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Mit dem Flügelschlag des Schmetterlings

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Mit der Fadenfigur (string figure) des Schmetterlings, dessen altgriechisches Wort für "Atem" und "Seele" steht, beziehe ich mich auf die Fotografie von LaToya Ruby Frazier und speziell auf die Serie "The Notion of Family" in einer Weise, die Atemlosigkeit in eine mediale Ökologie der Luft verwandelt, so dass der Atem Schwarzes Leben denkbar machen kann, wo es zuvor als unmöglich zu überleben angenommen wurde. Mit dem Schmetterling möchte ich die durch Nekropolitik, Umweltrassismus und rassistische Medizin kaum wahrnehmbaren Schwingungen in der Fotografie aufspüren und vergrößern, so dass die Ursachen des Flügelschlags, so winzig sie im Schmetterlingseffekt sind, die Bedingungen der Interaktion zwischen den Elementen so verändern, dass sie am Ende massive, aber unvorhergesehene Auswirkungen haben, wie ein Orkan, wie eine dekoloniale Explosion. Dabei geht es nicht darum, den Schmetterling zu imitieren, wie Donna Haraway schreibt: Es geht darum, einen "fleischlichen Vorschlag" zu machen, der, verwoben mit der Überzeugung, dass andere Praktiken des akademischen Wissens erforscht werden müssen, Schwarze, Braune und Indigene Zukünfte in der Gegenwart greifbar zu machen. So kommt es - wie wir sehen werden - zu einem Registerwechsel bei der Betrachtung der Fotografie, die in Fraziers Werk Anklänge an die sozialdokumentarische Darstellung aufweist und den Blick auf rassifizierte Prekarität zunächst mit Mitgefühl oder solidarischer Identifikation verbindet. Aber nur im ersten Moment. Schon im zweiten werden entsprechende Gefühle und Identifikationen konterkariert, so dass wir uns im Orientierungsrahmen der einstudierten Parameter der Blick-Theorie verlieren. Stattdessen bin ich fleischlich involviert und affektiv angesprochen in der Fotografie als mediatisierter Umgebung, sodass ich eher mitschwinge und vibriere als mich als weiß situierte Betrachter*in im Modus der Aneignung zu identifizieren. Zumindest in der Vibration sehe ich eine Chance für eine mediale Ökologie der Luft, die ein Ein- und Ausströmen ermöglicht und, assoziiert mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings, auch als eine dekoloniale Ästhetik der Turbulenz verstanden werden kann.
Title: Mit dem Flügelschlag des Schmetterlings
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Mit der Fadenfigur (string figure) des Schmetterlings, dessen altgriechisches Wort für "Atem" und "Seele" steht, beziehe ich mich auf die Fotografie von LaToya Ruby Frazier und speziell auf die Serie "The Notion of Family" in einer Weise, die Atemlosigkeit in eine mediale Ökologie der Luft verwandelt, so dass der Atem Schwarzes Leben denkbar machen kann, wo es zuvor als unmöglich zu überleben angenommen wurde.
Mit dem Schmetterling möchte ich die durch Nekropolitik, Umweltrassismus und rassistische Medizin kaum wahrnehmbaren Schwingungen in der Fotografie aufspüren und vergrößern, so dass die Ursachen des Flügelschlags, so winzig sie im Schmetterlingseffekt sind, die Bedingungen der Interaktion zwischen den Elementen so verändern, dass sie am Ende massive, aber unvorhergesehene Auswirkungen haben, wie ein Orkan, wie eine dekoloniale Explosion.
Dabei geht es nicht darum, den Schmetterling zu imitieren, wie Donna Haraway schreibt: Es geht darum, einen "fleischlichen Vorschlag" zu machen, der, verwoben mit der Überzeugung, dass andere Praktiken des akademischen Wissens erforscht werden müssen, Schwarze, Braune und Indigene Zukünfte in der Gegenwart greifbar zu machen.
So kommt es - wie wir sehen werden - zu einem Registerwechsel bei der Betrachtung der Fotografie, die in Fraziers Werk Anklänge an die sozialdokumentarische Darstellung aufweist und den Blick auf rassifizierte Prekarität zunächst mit Mitgefühl oder solidarischer Identifikation verbindet.
Aber nur im ersten Moment.
Schon im zweiten werden entsprechende Gefühle und Identifikationen konterkariert, so dass wir uns im Orientierungsrahmen der einstudierten Parameter der Blick-Theorie verlieren.
Stattdessen bin ich fleischlich involviert und affektiv angesprochen in der Fotografie als mediatisierter Umgebung, sodass ich eher mitschwinge und vibriere als mich als weiß situierte Betrachter*in im Modus der Aneignung zu identifizieren.
Zumindest in der Vibration sehe ich eine Chance für eine mediale Ökologie der Luft, die ein Ein- und Ausströmen ermöglicht und, assoziiert mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings, auch als eine dekoloniale Ästhetik der Turbulenz verstanden werden kann.

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