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Paus-Hasebrink, Ingrid/Bichler, Michelle (2008). Mediensozialisationsforschung. Theoretische Fundierung und Fallbeispiel sozial benachteiligter Kinder. Innsbruck: Studienverlag. 394 S., 34,90 €.
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Timo wäre gerne ein Pokémon, Gregor macht bei SpongeBob so schnell keiner etwas vor und Olivia wäre manchmal gerne wirklich eine Bewohnerin von Lazy Town – es sind gerade die Fallbeispiele, die die umfassende Publikation der Autorinnen so eindringlich machen. Ziel der Studie ist die Beschreibung der mit dem sozialen Wandel einhergehenden sozialisatorischen Bedingungen speziell für Kinder in sozial schwächeren bzw. anregungsärmeren Milieus sowie das Aufzeigen der Bedeutung dieser Bedingungen für den Prozess der Sozialisation. In welchem Verhältnis stehen die Medien zu anderen Sozialisationsagenten wie etwa der Familie und welche Relevanz haben Medien bei der Identitätskonstruktion, dem Aufbau von Wissen und der Wertevermittlung? Logisch aufgebaut wird zuerst das theoretische Fundament gelegt, wobei besonders gesellschaftliche Veränderungsaspekte und Kindheit im Kontext von Gesellschaft, Medien und Familie beachtet werden.
Das Augenmerk liegt dabei auf zentralen Modernisierungsphänomenen als Motor sozialer und medialer Wandlungsprozesse. Im zweiten Teil der Veröffentlichung stellen die Autorinnen den aktuellen Stand der Forschung zur Rolle der Medien im Alltag von Kindern mit Blick auf sozial benachteiligte Milieus vor und diskutieren die Ergebnisse. Insgesamt ist festzustellen, dass die Forschung diesem Bereich bis jetzt nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt hat. Den Hauptteil des Werkes macht schließlich die qualitative Panelstudie zum Umgang sozial benachteiligter Kinder mit Medien aus, die in 20 Familien aus sozial schwächeren Milieus über drei Jahre hinweg durchgeführt wurde. Von der Zielsetzung, den methodischen Grundlagen der Untersuchung bis hin zu einer Analyse der Sozialisationsphasen und der Rolle der Sozialisationsagenten wird nahezu jeder Schritt der Studie deutlich.
Neun Fallbeispiele geben schließlich einen guten Einblick in die praktische Vorgehensweise und nicht zuletzt in die Familien und das Leben der Kinder selbst. Die Autorinnen haben ein Werk vorgelegt, das kaum etwas zu wünschen übrig lässt. Die theoretischen Grundlagen sind fundiert und umfassend dargelegt, ohne sich aber in extremer Detailliebe zu verlieren. Für Medienwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Medienpädagoginnen und -pädagogen sowie Studierende bietet die Publikation eine enorme Menge an Information, die dank des angenehmen Schreibstils der Autorinnen auch gut lesbar ist. Zudem zeigt nicht zuletzt der Blick der Autorinnen in die vorhandenen Forschungsergebnisse, dass es an der Zeit war, diese Richtung einzuschlagen.
Title: Paus-Hasebrink, Ingrid/Bichler, Michelle (2008). Mediensozialisationsforschung. Theoretische Fundierung und Fallbeispiel sozial benachteiligter Kinder. Innsbruck: Studienverlag. 394 S., 34,90 €.
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Timo wäre gerne ein Pokémon, Gregor macht bei SpongeBob so schnell keiner etwas vor und Olivia wäre manchmal gerne wirklich eine Bewohnerin von Lazy Town – es sind gerade die Fallbeispiele, die die umfassende Publikation der Autorinnen so eindringlich machen.
Ziel der Studie ist die Beschreibung der mit dem sozialen Wandel einhergehenden sozialisatorischen Bedingungen speziell für Kinder in sozial schwächeren bzw.
anregungsärmeren Milieus sowie das Aufzeigen der Bedeutung dieser Bedingungen für den Prozess der Sozialisation.
In welchem Verhältnis stehen die Medien zu anderen Sozialisationsagenten wie etwa der Familie und welche Relevanz haben Medien bei der Identitätskonstruktion, dem Aufbau von Wissen und der Wertevermittlung? Logisch aufgebaut wird zuerst das theoretische Fundament gelegt, wobei besonders gesellschaftliche Veränderungsaspekte und Kindheit im Kontext von Gesellschaft, Medien und Familie beachtet werden.
Das Augenmerk liegt dabei auf zentralen Modernisierungsphänomenen als Motor sozialer und medialer Wandlungsprozesse.
Im zweiten Teil der Veröffentlichung stellen die Autorinnen den aktuellen Stand der Forschung zur Rolle der Medien im Alltag von Kindern mit Blick auf sozial benachteiligte Milieus vor und diskutieren die Ergebnisse.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Forschung diesem Bereich bis jetzt nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt hat.
Den Hauptteil des Werkes macht schließlich die qualitative Panelstudie zum Umgang sozial benachteiligter Kinder mit Medien aus, die in 20 Familien aus sozial schwächeren Milieus über drei Jahre hinweg durchgeführt wurde.
Von der Zielsetzung, den methodischen Grundlagen der Untersuchung bis hin zu einer Analyse der Sozialisationsphasen und der Rolle der Sozialisationsagenten wird nahezu jeder Schritt der Studie deutlich.
Neun Fallbeispiele geben schließlich einen guten Einblick in die praktische Vorgehensweise und nicht zuletzt in die Familien und das Leben der Kinder selbst.
Die Autorinnen haben ein Werk vorgelegt, das kaum etwas zu wünschen übrig lässt.
Die theoretischen Grundlagen sind fundiert und umfassend dargelegt, ohne sich aber in extremer Detailliebe zu verlieren.
Für Medienwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Medienpädagoginnen und -pädagogen sowie Studierende bietet die Publikation eine enorme Menge an Information, die dank des angenehmen Schreibstils der Autorinnen auch gut lesbar ist.
Zudem zeigt nicht zuletzt der Blick der Autorinnen in die vorhandenen Forschungsergebnisse, dass es an der Zeit war, diese Richtung einzuschlagen.
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