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Editorial
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Liebe Leserinnen und LeserMit Open Access verhält es sich wie oft im Leben: Man hat eine Idee, sie ist bestechend, alle begrüssen und unterstützen sie – und gleichwohl harzt es bei der Realisierung. Das soll sich ändern. Mit sui-generis.ch schreiten wir zur Tat, wir schmelzen das Harz. Sie – liebe Leserinnen und Leser – schauen in diesem Augenblick auf die erste juristische Open-Access-Zeitschrift der Schweiz.Wir freuen uns, Ihnen in dieser ersten Ausgabe von sui-generis.ch sechs Beiträge zu präsentieren. Diese sind gemäss den Zielsetzungen von sui-generis.ch frei zugänglich, von hoher Qualität und angenehm kompakt. Die Texte und ihre Autoren gehen zwar vielleicht das Risiko ein, nicht gelesen zu werden. Wenn die Idee des Redaktionsteams aber funktioniert, werden sie nur schon deshalb Beachtung finden, weil sie den genannten drei Prinzipien (freier Zugang, hohe Qualität und beschränkter Umfang) entsprechen.Als vor bald 150 Jahren die Schreibmaschine erfunden wurde, sah man sich mit dem Problem konfrontiert, dass sich die Typenhebel häufig kreuzten und dann verklemmten. Zur Lösung des Problems erfand man die bekannte QWERTZ-Buchstabenfolge. Bei dieser liegen häufig verwendete Buchstaben möglichst weit auseinander, um die Wahrscheinlichkeit des Verkeilens der Typenhebel zu minimieren. Die QWERTZ-Anordnung wurde zum Standard, und als vor 100 Jahren eine Tastenanordnung entwickelt wurde, die ein um 40% schnelleres Tippen versprach, war es schon zu spät. Die Tastatur, die wir heute alle benutzen, geht also zurück auf einen historischen Unfall.QWERTZ-Welten gibt es überall. Sie zeigen, dass Systeme, die zu einem Zeitpunkt durchaus ihre Berechtigung hatten, später suboptimal erscheinen und doch kaum mehr verändert werden können. QWERTZ-Welten sind behäbige und ineffiziente Systeme. Das akademische Publizieren ist ein gutes Beispiel einer QWERTZ-Welt.Forschungsbibliotheken geben jährlich Millionen für Zeitschriftenlizenzen und Bücher aus. Selbst die Harvard University sagt, dass sie diese Kosten kaum noch stemmen kann. Sie ruft – wie übrigens auch der Schweizerische Nationalfonds – ihre Forscher dazu auf, Artikel nicht hinter den Paywalls von Fachzeitschriften zu verstecken. Dennoch ist für die meisten Forschenden die Publikation in einer renommierten Zeitschrift eine Auszeichnung. Als anerkannte Währung für wissenschaftlichen Erfolg kann sie die Karriere fördern und ist ein massgebliches Kriterium bei Forschungsförderungsanträgen oder Berufungsverfahren.Wie bei der QWERTZ-Tastatur, hat sich auch beim wissenschaftlichen Publizieren ein suboptimales System etabliert. Der Steuerzahler bezahlt die Wissenschaftlerin für die Forschung, den Verlag für den Druck und nochmals die Wissenschaftlerin für das Abonnement der Zeitschrift oder den Kauf des Buches. Das soll bei sui-generis.ch anders sein: Die geneigte Leserin bezahlt weder für Druck noch für Abonnement. Sie öffnet sui-generis.ch und beginnt sogleich ohne Einschränkung und ohne Kostenfolgen zu lesen.Deshalb heisst unsere Zeitschrift auch sui-generis. Wir möchten mithelfen, den QWERTZ-Fehler im juristischen Publikationswesen zu überwinden und das Publizieren von Rechtsliteratur gewissermassen aus sich heraus neu zu lancieren. Ziel von sui-generis.ch ist die Publikation von juristischen Beiträgen zu Themen, die insbesondere wegen ihrer Aktualität nicht nur für das juristische Publikum interessant sind. Beispiele hierfür finden Sie in dieser Ausgabe: der in der Schweiz inexistente Vaterschaftsurlaub, asylrechtliche Überlegungen zu Edward Snowden, Google und das Recht auf Vergessen, die Kritik am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die Kunstsammlung Gurlitt und schliesslich die Zulässigkeit von Gewaltdarstellungen im Film.sui-generis.ch will via Open Access die Brücke von der Wissenschaft in die Gesellschaft schlagen und gleichzeitig den schon längst fälligen Schritt in die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens gehen.In diesem Sinne verbleiben wirmit freundlichen Grüssen und den besten Wünschen für eine anregende LektüreDas Redaktionsteam. Quellen und weiterführende Informationen:Corydon Ireland, Scholarly access to allBenedikt Fecher, Wie die Vergangenheit die Zukunft bestimmt. Die Pfadabhängigkeit des wissenschaftlichen PublizierensJeffrey Marlow, Incentivizing Peer Review: The Last Obstacle for Open Access ScienceWikipedia-Artikel zum Begriff sui generis
Title: Editorial
Description:
Liebe Leserinnen und LeserMit Open Access verhält es sich wie oft im Leben: Man hat eine Idee, sie ist bestechend, alle begrüssen und unterstützen sie – und gleichwohl harzt es bei der Realisierung.
Das soll sich ändern.
Mit sui-generis.
ch schreiten wir zur Tat, wir schmelzen das Harz.
Sie – liebe Leserinnen und Leser – schauen in diesem Augenblick auf die erste juristische Open-Access-Zeitschrift der Schweiz.
Wir freuen uns, Ihnen in dieser ersten Ausgabe von sui-generis.
ch sechs Beiträge zu präsentieren.
Diese sind gemäss den Zielsetzungen von sui-generis.
ch frei zugänglich, von hoher Qualität und angenehm kompakt.
Die Texte und ihre Autoren gehen zwar vielleicht das Risiko ein, nicht gelesen zu werden.
Wenn die Idee des Redaktionsteams aber funktioniert, werden sie nur schon deshalb Beachtung finden, weil sie den genannten drei Prinzipien (freier Zugang, hohe Qualität und beschränkter Umfang) entsprechen.
Als vor bald 150 Jahren die Schreibmaschine erfunden wurde, sah man sich mit dem Problem konfrontiert, dass sich die Typenhebel häufig kreuzten und dann verklemmten.
Zur Lösung des Problems erfand man die bekannte QWERTZ-Buchstabenfolge.
Bei dieser liegen häufig verwendete Buchstaben möglichst weit auseinander, um die Wahrscheinlichkeit des Verkeilens der Typenhebel zu minimieren.
Die QWERTZ-Anordnung wurde zum Standard, und als vor 100 Jahren eine Tastenanordnung entwickelt wurde, die ein um 40% schnelleres Tippen versprach, war es schon zu spät.
Die Tastatur, die wir heute alle benutzen, geht also zurück auf einen historischen Unfall.
QWERTZ-Welten gibt es überall.
Sie zeigen, dass Systeme, die zu einem Zeitpunkt durchaus ihre Berechtigung hatten, später suboptimal erscheinen und doch kaum mehr verändert werden können.
QWERTZ-Welten sind behäbige und ineffiziente Systeme.
Das akademische Publizieren ist ein gutes Beispiel einer QWERTZ-Welt.
Forschungsbibliotheken geben jährlich Millionen für Zeitschriftenlizenzen und Bücher aus.
Selbst die Harvard University sagt, dass sie diese Kosten kaum noch stemmen kann.
Sie ruft – wie übrigens auch der Schweizerische Nationalfonds – ihre Forscher dazu auf, Artikel nicht hinter den Paywalls von Fachzeitschriften zu verstecken.
Dennoch ist für die meisten Forschenden die Publikation in einer renommierten Zeitschrift eine Auszeichnung.
Als anerkannte Währung für wissenschaftlichen Erfolg kann sie die Karriere fördern und ist ein massgebliches Kriterium bei Forschungsförderungsanträgen oder Berufungsverfahren.
Wie bei der QWERTZ-Tastatur, hat sich auch beim wissenschaftlichen Publizieren ein suboptimales System etabliert.
Der Steuerzahler bezahlt die Wissenschaftlerin für die Forschung, den Verlag für den Druck und nochmals die Wissenschaftlerin für das Abonnement der Zeitschrift oder den Kauf des Buches.
Das soll bei sui-generis.
ch anders sein: Die geneigte Leserin bezahlt weder für Druck noch für Abonnement.
Sie öffnet sui-generis.
ch und beginnt sogleich ohne Einschränkung und ohne Kostenfolgen zu lesen.
Deshalb heisst unsere Zeitschrift auch sui-generis.
Wir möchten mithelfen, den QWERTZ-Fehler im juristischen Publikationswesen zu überwinden und das Publizieren von Rechtsliteratur gewissermassen aus sich heraus neu zu lancieren.
Ziel von sui-generis.
ch ist die Publikation von juristischen Beiträgen zu Themen, die insbesondere wegen ihrer Aktualität nicht nur für das juristische Publikum interessant sind.
Beispiele hierfür finden Sie in dieser Ausgabe: der in der Schweiz inexistente Vaterschaftsurlaub, asylrechtliche Überlegungen zu Edward Snowden, Google und das Recht auf Vergessen, die Kritik am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die Kunstsammlung Gurlitt und schliesslich die Zulässigkeit von Gewaltdarstellungen im Film.
sui-generis.
ch will via Open Access die Brücke von der Wissenschaft in die Gesellschaft schlagen und gleichzeitig den schon längst fälligen Schritt in die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens gehen.
In diesem Sinne verbleiben wirmit freundlichen Grüssen und den besten Wünschen für eine anregende LektüreDas Redaktionsteam.
Quellen und weiterführende Informationen:Corydon Ireland, Scholarly access to allBenedikt Fecher, Wie die Vergangenheit die Zukunft bestimmt.
Die Pfadabhängigkeit des wissenschaftlichen PublizierensJeffrey Marlow, Incentivizing Peer Review: The Last Obstacle for Open Access ScienceWikipedia-Artikel zum Begriff sui generis.
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