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Ferenczi heute
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Der Autor zeichnet zunächst den Ausschluss Ferenczis aus der psychoanalytischen Gemeinschaft sowie die Stationen der Ferenczi-Renaissance nach, um dann die wesentlichen Unterschiede zwischen Freud und Ferenczi in der Anwendung der psychoanalytischen Technik aufzuzeigen sowie die daraus entstehenden theoretischen Implikationen. In der orthodoxen Darstellung gilt die Aufgabe der Theorie des realen Traumas als der Moment, in dem die Psychoanalyse geboren wird – für Ferenczi hingegen ist es der Moment, in dem sich der »Abgrund der Gegenübertragung« vor Freud auftut, ein Abgrund, vor dem sich Freud zurückzieht und Zuflucht im Materialismus des Wissenschaftlers findet, der »intellektuell, aber nicht gefühlsmäßig« an der Analyse festhält. Aus dieser Perspektive wird der von Ernest Jones gegen Ferenczi erhobene Vorwurf, er habe die Psychoanalyse durch eine »Therapie des Erlebnisses« ersetzt, umgekehrt und im Lichte der Idee verstanden, dass das Erbe des Traumas nicht so sehr die mnestische Spur eines Ereignisses ist, sondern der Bruch, der sowohl in der Geschichte als auch in der Psyche des Patienten entsteht und als solcher in der analytischen Beziehung nachhallt. Daraus folgt – wie von Ferenczi prognostiziert –, dass die Hermeneutik, die sich für traumatische Zustände eignet, keine monopersonale, wie aus der Selbstanalyse Freuds hervorgegangene und mit Worten ausgeübte sein kann, sondern es bedarf einer Hermeneutik des ungelebten Lebens und der nicht repräsentierten Zustände des Selbst mit der Psyche eines anderen in der Position des Zeugen, um einen Abdruck zu hinterlassen. Abschließend werden Themen und Probleme der Ferenczi-Renaissance besprochen.
Title: Ferenczi heute
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Der Autor zeichnet zunächst den Ausschluss Ferenczis aus der psychoanalytischen Gemeinschaft sowie die Stationen der Ferenczi-Renaissance nach, um dann die wesentlichen Unterschiede zwischen Freud und Ferenczi in der Anwendung der psychoanalytischen Technik aufzuzeigen sowie die daraus entstehenden theoretischen Implikationen.
In der orthodoxen Darstellung gilt die Aufgabe der Theorie des realen Traumas als der Moment, in dem die Psychoanalyse geboren wird – für Ferenczi hingegen ist es der Moment, in dem sich der »Abgrund der Gegenübertragung« vor Freud auftut, ein Abgrund, vor dem sich Freud zurückzieht und Zuflucht im Materialismus des Wissenschaftlers findet, der »intellektuell, aber nicht gefühlsmäßig« an der Analyse festhält.
Aus dieser Perspektive wird der von Ernest Jones gegen Ferenczi erhobene Vorwurf, er habe die Psychoanalyse durch eine »Therapie des Erlebnisses« ersetzt, umgekehrt und im Lichte der Idee verstanden, dass das Erbe des Traumas nicht so sehr die mnestische Spur eines Ereignisses ist, sondern der Bruch, der sowohl in der Geschichte als auch in der Psyche des Patienten entsteht und als solcher in der analytischen Beziehung nachhallt.
Daraus folgt – wie von Ferenczi prognostiziert –, dass die Hermeneutik, die sich für traumatische Zustände eignet, keine monopersonale, wie aus der Selbstanalyse Freuds hervorgegangene und mit Worten ausgeübte sein kann, sondern es bedarf einer Hermeneutik des ungelebten Lebens und der nicht repräsentierten Zustände des Selbst mit der Psyche eines anderen in der Position des Zeugen, um einen Abdruck zu hinterlassen.
Abschließend werden Themen und Probleme der Ferenczi-Renaissance besprochen.
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