Search engine for discovering works of Art, research articles, and books related to Art and Culture
ShareThis
Javascript must be enabled to continue!

Der Wandel eines Autorimages: Wolfgang Koeppens Reisebücher und ihre Rezeption

View through CrossRef
Durch seine Selbstinszenierung als nonkonformistischer Autor trug Wolfgang Koeppen zu Beginn der fünfziger Jahre maßgeblich dazu bei, dass die Rezeption seiner aus den Romanen Tauben im Gras, Das Treibhaus und Der Tod in Rom bestehenden Nachkriegstrilogie anfangs fast ausschließlich unter gesellschaftspolitischen Vorzeichen stand. Indes war Koeppen ein stark an ästhetischen Gesichtspunkten orientierter Schriftsteller. In der Nachkriegstrilogie lässt sich der Versuch einer Einordnung in den Kontext der sogenannten Klassischen Moderne erblicken. Koeppens inhaltliche Ausrichtung auf Themen, wie sie in den genannten Romanen zur Darstellung kommen, lässt sich auf die Bedingungen des damaligen Literaturbetriebes zurückführen: Aufgrund der hohen Erfolgschancen, die nonkonformistische Literatur in der neugegründeten Bundesrepublik hatte, war er nicht schlecht beraten, seine Autorschaft durch einen entsprechenden Einschlag zusätzlich zu legitimieren. Nach Erscheinen von Das Treibhaus aber fiel es ihm zunehmend schwer, seine poetischen Interessen mit seiner nonkonformistisch geprägten Autorrolle bzw. den mit ihr einhergehenden öffentlichen Erwartungen in Einklang zu bringen. Dieser von Schreibhemmungen begleitete Rollenkonflikt des Autors ist der Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung. Die zentrale These lautet, dass seine Reisebücher Nach Rußland und anderswohin, Amerikafahrt und Reisen nach Frankreich eine Art Gegenentwurf zu der wenige Jahre zuvor erschienenen Romantrilogie bilden. Im Zuge ihrer Rezeption erweiterte sich die Sicht der Leser auf Koeppens Prosa insgesamt, sodass man durchaus von einem Wandel seines Autorimages sprechen kann.
Title: Der Wandel eines Autorimages: Wolfgang Koeppens Reisebücher und ihre Rezeption
Description:
Durch seine Selbstinszenierung als nonkonformistischer Autor trug Wolfgang Koeppen zu Beginn der fünfziger Jahre maßgeblich dazu bei, dass die Rezeption seiner aus den Romanen Tauben im Gras, Das Treibhaus und Der Tod in Rom bestehenden Nachkriegstrilogie anfangs fast ausschließlich unter gesellschaftspolitischen Vorzeichen stand.
Indes war Koeppen ein stark an ästhetischen Gesichtspunkten orientierter Schriftsteller.
In der Nachkriegstrilogie lässt sich der Versuch einer Einordnung in den Kontext der sogenannten Klassischen Moderne erblicken.
Koeppens inhaltliche Ausrichtung auf Themen, wie sie in den genannten Romanen zur Darstellung kommen, lässt sich auf die Bedingungen des damaligen Literaturbetriebes zurückführen: Aufgrund der hohen Erfolgschancen, die nonkonformistische Literatur in der neugegründeten Bundesrepublik hatte, war er nicht schlecht beraten, seine Autorschaft durch einen entsprechenden Einschlag zusätzlich zu legitimieren.
Nach Erscheinen von Das Treibhaus aber fiel es ihm zunehmend schwer, seine poetischen Interessen mit seiner nonkonformistisch geprägten Autorrolle bzw.
den mit ihr einhergehenden öffentlichen Erwartungen in Einklang zu bringen.
Dieser von Schreibhemmungen begleitete Rollenkonflikt des Autors ist der Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung.
Die zentrale These lautet, dass seine Reisebücher Nach Rußland und anderswohin, Amerikafahrt und Reisen nach Frankreich eine Art Gegenentwurf zu der wenige Jahre zuvor erschienenen Romantrilogie bilden.
Im Zuge ihrer Rezeption erweiterte sich die Sicht der Leser auf Koeppens Prosa insgesamt, sodass man durchaus von einem Wandel seines Autorimages sprechen kann.

Related Results

Photolabile Schutzgruppen und ihre Anwendung zur wellenlängenselektiven Aktivierung und Deaktivierung eines Antibiotikums
Photolabile Schutzgruppen und ihre Anwendung zur wellenlängenselektiven Aktivierung und Deaktivierung eines Antibiotikums
Die Verwendung von photolabilen Schutzgruppen zur nicht-invasiven Kontrolle von Systemen birgt ein großes Potential für verschiedenste Anwendungsgebiete, die von der Erforschung un...
Neues Fernsehen?! – Neues Fernsehverhalten!? Aktuelle Wandlungsprozesse des Fernsehens
Neues Fernsehen?! – Neues Fernsehverhalten!? Aktuelle Wandlungsprozesse des Fernsehens
Der Diskurs um die aktuellen Entwicklungen des Fernsehens ist heterogen und bipolar. Einige läuten das ‚Ende des (linearen) Fernsehens‘ ein – wie jüngst etwa Netflix-Chef Reed Hast...
E-Learning
E-Learning
E-Learning ist heute aus keinem pädagogischen Lehrraum mehr wegzudenken. In allen Bereichen von Schule über die berufliche bis zur universitären Ausbildung und besonders im Bereich...
Healthy Leaders – Healthy Employees : Consequences of Impairments in Leaders’ Health and Interventions for Promoting their Health
Healthy Leaders – Healthy Employees : Consequences of Impairments in Leaders’ Health and Interventions for Promoting their Health
Wenn Führungskräfte bei schlechter Gesundheit sind, können sich weitreichende Folgen für die Führungskräfte selbst, ihre Mitarbeitenden und ihre Unternehmen ergeben. Interventionen...
28. Anton Mühldorf: Einige Betrachtungen zur Membranmorphologie der Blaualgen
28. Anton Mühldorf: Einige Betrachtungen zur Membranmorphologie der Blaualgen
Zusammenfassung . Entgegen der verbreiteten Annahme, daß die Bildung und Entwicklung der Querwand bei der Zellteilung der Cyanophyceenzellen durch Einfaltung und Einwachsen der Län...
Diagramme im Handumdrehen - Der Gebrauch von Gesten beim Mathematiklernen
Diagramme im Handumdrehen - Der Gebrauch von Gesten beim Mathematiklernen
Ausgangspunkt der Forschungsarbeit ist der Gebrauch von Gesten in mathematischen Interaktionen von Lernenden. Es wird untersucht, inwiefern Gesten Teil des mathematischen Aushandlu...
Editorial
Editorial
Es ist nicht ganz einfach zu sagen, was heute eigentlich genau „Radio“ bezeichnet. Früher war Radio Hörfunk, noch früher wurde er Rundfunk genannt, und gemeint war damit ausgestrah...
6. Gertraud Haase‐Bessell: Karyologische Beobachtungen an zwei Rosenbastarden und deren prinzipielle Auswertung
6. Gertraud Haase‐Bessell: Karyologische Beobachtungen an zwei Rosenbastarden und deren prinzipielle Auswertung
Zusammenfassung1. Der Bastard R. microphylla × R. rugosa und seine Eltern wurden untersucht. Alle drei Rosen sind diploid mit 7/14 Chromosomen. Chromosomen und Gemini der Genome si...

Back to Top