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Ergebnisse einer Expertenbefragung zum Einsatz der VEGF-Inhibitoren in der Augenheilkunde
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Zusammenfassung
Einleitung: Die VEGF-Inhibition ist eine bedeutende Behandlungsoption für Patienten mit ophthalmologischen Erkrankungsbildern wie der neovaskulären AMD oder den diabetischen Augenerkrankungen. Für den augenheilkundlichen Anti-VEGF-Markt stehen kaum Versorgungsdaten zur Verfügung, da die VEGF-Inhibitoren Bevacizumab (Avastin®) und Ranibizumab (Lucentis®) als Rezepturen angewendet (ausgeeinzelt) werden und die intravitreale operative Medikamenteneinbringung (IVOM) nicht im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abgebildet ist. Methodik: Eine Befragung von Experten in Deutschland wurde mit dem Ziel durchgeführt, Informationen zum Einsatz der VEGF-Inhibitoren in augenheilkundlichen Indikationen zu erheben. Ergebnisse: 44,9 % der Augenärzte betrachten Lucentis und Avastin in Wirksamkeit und Sicherheit als gleichwertig. Dennoch besitzt Lucentis im augenheilkundlichen Markt der VEGF-Inhibitoren mit 69,8 % den größten Marktanteil. Während 26,1 % der Augenärzte davon ausgehen, dass weniger als 10 % der Patienten mit diabetischen Augenerkrankungen in Behandlung sind, zeigen sich 23,4 % überzeugt, dass alle behandelbaren Patienten gegenwärtig in Behandlung sind. Die Aufnahme der IVOM in den EBM befürworteten lediglich 9,4 % der Augenärzte. Die Auseinzelung der VEGF-Inhibitoren Avastin und Lucentis halten 66,4 % der Augenärzte für bedenklich. Von diesen 66,4 % würden 50,7 % die Auseinzelung unter der Bedingung akzeptieren, dass die Arzneimittelqualität (Wirksamkeit und Sicherheit) nachgewiesen wird. Diskussion: Die Dominanz von Lucentis ist durch die juristische Diskussion um die Off-Label-Anwendung von Arzneimitteln und die Arzthaftung nachvollziehbar. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass sich zum Zeitpunkt der Befragung die Zulassung von Pegaptanib (Macugen®) und Lucentis ausschließlich auf die Indikation „neovaskuläre AMD” beschränkt. Die VEGF-Inhibitoren Avastin, Lucentis und Macugen finden in zahlreichen anderen Indikationen Anwendung und werden dort gleichermaßen „off-label” eingesetzt. Mit der Zulassung von Ranibizumab für die Behandlung von Patienten mit Visusverlust als Folge eines diabetischen Makulaödems ist davon auszugehen, dass die VEGF-Inhibition zur „First Line” in diesem Anwendungsgebiet avanciert. Um die Wirtschaftlichkeit der Anti-VEGF-Therapie zu sichern, kommen ausgeeinzelte Medikamente zum Einsatz. Die Aufnahme der IVOM in den EBM wird weder den Patientenzugang zur innovativen Behandlung noch die Transparenz der Versorgungsdaten erhöhen. Schlussfolgerung: Um den ophthalmologischen Anti-VEGF-Markt transparent erfassen und die Versorgungsqualität sichern zu können, ist eine regelmäßige Evaluation der Versorgungsdaten mit nachfolgender Ableitung von Management-Handlungen erforderlich.
Title: Ergebnisse einer Expertenbefragung zum Einsatz der VEGF-Inhibitoren in der Augenheilkunde
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Zusammenfassung
Einleitung: Die VEGF-Inhibition ist eine bedeutende Behandlungsoption für Patienten mit ophthalmologischen Erkrankungsbildern wie der neovaskulären AMD oder den diabetischen Augenerkrankungen.
Für den augenheilkundlichen Anti-VEGF-Markt stehen kaum Versorgungsdaten zur Verfügung, da die VEGF-Inhibitoren Bevacizumab (Avastin®) und Ranibizumab (Lucentis®) als Rezepturen angewendet (ausgeeinzelt) werden und die intravitreale operative Medikamenteneinbringung (IVOM) nicht im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abgebildet ist.
Methodik: Eine Befragung von Experten in Deutschland wurde mit dem Ziel durchgeführt, Informationen zum Einsatz der VEGF-Inhibitoren in augenheilkundlichen Indikationen zu erheben.
Ergebnisse: 44,9 % der Augenärzte betrachten Lucentis und Avastin in Wirksamkeit und Sicherheit als gleichwertig.
Dennoch besitzt Lucentis im augenheilkundlichen Markt der VEGF-Inhibitoren mit 69,8 % den größten Marktanteil.
Während 26,1 % der Augenärzte davon ausgehen, dass weniger als 10 % der Patienten mit diabetischen Augenerkrankungen in Behandlung sind, zeigen sich 23,4 % überzeugt, dass alle behandelbaren Patienten gegenwärtig in Behandlung sind.
Die Aufnahme der IVOM in den EBM befürworteten lediglich 9,4 % der Augenärzte.
Die Auseinzelung der VEGF-Inhibitoren Avastin und Lucentis halten 66,4 % der Augenärzte für bedenklich.
Von diesen 66,4 % würden 50,7 % die Auseinzelung unter der Bedingung akzeptieren, dass die Arzneimittelqualität (Wirksamkeit und Sicherheit) nachgewiesen wird.
Diskussion: Die Dominanz von Lucentis ist durch die juristische Diskussion um die Off-Label-Anwendung von Arzneimitteln und die Arzthaftung nachvollziehbar.
Allerdings darf nicht vergessen werden, dass sich zum Zeitpunkt der Befragung die Zulassung von Pegaptanib (Macugen®) und Lucentis ausschließlich auf die Indikation „neovaskuläre AMD” beschränkt.
Die VEGF-Inhibitoren Avastin, Lucentis und Macugen finden in zahlreichen anderen Indikationen Anwendung und werden dort gleichermaßen „off-label” eingesetzt.
Mit der Zulassung von Ranibizumab für die Behandlung von Patienten mit Visusverlust als Folge eines diabetischen Makulaödems ist davon auszugehen, dass die VEGF-Inhibition zur „First Line” in diesem Anwendungsgebiet avanciert.
Um die Wirtschaftlichkeit der Anti-VEGF-Therapie zu sichern, kommen ausgeeinzelte Medikamente zum Einsatz.
Die Aufnahme der IVOM in den EBM wird weder den Patientenzugang zur innovativen Behandlung noch die Transparenz der Versorgungsdaten erhöhen.
Schlussfolgerung: Um den ophthalmologischen Anti-VEGF-Markt transparent erfassen und die Versorgungsqualität sichern zu können, ist eine regelmäßige Evaluation der Versorgungsdaten mit nachfolgender Ableitung von Management-Handlungen erforderlich.
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