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Ein klinisch-radiologischer Score für Femurkopftransplantate

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Zusammenfassung Einleitung Die Transplantation humaner Femurköpfe (FK) ist ein etabliertes Verfahren in der knöchernen Defektrekonstruktion bei orthopädischen und unfallchirurgischen Eingriffen, wobei eine standardisierte morphologische Qualitätsbewertung des Femurkopfgewebes bisher kaum erfolgt. Material und Methoden Bei 105 Patienten wurde der jeweilige FK im Rahmen einer Hüft-TEP standardisiert entnommen. Anhand klinischer und radiologischer Kriterien (Vorhandensein von Zysten, Nekrosen, Verkalkungen, Deformitäten und Osteoporose) wurde der FK mittels des Tabea-FK-Scores in drei Kategorien (beste/mittlere/schlechte Qualität) eingeteilt. Hiernach erfolgte eine zweite, makroskopische Einteilung der Qualität des in drei Schichten aufgesägten FK. Dieser „Makro-Score“ diente als Goldstandard. Ergänzend wurden eine periphere quantitative Computertomographie (pQCT) sowie histologische Untersuchungen durchgeführt. Die Übereinstimmung des Tabea-FK-Scores sowie der Ergebnisse der ergänzenden Untersuchungen mit dem Makro-Score wurde mittels Sensitivitäten und Spezifitäten beurteilt. Ergebnisse Bei 91/105 Patienten (Alter: 68,4 ± 9,9 Jahre, n  = 60 Frauen, n  = 31 Männer) wurden die explantierten FK in die Studie eingeschlossen. Die Übereinstimmung zwischen dem primären Tabea-FK-Score und dem Makro-Score in Bezug auf die Unterscheidung mittlere/beste sowie schlechte/mittlere Qualität ist als gut einzustufen (Sensitivität 77 % sowie 81 % und Spezifität 76 % sowie 84 %). Die Übereinstimmung des histologischen Befundes mit dem Makro-Score war insgesamt etwas schlechter und wies in Bezug auf die Unterscheidung mittlere/beste sowie schlechte/mittlere Qualität eine Sensitivität von 85 % sowie 54 % und eine Spezifität von 66 % sowie 97 % auf. Der pQCT-Score wies lediglich bei der Unterscheidung mittlere/beste Qualität eine zufriedenstellende Sensitivität (82 %) auf, während diese bei der Unterscheidung schlechte/mittlere Qualität sowie schlechte/mittlere + beste Qualität <10 % betrug. Diskussion Die gute Übereinstimmung zwischen primärem Tabea-FK-Score und makroskopischer Zweitbewertung unterstreicht die Fähigkeiten langjährig operativ tätiger Orthopäden, die Qualität der Knochenspongiosa bereits anhand des Röntgenbildes und des intraoperativen Befundes korrekt einzustufen. Insofern kann die Einführung des Tabea-FK-Scores in die Routineabläufe von Knochenbanken als Qualitätssicherungsmaßnahme empfohlen werden.
Title: Ein klinisch-radiologischer Score für Femurkopftransplantate
Description:
Zusammenfassung Einleitung Die Transplantation humaner Femurköpfe (FK) ist ein etabliertes Verfahren in der knöchernen Defektrekonstruktion bei orthopädischen und unfallchirurgischen Eingriffen, wobei eine standardisierte morphologische Qualitätsbewertung des Femurkopfgewebes bisher kaum erfolgt.
Material und Methoden Bei 105 Patienten wurde der jeweilige FK im Rahmen einer Hüft-TEP standardisiert entnommen.
Anhand klinischer und radiologischer Kriterien (Vorhandensein von Zysten, Nekrosen, Verkalkungen, Deformitäten und Osteoporose) wurde der FK mittels des Tabea-FK-Scores in drei Kategorien (beste/mittlere/schlechte Qualität) eingeteilt.
Hiernach erfolgte eine zweite, makroskopische Einteilung der Qualität des in drei Schichten aufgesägten FK.
Dieser „Makro-Score“ diente als Goldstandard.
Ergänzend wurden eine periphere quantitative Computertomographie (pQCT) sowie histologische Untersuchungen durchgeführt.
Die Übereinstimmung des Tabea-FK-Scores sowie der Ergebnisse der ergänzenden Untersuchungen mit dem Makro-Score wurde mittels Sensitivitäten und Spezifitäten beurteilt.
Ergebnisse Bei 91/105 Patienten (Alter: 68,4 ± 9,9 Jahre, n  = 60 Frauen, n  = 31 Männer) wurden die explantierten FK in die Studie eingeschlossen.
Die Übereinstimmung zwischen dem primären Tabea-FK-Score und dem Makro-Score in Bezug auf die Unterscheidung mittlere/beste sowie schlechte/mittlere Qualität ist als gut einzustufen (Sensitivität 77 % sowie 81 % und Spezifität 76 % sowie 84 %).
Die Übereinstimmung des histologischen Befundes mit dem Makro-Score war insgesamt etwas schlechter und wies in Bezug auf die Unterscheidung mittlere/beste sowie schlechte/mittlere Qualität eine Sensitivität von 85 % sowie 54 % und eine Spezifität von 66 % sowie 97 % auf.
Der pQCT-Score wies lediglich bei der Unterscheidung mittlere/beste Qualität eine zufriedenstellende Sensitivität (82 %) auf, während diese bei der Unterscheidung schlechte/mittlere Qualität sowie schlechte/mittlere + beste Qualität <10 % betrug.
Diskussion Die gute Übereinstimmung zwischen primärem Tabea-FK-Score und makroskopischer Zweitbewertung unterstreicht die Fähigkeiten langjährig operativ tätiger Orthopäden, die Qualität der Knochenspongiosa bereits anhand des Röntgenbildes und des intraoperativen Befundes korrekt einzustufen.
Insofern kann die Einführung des Tabea-FK-Scores in die Routineabläufe von Knochenbanken als Qualitätssicherungsmaßnahme empfohlen werden.

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