Javascript must be enabled to continue!
Retrospektive Risikoanalyse zum Auftreten des Vasoplegiesyndroms nach Herzoperationen
View through CrossRef
Das Vasoplegiesyndrom (VS) ist mit Inzidenzen von 8 – 44 % eine häufige und potenziell lebensbedrohliche Komplikation von Operationen an der Herzlungenmaschine. Gekennzeichnet durch eine Hypotension mit persistierend verringertem systemischem Widerstand bei erhaltenem oder erhöhtem Herzindex führt das VS zur Minderperfusion lebenswichtiger Organe. Pathophysiologisch liegt dem VS eine Gefäßweitstellung durch eine dysregulierte Inflammationsreaktion, einen Vasopressinmangel und durch ein vermindertes Ansprechen auf Katecholamine zugrunde. Vor allem schwere katecholaminresistente Verläufe weisen eine stark erhöhte Mortalität auf.
Ziel dieser Studie ist die Identifikation von Risikofaktoren, um mit dem erlangten Wissen die Diagnostik und Therapie des VS zu optimieren.
Material und Methoden: Es wurden 3937 herzchirurgische Patientenfälle des Universitätsklinikums Frankfurt der Jahre 2017 – 2021 analysiert. Das postoperative Auftreten eines VS wurde identifiziert und anschließend anhand der benötigten medikamentösen Therapie in eine milde bis moderate und in eine schwere Form eingeteilt. Prä-, intra- und postoperative Faktoren wurden auf potenzielle Risikofaktoren für das Auftreten und die Verlaufsschwere eines VS untersucht. Neben deskriptiven statistischen Methoden zur Darstellung von Korrelationen wurden univariate und multivariate Regressionsanalysen zur Identifikation von Einflussfaktoren durchgeführt.
Ergebnisse: Diese Studie zeigt eine Inzidenz des VS von 17,5 %. Signifikante, unabhängige Risikofaktoren sind ein erhöhtes Alter, ein erhöhter BMI, ein EuroSCORE II von über 10 %, eine Carotisstenose, die präoperative Dialysepflichtigkeit, Eingriffe an der Mitral- oder der Trikuspidalklappe, ein Notfalleingriff, verlängerte Bypass- und Operationszeiten, Blutungen, die damit einhergehende Transfusion Erythrozytenkonzentraten, ein gesteigertes transfundiertes Blutvolumen, der Einsatz eines Cellsavers während der Operation und ein verringerter präoperativer Hämatokrit-Wert. Postoperativ korrelieren eine schlechte Nierenfunktion, erhöhte Inflammationsmarker und ein geringer Hämoglobin-Wert mit der Entwicklung eines VS.
Vor allem schwere Formen des VS korrelieren mit einer erhöhten Mortalität, verlängerten Aufenthaltszeiten auf der Intensivstation und im Krankenhaus insgesamt.
Diskussion: Grundsätzlich stimmen die Ergebnisse dieser Studie mit den Erkenntnissen vorangegangener Studien überein. Vor allem Faktoren, welche die zugrundeliegende Inflammationsreaktion verstärken, bestätigen sich als Risikofaktoren. Die Verlängerung der Expositionszeit gegenüber dem kardiopulmonalen Bypass, Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten und die präoperative Dialysepflichtigkeit seien hier zu nennen. Zudem zeigen sich jene vaskulären Komorbiditäten als relevante Einflussfaktoren, welche die Kompensationsfähigkeit der Gefäße reduzieren.
Erkrankungen und Maßnahmen, welche zu einer Hämodilution führen, wie Blutungen, volumenreiche Kardioplegie-Methoden und Flüssigkeitsgaben stellen zudem relevante Risikofaktoren dar. Die Einnahme von ACE-Hemmern und β-Blockern zeigen in dieser Studie im Gegensatz zu anderen Studien keinen signifikanten Einfluss. Trotz der allgemeinen Anerkennung des VS als häufige und relevante Komplikation von Eingriffen an der Herzlungenmaschine, fehlt nach wie vor eine einheitliche Definition und Einteilung des Syndroms. Weitere Forschung ist zu Pathophysiologie, Risikofaktoren und der optimalen Therapiestrategie für einen einheitlichen Umgang mit dem VS weiterhin nötig.
Title: Retrospektive Risikoanalyse zum Auftreten des Vasoplegiesyndroms nach Herzoperationen
Description:
Das Vasoplegiesyndrom (VS) ist mit Inzidenzen von 8 – 44 % eine häufige und potenziell lebensbedrohliche Komplikation von Operationen an der Herzlungenmaschine.
Gekennzeichnet durch eine Hypotension mit persistierend verringertem systemischem Widerstand bei erhaltenem oder erhöhtem Herzindex führt das VS zur Minderperfusion lebenswichtiger Organe.
Pathophysiologisch liegt dem VS eine Gefäßweitstellung durch eine dysregulierte Inflammationsreaktion, einen Vasopressinmangel und durch ein vermindertes Ansprechen auf Katecholamine zugrunde.
Vor allem schwere katecholaminresistente Verläufe weisen eine stark erhöhte Mortalität auf.
Ziel dieser Studie ist die Identifikation von Risikofaktoren, um mit dem erlangten Wissen die Diagnostik und Therapie des VS zu optimieren.
Material und Methoden: Es wurden 3937 herzchirurgische Patientenfälle des Universitätsklinikums Frankfurt der Jahre 2017 – 2021 analysiert.
Das postoperative Auftreten eines VS wurde identifiziert und anschließend anhand der benötigten medikamentösen Therapie in eine milde bis moderate und in eine schwere Form eingeteilt.
Prä-, intra- und postoperative Faktoren wurden auf potenzielle Risikofaktoren für das Auftreten und die Verlaufsschwere eines VS untersucht.
Neben deskriptiven statistischen Methoden zur Darstellung von Korrelationen wurden univariate und multivariate Regressionsanalysen zur Identifikation von Einflussfaktoren durchgeführt.
Ergebnisse: Diese Studie zeigt eine Inzidenz des VS von 17,5 %.
Signifikante, unabhängige Risikofaktoren sind ein erhöhtes Alter, ein erhöhter BMI, ein EuroSCORE II von über 10 %, eine Carotisstenose, die präoperative Dialysepflichtigkeit, Eingriffe an der Mitral- oder der Trikuspidalklappe, ein Notfalleingriff, verlängerte Bypass- und Operationszeiten, Blutungen, die damit einhergehende Transfusion Erythrozytenkonzentraten, ein gesteigertes transfundiertes Blutvolumen, der Einsatz eines Cellsavers während der Operation und ein verringerter präoperativer Hämatokrit-Wert.
Postoperativ korrelieren eine schlechte Nierenfunktion, erhöhte Inflammationsmarker und ein geringer Hämoglobin-Wert mit der Entwicklung eines VS.
Vor allem schwere Formen des VS korrelieren mit einer erhöhten Mortalität, verlängerten Aufenthaltszeiten auf der Intensivstation und im Krankenhaus insgesamt.
Diskussion: Grundsätzlich stimmen die Ergebnisse dieser Studie mit den Erkenntnissen vorangegangener Studien überein.
Vor allem Faktoren, welche die zugrundeliegende Inflammationsreaktion verstärken, bestätigen sich als Risikofaktoren.
Die Verlängerung der Expositionszeit gegenüber dem kardiopulmonalen Bypass, Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten und die präoperative Dialysepflichtigkeit seien hier zu nennen.
Zudem zeigen sich jene vaskulären Komorbiditäten als relevante Einflussfaktoren, welche die Kompensationsfähigkeit der Gefäße reduzieren.
Erkrankungen und Maßnahmen, welche zu einer Hämodilution führen, wie Blutungen, volumenreiche Kardioplegie-Methoden und Flüssigkeitsgaben stellen zudem relevante Risikofaktoren dar.
Die Einnahme von ACE-Hemmern und β-Blockern zeigen in dieser Studie im Gegensatz zu anderen Studien keinen signifikanten Einfluss.
Trotz der allgemeinen Anerkennung des VS als häufige und relevante Komplikation von Eingriffen an der Herzlungenmaschine, fehlt nach wie vor eine einheitliche Definition und Einteilung des Syndroms.
Weitere Forschung ist zu Pathophysiologie, Risikofaktoren und der optimalen Therapiestrategie für einen einheitlichen Umgang mit dem VS weiterhin nötig.
Related Results
REGULAR ARTICLES
REGULAR ARTICLES
L. Cowen and
C. J.
Schwarz
657Les Radio‐tags, en raison de leur détectabilitéélevée, ...
Synthèse géologique et hydrogéologique du Shale d'Utica et des unités sus-jacentes (Lorraine, Queenston et dépôts meubles), Basses-Terres du Saint-Laurent, Québec
Synthèse géologique et hydrogéologique du Shale d'Utica et des unités sus-jacentes (Lorraine, Queenston et dépôts meubles), Basses-Terres du Saint-Laurent, Québec
Le présent travail a été initié dans le cadre d'un mandat donné à l'INRS-ETE par la Commission géologique du Canada (CGC) et le Ministère du Développement durable, de l'Environneme...
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde in Viborg Archäologische Untersuchungen der Stadt ViborgSchon seit dem 17. Jahrhundert hat man die historisch-topographische Entwicklung der Stadt Viborg zum Gegenstan...
Résumés des conférences JRANF 2021
Résumés des conférences JRANF 2021
able des matières
Résumés. 140
Agenda Formation en Radioprotection JRANF 2021 Ouagadougou. 140
RPF 1 Rappel des unités de doses. 140
RPF 2 Risques déterministes et stochastique...
Avant-propos
Avant-propos
L’Agriculture Biologique (AB) se présente comme un mode de production agricole spécifique basé sur le respect d’un certain nombre de principes et de pratiques visant à réduire au m...
Evaluation von Sensibilitätsstörungen nach Kieferumstellungsosteotomien – eine 1-jährige Longitudinalstudie
Evaluation von Sensibilitätsstörungen nach Kieferumstellungsosteotomien – eine 1-jährige Longitudinalstudie
Hintergrund: Postoperativ auftretende Sensibilitätsstörungen entsprechen der häufigsten Komplikation nach Kieferumstellungsosteotomien. Gerade weil es sich dabei um elektive Eingri...
Avant-propos
Avant-propos
L’alimentation des ruminants : un problème d’actualitéDans la conduite et la réussite d’un système de production de Ruminants, l’alimentation du troupeau reste un domaine très impo...
Socioanthropologie
Socioanthropologie
Le contexte actuel tel que le dessinent les tendances lourdes de ce troisième millénaire convie à interpeller les outils des science sociales forgés précédemment. La compréhension ...

