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Überblick über die kongenitale stationäre Nachtblindheit mit überwiegend normalem Fundus

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ZusammenfassungKongenitale stationäre Nachtblindheit (Englisch: congenital stationary night blindness, CSNB) bezeichnet eine klinisch und genetisch unterscheidbare Gruppe von nicht progressiven Netzhauterkrankungen, die kaum Fundusauffälligkeiten zeigt. Die Vererbung kann autosomal-dominant (adCSNB), autosomal-rezessiv (arCSNB) oder X-chromosomal (XLCSNB) sein. Weitere klinische Merkmale können Myopie, Hyperopie, Strabismus, Nystagmus und reduzierter Visus sein. Mittels Elektroretinografie kann eine Riggs- und eine Schubert-Bornschein-Form unterschieden werden. Während die Riggs-Form eine Fehlfunktion der Stäbchen selbst aufweist, zeigen Patienten mit der weitaus häufigeren Schubert-Bornschein-Form eine Signalübertragungsstörung zwischen den Photorezeptoren und nachgeschalteten Bipolarzellen. Die Schubert-Bornschein-Form der CSNB lässt sich anhand des Elektroretinogramms (ERG) noch weiter in eine inkomplette (Englisch: incomplete, icCSNB) und komplette Form (Englisch: complete, cCSNB) einteilen. Während es sich bei der cCSNB um eine Fehlfunktion des ON-Signalwegs handelt, sind bei der icCSNB sowohl der ON- als auch der OFF-Signalweg und damit meist auch die Sehschärfe betroffen. Mittels klassischer Kopplungsanalyse, Kandidatengenanalyse und seit Neuerem Hochdurchsatzsequenzierung konnten bisher Mutationen in 13 verschiedenen Genen mit dieser Erkrankung assoziiert werden. Durch Studien an Zelllinien oder Tiermodellen konnte gezeigt werden, dass der Phänotyp der Patienten mit der Expression, Proteinlokalisation und Funktion der entsprechenden Moleküle korreliert: Gene, die bei Patienten mit der Riggs-Form der CSNB mutiert sind, haben eine bedeutende Rolle in der Phototransduktionskaskade der Stäbchen. Gene, die bei Patienten mit der icCSNB mutiert sind, kodieren für Proteine, die für die Freisetzung des Neurotransmitters Glutamat am synaptischen Spalt der Photorezeptoren verantwortlich sind. Gene, die bei Patienten mit der cCSNB mutiert sind, kodieren für Proteine, die für die Aufnahme des Glutamats und Weiterleitung des Signals an den ON-Bipolarzellen verantwortlich sind. Erste Therapieversuche im Tiermodell zeigen, dass die CSNB mittels eines gentherapeutischen Ansatzes geheilt werden könnte. Die CSNB betreffende Studien sind einerseits wichtig für eine genaue Diagnose für den Patienten, andererseits helfen sie bei der Entschlüsselung der Moleküle, die für die Signalübertragung zwischen Photorezeptoren und Bipolarzellen eine Rolle spielen, ein bislang wenig erforschtes Gebiet.
Title: Überblick über die kongenitale stationäre Nachtblindheit mit überwiegend normalem Fundus
Description:
ZusammenfassungKongenitale stationäre Nachtblindheit (Englisch: congenital stationary night blindness, CSNB) bezeichnet eine klinisch und genetisch unterscheidbare Gruppe von nicht progressiven Netzhauterkrankungen, die kaum Fundusauffälligkeiten zeigt.
Die Vererbung kann autosomal-dominant (adCSNB), autosomal-rezessiv (arCSNB) oder X-chromosomal (XLCSNB) sein.
Weitere klinische Merkmale können Myopie, Hyperopie, Strabismus, Nystagmus und reduzierter Visus sein.
Mittels Elektroretinografie kann eine Riggs- und eine Schubert-Bornschein-Form unterschieden werden.
Während die Riggs-Form eine Fehlfunktion der Stäbchen selbst aufweist, zeigen Patienten mit der weitaus häufigeren Schubert-Bornschein-Form eine Signalübertragungsstörung zwischen den Photorezeptoren und nachgeschalteten Bipolarzellen.
Die Schubert-Bornschein-Form der CSNB lässt sich anhand des Elektroretinogramms (ERG) noch weiter in eine inkomplette (Englisch: incomplete, icCSNB) und komplette Form (Englisch: complete, cCSNB) einteilen.
Während es sich bei der cCSNB um eine Fehlfunktion des ON-Signalwegs handelt, sind bei der icCSNB sowohl der ON- als auch der OFF-Signalweg und damit meist auch die Sehschärfe betroffen.
Mittels klassischer Kopplungsanalyse, Kandidatengenanalyse und seit Neuerem Hochdurchsatzsequenzierung konnten bisher Mutationen in 13 verschiedenen Genen mit dieser Erkrankung assoziiert werden.
Durch Studien an Zelllinien oder Tiermodellen konnte gezeigt werden, dass der Phänotyp der Patienten mit der Expression, Proteinlokalisation und Funktion der entsprechenden Moleküle korreliert: Gene, die bei Patienten mit der Riggs-Form der CSNB mutiert sind, haben eine bedeutende Rolle in der Phototransduktionskaskade der Stäbchen.
Gene, die bei Patienten mit der icCSNB mutiert sind, kodieren für Proteine, die für die Freisetzung des Neurotransmitters Glutamat am synaptischen Spalt der Photorezeptoren verantwortlich sind.
Gene, die bei Patienten mit der cCSNB mutiert sind, kodieren für Proteine, die für die Aufnahme des Glutamats und Weiterleitung des Signals an den ON-Bipolarzellen verantwortlich sind.
Erste Therapieversuche im Tiermodell zeigen, dass die CSNB mittels eines gentherapeutischen Ansatzes geheilt werden könnte.
Die CSNB betreffende Studien sind einerseits wichtig für eine genaue Diagnose für den Patienten, andererseits helfen sie bei der Entschlüsselung der Moleküle, die für die Signalübertragung zwischen Photorezeptoren und Bipolarzellen eine Rolle spielen, ein bislang wenig erforschtes Gebiet.

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