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Science Tracking über Transformationsverträge und Wissenschaftsplattformen

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Der Text untersucht einige Aspekte von Science Tracking, verstanden als die systematische und großflächige digitale Überwachung von Wissenschaft und Wissenschaftler:innen durch ehemalige Großverlage, die als Oligopol den Publikationsmarkt dominieren. Im Rahmen der Digitalisierung und der Open-Access-Transformation entwickelten sie sich zu Datenanalyse-Konzernen mit Geschäftsmodellen, die auf kontinuierlicher Datenabschöpfung in ihren Plattformen und Anwendungen basieren. Damit bringen sie einerseits Tracking-Praktiken in die Wissenschaft – im Gewand der „Verbesserung ihrer Produkte“ und „legitimer Interessen“, mit unbenannten Geschäftspartner:innen und einseitigen Text-and-Data-Mining-Regeln in Open-Access-Transformationsverträgen. Diese Praktiken bergen neben direkten Gefahren der Wissenschaftsspionage und konkreten Bedrohungen für Wissenschaftler:innen auch subtilere Probleme für wissenschaftliche Integrität. Hier geht es um die Relevanz von Privatheit für wissenschaftliche Arbeit. Andererseits erreicht dadurch die Kommodifizierung der Wissenschaft eine neue Ebene, indem die Mechanismen der Webökonomie Einzug in wissenschaftliche Institutionen und Prozesse halten und die Voraussetzungen für unabhängige Wissenschaft erodieren. Gleichzeitig wächst mit der Implementierung weiterer Anwendungen der marktdominierenden Konzerne auch ihr Einfluss auf Institutionen. Durch ihre Präsenz im Forschungszyklus, Wissenschaftsmanagement und mit jedem Big Deal im Publikationssektor bestimmen sie die Entwicklung von Open Access und Open Science hin zu einem Lock-In der Wissenschaft. Nach einer Einbettung der Tracking-Praktiken in die AdTech-Wirtschaft bespreche ich das spezifische Tracking im Wissenschaftsbereich als eine inhärente Funktion der Produkte und Plattformen, das auch die aktuelle Open-Access-Implementierung in Form von Transformationsverträgen durchzieht. Eine analytische Trennung zwischen Science Tracking und Open Access braucht die Unterscheidung zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Trägerorganisationen mit den durch sie bestimmten Infrastrukturen.
Staats- und Universitatsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Title: Science Tracking über Transformationsverträge und Wissenschaftsplattformen
Description:
Der Text untersucht einige Aspekte von Science Tracking, verstanden als die systematische und großflächige digitale Überwachung von Wissenschaft und Wissenschaftler:innen durch ehemalige Großverlage, die als Oligopol den Publikationsmarkt dominieren.
Im Rahmen der Digitalisierung und der Open-Access-Transformation entwickelten sie sich zu Datenanalyse-Konzernen mit Geschäftsmodellen, die auf kontinuierlicher Datenabschöpfung in ihren Plattformen und Anwendungen basieren.
Damit bringen sie einerseits Tracking-Praktiken in die Wissenschaft – im Gewand der „Verbesserung ihrer Produkte“ und „legitimer Interessen“, mit unbenannten Geschäftspartner:innen und einseitigen Text-and-Data-Mining-Regeln in Open-Access-Transformationsverträgen.
Diese Praktiken bergen neben direkten Gefahren der Wissenschaftsspionage und konkreten Bedrohungen für Wissenschaftler:innen auch subtilere Probleme für wissenschaftliche Integrität.
Hier geht es um die Relevanz von Privatheit für wissenschaftliche Arbeit.
Andererseits erreicht dadurch die Kommodifizierung der Wissenschaft eine neue Ebene, indem die Mechanismen der Webökonomie Einzug in wissenschaftliche Institutionen und Prozesse halten und die Voraussetzungen für unabhängige Wissenschaft erodieren.
Gleichzeitig wächst mit der Implementierung weiterer Anwendungen der marktdominierenden Konzerne auch ihr Einfluss auf Institutionen.
Durch ihre Präsenz im Forschungszyklus, Wissenschaftsmanagement und mit jedem Big Deal im Publikationssektor bestimmen sie die Entwicklung von Open Access und Open Science hin zu einem Lock-In der Wissenschaft.
Nach einer Einbettung der Tracking-Praktiken in die AdTech-Wirtschaft bespreche ich das spezifische Tracking im Wissenschaftsbereich als eine inhärente Funktion der Produkte und Plattformen, das auch die aktuelle Open-Access-Implementierung in Form von Transformationsverträgen durchzieht.
Eine analytische Trennung zwischen Science Tracking und Open Access braucht die Unterscheidung zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Trägerorganisationen mit den durch sie bestimmten Infrastrukturen.

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