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SARS-CoV-2 Infektionen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen und in Pflegeeinrichtungen in Frankfurt am Main : eine arbeitsmedizinische und infektionsepidemiologische Analyse
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In den ersten Monaten der COVID-19-Pandemie häuften sich Berichte über ein erhöhtes Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 für Gesundheitspersonal. In Deutschland gab es währenddessen keine gesonderte Erhebung von COVID-19-Infektionen bei Gesundheitspersonal. Ziel dieser Arbeit war es, die gemeldeten COVID-19-Fälle bei Gesundheitspersonal in Frankfurt am Main in den ersten sechs Monaten der Pandemie zu analysieren, die Zahl der arbeitsbedingten Infektionen abzuschätzen, Personal mit erhöhtem Risiko zu ermitteln und die Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheit zu betrachten. Für den Zeitraum vom 1. März bis zum 31. August 2020 wurden alle in Frankfurt am Main gemeldeten COVID-19-Fälle betrachtet. Dabei wurde Gesundheitspersonal identifiziert und für eine Querschnittsbefragung kontaktiert. Die Daten wurden mit einem Fokus auf arbeitsbedingte Infektionen analysiert. Unter den betrachteten COVID-19-Fällen waren 11,8% (319 von 2700) Gesundheitspersonal. Zudem waren 97% (319 von 329) der nach IfSG §23 und §36 zugeordneten Fälle Gesundheitspersonal gemäß den WHO-Kriterien. 47,2% (84 von 178) gaben eine arbeitsbedingte Infektion an. Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit zeigte sich dabei für Personal in Krankenhäusern, in der Inneren Medizin sowie für Beschäftigte mit Kontakt zu COVID-19-Patient:innen. Von den mutmaßlich am Arbeitsplatz Infizierten gaben 34,5% eine erfolgte Verdachtsanzeige auf Berufskrankheit (BK 3101) an, während 11,5% der Verdachtsanzeigen von Beschäftigten gestellt wurden, die ihre Infektion im privaten Bereich lokalisierten. Diese Arbeit analysiert erstmals für Frankfurt am Main betroffenes Gesundheitspersonal und ermöglicht eine verbesserte Interpretation der offiziellen Meldedaten. In den ersten Phasen der Pandemie konnten die Bedeutung arbeitsbedingter Infektionen dargestellt, die Umstände der Transmissionsketten besser nachvollzogen und arbeitsmedizinische Erkenntnisse gewonnen werden. Gesundheitsämter bilden die kommunale Basis für offizielle Meldedaten und können durch wissenschaftliche Auswertung zur Prävention und Bereitschaft für vergleichbare Infektionsdynamiken beitragen, wodurch Gesundheitspersonal und Patient:innen besser geschützt werden können.
Title: SARS-CoV-2 Infektionen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen und in Pflegeeinrichtungen in Frankfurt am Main : eine arbeitsmedizinische und infektionsepidemiologische Analyse
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In den ersten Monaten der COVID-19-Pandemie häuften sich Berichte über ein erhöhtes Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 für Gesundheitspersonal.
In Deutschland gab es währenddessen keine gesonderte Erhebung von COVID-19-Infektionen bei Gesundheitspersonal.
Ziel dieser Arbeit war es, die gemeldeten COVID-19-Fälle bei Gesundheitspersonal in Frankfurt am Main in den ersten sechs Monaten der Pandemie zu analysieren, die Zahl der arbeitsbedingten Infektionen abzuschätzen, Personal mit erhöhtem Risiko zu ermitteln und die Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheit zu betrachten.
Für den Zeitraum vom 1.
März bis zum 31.
August 2020 wurden alle in Frankfurt am Main gemeldeten COVID-19-Fälle betrachtet.
Dabei wurde Gesundheitspersonal identifiziert und für eine Querschnittsbefragung kontaktiert.
Die Daten wurden mit einem Fokus auf arbeitsbedingte Infektionen analysiert.
Unter den betrachteten COVID-19-Fällen waren 11,8% (319 von 2700) Gesundheitspersonal.
Zudem waren 97% (319 von 329) der nach IfSG §23 und §36 zugeordneten Fälle Gesundheitspersonal gemäß den WHO-Kriterien.
47,2% (84 von 178) gaben eine arbeitsbedingte Infektion an.
Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit zeigte sich dabei für Personal in Krankenhäusern, in der Inneren Medizin sowie für Beschäftigte mit Kontakt zu COVID-19-Patient:innen.
Von den mutmaßlich am Arbeitsplatz Infizierten gaben 34,5% eine erfolgte Verdachtsanzeige auf Berufskrankheit (BK 3101) an, während 11,5% der Verdachtsanzeigen von Beschäftigten gestellt wurden, die ihre Infektion im privaten Bereich lokalisierten.
Diese Arbeit analysiert erstmals für Frankfurt am Main betroffenes Gesundheitspersonal und ermöglicht eine verbesserte Interpretation der offiziellen Meldedaten.
In den ersten Phasen der Pandemie konnten die Bedeutung arbeitsbedingter Infektionen dargestellt, die Umstände der Transmissionsketten besser nachvollzogen und arbeitsmedizinische Erkenntnisse gewonnen werden.
Gesundheitsämter bilden die kommunale Basis für offizielle Meldedaten und können durch wissenschaftliche Auswertung zur Prävention und Bereitschaft für vergleichbare Infektionsdynamiken beitragen, wodurch Gesundheitspersonal und Patient:innen besser geschützt werden können.
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