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Fachspezifität und Stabilität diagnostischer Kompetenz von Grundschullehrkräften in den Fächern Deutsch und Mathematik
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Trotz der hohen Bedeutung diagnostischer Kompetenz von Lehrkräften ist über die Reichweite bzw. Spezifität des Konstrukts und ihre Stabilität bislang vergleichsweise wenig bekannt. Auf Basis längsschnittlicher Daten der Bamberger Forschergruppe BiKS gehen wir Fragen zur Güte, Spezifizität und Stabilität diagnostischer Urteile von Grundschullehrkräften in den Fächern Deutsch und Mathematik nach. Untersucht wurden die mit Abstand von einem halben Jahr im ersten und im zweiten Halbjahr der vierten Klassenstufe abgegebenen Urteile von 127 Klassenlehrerinnen und -lehrern zu den mathematischen und sprachlichen Leistungen ihrer jeweiligen Schülerinnen und Schüler. Die Urteile wurden mit den gleichzeitig erhobenen entsprechenden Testleistungen der von diesen Lehrkräften unterrichteten und von uns untersuchten 1.852 bayerischen und hessischen Schülerinnen und Schülern in Beziehung gesetzt. Es konnte gezeigt werden, dass sich die Fähigkeit von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerleistungen in eine Rangreihe zu bringen, erwartungsgemäß fachbezogen, kaum jedoch fachübergreifend abbilden lässt. Hinsichtlich der Güte diagnostischer Urteile bestätigen sich die in der Literatur berichteten Befunde zur Rangordnungskomponente, die in unserer Stichprobe in Abhängigkeit vom Zeitpunkt und Fach zwischen r = .54 und .66 variiert. Die Analysen zur Stabilität der Güte fachbezogener diagnostischer Urteile verdeutlichen, dass es Gründe für die Annahme einer zeitlich überdauernden fachbezogenen diagnostischen Kompetenz von Grundschullehrkräften gibt. Die Konsequenzen dieser Befunde sowohl für theoretische Modelle der Diagnosekompetenz als auch des Professionsbegriffs bei Lehrkräften werden diskutiert.
Hogrefe Publishing Group
Title: Fachspezifität und Stabilität diagnostischer Kompetenz von Grundschullehrkräften in den Fächern Deutsch und Mathematik
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Trotz der hohen Bedeutung diagnostischer Kompetenz von Lehrkräften ist über die Reichweite bzw.
Spezifität des Konstrukts und ihre Stabilität bislang vergleichsweise wenig bekannt.
Auf Basis längsschnittlicher Daten der Bamberger Forschergruppe BiKS gehen wir Fragen zur Güte, Spezifizität und Stabilität diagnostischer Urteile von Grundschullehrkräften in den Fächern Deutsch und Mathematik nach.
Untersucht wurden die mit Abstand von einem halben Jahr im ersten und im zweiten Halbjahr der vierten Klassenstufe abgegebenen Urteile von 127 Klassenlehrerinnen und -lehrern zu den mathematischen und sprachlichen Leistungen ihrer jeweiligen Schülerinnen und Schüler.
Die Urteile wurden mit den gleichzeitig erhobenen entsprechenden Testleistungen der von diesen Lehrkräften unterrichteten und von uns untersuchten 1.
852 bayerischen und hessischen Schülerinnen und Schülern in Beziehung gesetzt.
Es konnte gezeigt werden, dass sich die Fähigkeit von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerleistungen in eine Rangreihe zu bringen, erwartungsgemäß fachbezogen, kaum jedoch fachübergreifend abbilden lässt.
Hinsichtlich der Güte diagnostischer Urteile bestätigen sich die in der Literatur berichteten Befunde zur Rangordnungskomponente, die in unserer Stichprobe in Abhängigkeit vom Zeitpunkt und Fach zwischen r = .
54 und .
66 variiert.
Die Analysen zur Stabilität der Güte fachbezogener diagnostischer Urteile verdeutlichen, dass es Gründe für die Annahme einer zeitlich überdauernden fachbezogenen diagnostischen Kompetenz von Grundschullehrkräften gibt.
Die Konsequenzen dieser Befunde sowohl für theoretische Modelle der Diagnosekompetenz als auch des Professionsbegriffs bei Lehrkräften werden diskutiert.
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