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Subjektive Theorien von Lehrpersonen über schwierige Unterrichtssituationen

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Zusammenfassung. Lehrkräfte richten ihre pädagogischen Handlungsentscheidungen im komplexen und voraussetzungsreichen Unterrichtsalltag vielfach an ihren subjektiven Theorien aus. Darunter werden erfahrungsgebundene und nahezu ausschließlich über den Dialog zugängliche Kognitionen mit zumeist impliziten Wissensstrukturen sowie einer handlungsleitenden Funktion subsummiert. Insofern vereinen subjektive Theorien strukturelle Wissens- und prozessuale Konstrukte; sie vermitteln zwischen Situation und Reaktion. Allgemein wird zwischen subjektiven Theorien geringer, mittlerer und hoher Reichweite unterschieden, was sich nach dem Wirkumfang der darin enthaltenen Erklärungen bemißt. In der vorliegenden explorativen und hypothesengenerierenden Untersuchung werden subjektive Theorien mit geringer Reichweite untersucht. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf einer konkreten Handlungsebene wirksam werden. Untersucht wird die noch eher unterrepräsentierte Frage nach den subjektiven Theorien über schwierige Unterrichtssituationen (z.B. Konfliktsituationen, Disziplinprobleme). Mithilfe eines halbstrukturierten Erhebungsbogens wurden diese in einer Stichprobe (N = 30) von überwiegend in Klassenlehrerfunktion tätigen Grundschullehrkräften erhoben. Sie sollten eine exemplarische Problemsituation aus den letzten zwei Monaten ihres Schulalltags schildern, deren Entstehung erklären sowie die daraufhin von ihnen ergriffene Maßnahme beschreiben und in ihrem Erfolg bewerten. Im Ergebnis nennen die Lehrkräfte mehrheitlich personeninterne oder kontextuelle und nur selten interaktionelle Merkmale als ursächliche Problembedingungen (z.B. Absichten und Motive, Beeinträchtigungen der Schulkinder, familiäre Bedingungen). Sie führen tendenziell ereignisferne Erklärungen als ursächlich an. Mit ihren Maßnahmen erzielen sie nach eigener Einschätzung kaum Erfolge. Erfolg und Misserfolg der ergriffenen Maßnahmen sind kaum vorhersagbar. Infolgedessen findet kein generalisierbares Erfolgslernen statt. Angesichts dessen ist es nicht illegitim, negative Auswirkungen auf die Selbstwirksamkeitserwartungen und den Fertigkeitserwerb der Lehrkräfte anzunehmen.
Title: Subjektive Theorien von Lehrpersonen über schwierige Unterrichtssituationen
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Zusammenfassung.
Lehrkräfte richten ihre pädagogischen Handlungsentscheidungen im komplexen und voraussetzungsreichen Unterrichtsalltag vielfach an ihren subjektiven Theorien aus.
Darunter werden erfahrungsgebundene und nahezu ausschließlich über den Dialog zugängliche Kognitionen mit zumeist impliziten Wissensstrukturen sowie einer handlungsleitenden Funktion subsummiert.
Insofern vereinen subjektive Theorien strukturelle Wissens- und prozessuale Konstrukte; sie vermitteln zwischen Situation und Reaktion.
Allgemein wird zwischen subjektiven Theorien geringer, mittlerer und hoher Reichweite unterschieden, was sich nach dem Wirkumfang der darin enthaltenen Erklärungen bemißt.
In der vorliegenden explorativen und hypothesengenerierenden Untersuchung werden subjektive Theorien mit geringer Reichweite untersucht.
Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf einer konkreten Handlungsebene wirksam werden.
Untersucht wird die noch eher unterrepräsentierte Frage nach den subjektiven Theorien über schwierige Unterrichtssituationen (z.
B.
Konfliktsituationen, Disziplinprobleme).
Mithilfe eines halbstrukturierten Erhebungsbogens wurden diese in einer Stichprobe (N = 30) von überwiegend in Klassenlehrerfunktion tätigen Grundschullehrkräften erhoben.
Sie sollten eine exemplarische Problemsituation aus den letzten zwei Monaten ihres Schulalltags schildern, deren Entstehung erklären sowie die daraufhin von ihnen ergriffene Maßnahme beschreiben und in ihrem Erfolg bewerten.
Im Ergebnis nennen die Lehrkräfte mehrheitlich personeninterne oder kontextuelle und nur selten interaktionelle Merkmale als ursächliche Problembedingungen (z.
B.
Absichten und Motive, Beeinträchtigungen der Schulkinder, familiäre Bedingungen).
Sie führen tendenziell ereignisferne Erklärungen als ursächlich an.
Mit ihren Maßnahmen erzielen sie nach eigener Einschätzung kaum Erfolge.
Erfolg und Misserfolg der ergriffenen Maßnahmen sind kaum vorhersagbar.
Infolgedessen findet kein generalisierbares Erfolgslernen statt.
Angesichts dessen ist es nicht illegitim, negative Auswirkungen auf die Selbstwirksamkeitserwartungen und den Fertigkeitserwerb der Lehrkräfte anzunehmen.

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