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Beckeninsuffizienzfrakturen bei einer älteren Patientin mit Osteopetrose
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Zusammenfassung
Einleitung Bei der Osteopetrose handelt es sich um eine seltene
hereditäre Knochenerkrankung, bei der es durch eine Störung des
Knorpel-Knochenstoffwechsels zu einer pathologischen Anhäufung der
Knochenmatrix mit Sklerosierung des Markraums und konsekutiver
Verdrängung des blutbildenden Knochenmarks kommt. Bei der
autosomal-dominant vererbten Osteopetrose Typ 2 (ADOII) handelt es sich um eine
langsam verlaufende Form, die mit einer erhöhten
Frakturgefährdung einhergeht.
Fallbeschreibung und Ergebnisse Wir berichten über eine
80-jährige Patientin mit akut aufgetretenen, immobilisierenden
lumbosakralen Schmerzen ohne vorangegangenes Trauma. Anamnestisch ergab sich
kein Anhalt für das Vorliegen eines Malignoms, eine Osteoporose war
nicht bekannt. Laborchemisch fand sich ein Vitamin D Mangel und eine
erhöhte alkalische Phosphatase, der Calciumwert lag im Normbereich, eine
Anämie oder Thrombozytopenie waren nicht nachweisbar. Die Sonographie
des Abdomens war bis auf eine leichte Splenomegalie unauffällig. Zur
weiteren Abklärung der Schmerzen erfolgten konventionelle
Röntgenaufnahmen, ein CT sowie ein MRT der LWS und des Beckens. Des
Weiteren erfolgten a.p. Röntgenaufnahmen der rechten Hüfte und
Schulter. In der LWS zeigte sich eine charakteristische 3-Schichtung der
Wirbelkörper mit Mehrsklerosierung der Grund- und Deckplatten, die
sogenannten Sandwichwirbel, ohne Anhalt für eine Fraktur. In den
Beckenaufnahmen zeigte sich eine ausgeprägte Dichtezunahme mit diffusen,
inhomogenen Sklerosierungen sowie abgelaufenen Frakturen im vorderen Beckenring.
Ein „Knochen im Knochen“ – Bild fand sich im Caput
humeri und Caput femoris. Als schmerzursächlich fanden sich eine
beidseitige komplexe Fraktur des Os sacrum sowie Frakturen im vorderen
Beckenring in den CT-Schnittbildern. In der zusätzlich
durchgeführten Knochenmineralgehaltsbestimmung mittels spinaler QCT und
CTXA der Hüften fand sich ein stark erhöhter
Knochenmineralgehalt. Die Patientin wurde schmerztherapeutisch eingestellt,
schmerzadaptiert mobilisiert und physiotherapeutisch behandelt. Hierunter fand
sich eine deutliche Schmerzreduktion von initial VAS 8 auf VAS 3. Mit einer
Verbesserung des Barthel-Index von 35 auf 75 Punkte konnte die Patientin nach
3-wöchiger multimodaler Komplextherapie in die häusliche
Umgebung entlassen werden. Der bestehende Vitamin D Mangel wurde auf
> 30 ng/ml substituiert.
Diskussion Passend zu einer ADOII fand sich bei unserer Patientin eine
deutlich erhöhte Knochenmasse und -dichte mit inhomogenen
knöchernen Sklerosierungen. Die Beckeninsuffizienzfrakturen waren
Ausdruck des erhöhten Frakturrisikos einer ADOII und ursächlich
für die immobilisierenden Schmerzen. Da es unter konservativer Therapie
zu einer deutlichen Schmerzreduktion kam, und die Patientin mobilisiert werden
konnte, wurde von einer interventionellen oder osteosynthetischen Versorgung der
Frakturen abgesehen.
Georg Thieme Verlag KG
Title: Beckeninsuffizienzfrakturen bei einer älteren Patientin mit
Osteopetrose
Description:
Zusammenfassung
Einleitung Bei der Osteopetrose handelt es sich um eine seltene
hereditäre Knochenerkrankung, bei der es durch eine Störung des
Knorpel-Knochenstoffwechsels zu einer pathologischen Anhäufung der
Knochenmatrix mit Sklerosierung des Markraums und konsekutiver
Verdrängung des blutbildenden Knochenmarks kommt.
Bei der
autosomal-dominant vererbten Osteopetrose Typ 2 (ADOII) handelt es sich um eine
langsam verlaufende Form, die mit einer erhöhten
Frakturgefährdung einhergeht.
Fallbeschreibung und Ergebnisse Wir berichten über eine
80-jährige Patientin mit akut aufgetretenen, immobilisierenden
lumbosakralen Schmerzen ohne vorangegangenes Trauma.
Anamnestisch ergab sich
kein Anhalt für das Vorliegen eines Malignoms, eine Osteoporose war
nicht bekannt.
Laborchemisch fand sich ein Vitamin D Mangel und eine
erhöhte alkalische Phosphatase, der Calciumwert lag im Normbereich, eine
Anämie oder Thrombozytopenie waren nicht nachweisbar.
Die Sonographie
des Abdomens war bis auf eine leichte Splenomegalie unauffällig.
Zur
weiteren Abklärung der Schmerzen erfolgten konventionelle
Röntgenaufnahmen, ein CT sowie ein MRT der LWS und des Beckens.
Des
Weiteren erfolgten a.
p.
Röntgenaufnahmen der rechten Hüfte und
Schulter.
In der LWS zeigte sich eine charakteristische 3-Schichtung der
Wirbelkörper mit Mehrsklerosierung der Grund- und Deckplatten, die
sogenannten Sandwichwirbel, ohne Anhalt für eine Fraktur.
In den
Beckenaufnahmen zeigte sich eine ausgeprägte Dichtezunahme mit diffusen,
inhomogenen Sklerosierungen sowie abgelaufenen Frakturen im vorderen Beckenring.
Ein „Knochen im Knochen“ – Bild fand sich im Caput
humeri und Caput femoris.
Als schmerzursächlich fanden sich eine
beidseitige komplexe Fraktur des Os sacrum sowie Frakturen im vorderen
Beckenring in den CT-Schnittbildern.
In der zusätzlich
durchgeführten Knochenmineralgehaltsbestimmung mittels spinaler QCT und
CTXA der Hüften fand sich ein stark erhöhter
Knochenmineralgehalt.
Die Patientin wurde schmerztherapeutisch eingestellt,
schmerzadaptiert mobilisiert und physiotherapeutisch behandelt.
Hierunter fand
sich eine deutliche Schmerzreduktion von initial VAS 8 auf VAS 3.
Mit einer
Verbesserung des Barthel-Index von 35 auf 75 Punkte konnte die Patientin nach
3-wöchiger multimodaler Komplextherapie in die häusliche
Umgebung entlassen werden.
Der bestehende Vitamin D Mangel wurde auf
> 30 ng/ml substituiert.
Diskussion Passend zu einer ADOII fand sich bei unserer Patientin eine
deutlich erhöhte Knochenmasse und -dichte mit inhomogenen
knöchernen Sklerosierungen.
Die Beckeninsuffizienzfrakturen waren
Ausdruck des erhöhten Frakturrisikos einer ADOII und ursächlich
für die immobilisierenden Schmerzen.
Da es unter konservativer Therapie
zu einer deutlichen Schmerzreduktion kam, und die Patientin mobilisiert werden
konnte, wurde von einer interventionellen oder osteosynthetischen Versorgung der
Frakturen abgesehen.
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