Entwicklung hin zu repräsentationskritisch operierenden Bildimmersionen, für die sie immer raffiniertere Techniken der Multiperspektivität und des Multilayering entwickelt.
Komplex verdichtete, umfassend recherchierte Bild- und Textmaterialien, deren Narrative sich zwischen aktueller Gesellschaftskritik und einer mythologisch-anthropologischen Anrufung einer conditio humana bewegt, oszillieren heute im ständigen Wechsel zwischen vorproduzierten Elementen (insbesondere Videomaterial) mit Liveaktionen und Livezeichnungen und werden als performative Kunstform zur Denkform.
Dieses Vorgehen charakterisiert auch ihr Schlüsselwerk The Shape the Scent, the Feel of Things (2005-12), das im Zentrum dieser Arbeit steht.
Es legt den methodischen Angang, sich auf Bildhaftes zu konzentrieren, auch inhaltlich nahe, da Jonas mit Aby Warburg als Reflektorfigur der Performance und mit dessen Methode des Bilderatlasses auch ihre eigenen performativen Bildstrategien reflektiert.
Die Untersuchung charakterisiert die Performance als beständige, unabschließbare Bildwerdungen und Bildgenesen on stage, als Performanz eines eigenen Mnemosyne Atlas.
Die vorliegende Studie schärft daher strukturell sowie konzeptuell den Blick auf die Rolle der bildgebenden Potentiale der Performance.
Dies geschieht insbesondere aus einer bildtheoretischen Perspektive mit phänomenologischer und psychoanalytisch-repräsentationskritischer Akzentsetzung (u.
a.
Douglas Crimp, Gottfried Boehm, Hans Belting, Horst Bredekamp, Sigrid Weigel).
Die Schriften von Didi-Huberman erlauben zudem, über den Begriff des ‚Symptoms‘ Aby Warburgs Studien rezeptionsästhetisch fortzuschreiben.
In Mikroanalysen werden Strategien des Performativen im Kontext von Affektdramaturgien und Subjektübergängen vor allem anhand von sog.
‚Aspektwechseln‘ herausgearbeitet, die im extrem verdichteten Umgang mit dem Bildhaften zwischen Medialisierung und Materialisierung operieren und zugleich das Sehen der Performance als dessen Inhalt konzeptualisieren.
Jonas‘ Werk steht für eine professionalisierte Form der ‚Deixis‘.
Diese medienkritische Perspektive der ‚Zerzeigung‘ (Dieter Mersch) verschiebt grundlegend den Schwerpunkt bisheriger Forschungsansätze zu Joan Jonas.
Zudem eröffnet die interdisziplinär angelegte Studie ein besonders reizvolles Potential für die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Kunstgeschichte und Kunstpädagogik.

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