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Tanzkritik im Pietismus
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Zusammenfassung
Liest man die Begriffe „Pietismus“ und „Tanz“ in einem Satz, ist die Verwunderung in der Regel groß. Wie passt eine evangelische Frömmigkeitsbewegung um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert mit dem kulturanthropologischen Phänomen Tanz zusammen? Konnte der Tanz etwa als ein körperlicher Ausdruck frommer Innerlichkeit, als eine bewegte Glaubensäußerung gesehen werden? Mitnichten. Zwar wusste beispielsweise einer der wichtigsten Vertreter des Pietismus, August Hermann Francke, sehr wohl um den religiösen Tanz des David vor der Bundeslade, allein ein solches Durchdrungensein vom Glauben traute er nur den wenigsten zu. Außerdem wüssten derart tiefgläubige Menschen von den Versuchungen, auch in sexueller Hinsicht, die der Tanz – sei er auch noch so religiös – für weniger gefestigte Christen evozieren könnte. Vielmehr kritisierte Francke in einer Vorrede zu seinem Traktat mit dem Titel „Was von dem weltüblichen Tanzen zu halten sei“ jene Christen, deren Verhalten nicht durch ihren Glauben geprägt war. Sie seien dem Namen nach Christen, aber nicht in ihrer Lebensführung.
Title: Tanzkritik im Pietismus
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Zusammenfassung
Liest man die Begriffe „Pietismus“ und „Tanz“ in einem Satz, ist die Verwunderung in der Regel groß.
Wie passt eine evangelische Frömmigkeitsbewegung um die Wende vom 17.
zum 18.
Jahrhundert mit dem kulturanthropologischen Phänomen Tanz zusammen? Konnte der Tanz etwa als ein körperlicher Ausdruck frommer Innerlichkeit, als eine bewegte Glaubensäußerung gesehen werden? Mitnichten.
Zwar wusste beispielsweise einer der wichtigsten Vertreter des Pietismus, August Hermann Francke, sehr wohl um den religiösen Tanz des David vor der Bundeslade, allein ein solches Durchdrungensein vom Glauben traute er nur den wenigsten zu.
Außerdem wüssten derart tiefgläubige Menschen von den Versuchungen, auch in sexueller Hinsicht, die der Tanz – sei er auch noch so religiös – für weniger gefestigte Christen evozieren könnte.
Vielmehr kritisierte Francke in einer Vorrede zu seinem Traktat mit dem Titel „Was von dem weltüblichen Tanzen zu halten sei“ jene Christen, deren Verhalten nicht durch ihren Glauben geprägt war.
Sie seien dem Namen nach Christen, aber nicht in ihrer Lebensführung.
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