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Die Klimaforschung in der Postnormalität: zum Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft

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<p>„Normale“ Wissenschaften wie die der historischen Sprachen oder der Astrophysik unterscheiden sich von Wissenschaften wie der Klimaforschung oder der Epidemiologie. Abgesehen von technischen und methodischen Unterschieden besteht der Unterschied auch darin, das letztere unter „postnormalen“ Bedingungen arbeiten. Von der Klimaforschung und der Epidemiologie verlangt die Gesellschaft klare und schnelle Antworten – aber nicht irgendwelche, sondern bestimmte Antworten. Unter postnormalen Bedingungen funktioniert die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft anders als für „normale“ Wissenschaften. Vielmehr besteht eine Tendenz, wonach es weniger auf wissenschaftliche Belastbarkeit und Methodik (wie durch die CUDOS – Normen dargestellt) ankommt bei der Produktion „guter“ Wissenschaft, sondern auf die Konsistenz mit den herrschenden kulturellen Konstruktionen und politischen Präferenzen. Der soziale Prozess des Wissenschaffens verändert sich ebenfalls. Einige wissenschaftliche Akteure werden zu politischen Akteuren. Mediale Präsenz und politischer Einfluss bestimmen wissenschaftliche Anerkennung über Karrieren und Deutungshoheit. Natürlich ist auch die Aufstellung von Forschungsprogrammen und der Wettbewerb der Ideen betroffen.</p><p>In Anbetracht dieser Herausforderungen sollten Wissenschaftler sich darum bemühen zu akzeptieren, dass sie soziale Akteure sind und nicht etwa „Verkünder von Wahrheit“, und von Konzepten wie „knowledge speaks to power“ oder „empty vessel“ Abstand zu nehmen. Sie sollten sich darum bemühen zu verstehen, wie sie selbst konditioniert sind durch kulturelle Konstruktionen, und dass die Wechselwirkung von Wissenschaft und Politik in einem Wettbewerb widerstreitender Wissensansprüche und Interessen stattfindet.</p><p>Ein erster Vergleich der Erfolge der Klimawissenschaft und der Epidemiologie in Deutschland führt zu der Hypothese, dass die Epidemiologie erfolgreicher war mit den Herausforderungen der Postnormalität umzugehen als die Klimaforschung.</p>
Copernicus GmbH
Title: Die Klimaforschung in der Postnormalität: zum Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft
Description:
<p>„Normale“ Wissenschaften wie die der historischen Sprachen oder der Astrophysik unterscheiden sich von Wissenschaften wie der Klimaforschung oder der Epidemiologie.
Abgesehen von technischen und methodischen Unterschieden besteht der Unterschied auch darin, das letztere unter „postnormalen“ Bedingungen arbeiten.
Von der Klimaforschung und der Epidemiologie verlangt die Gesellschaft klare und schnelle Antworten – aber nicht irgendwelche, sondern bestimmte Antworten.
Unter postnormalen Bedingungen funktioniert die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft anders als für „normale“ Wissenschaften.
Vielmehr besteht eine Tendenz, wonach es weniger auf wissenschaftliche Belastbarkeit und Methodik (wie durch die CUDOS – Normen dargestellt) ankommt bei der Produktion „guter“ Wissenschaft, sondern auf die Konsistenz mit den herrschenden kulturellen Konstruktionen und politischen Präferenzen.
Der soziale Prozess des Wissenschaffens verändert sich ebenfalls.
Einige wissenschaftliche Akteure werden zu politischen Akteuren.
Mediale Präsenz und politischer Einfluss bestimmen wissenschaftliche Anerkennung über Karrieren und Deutungshoheit.
Natürlich ist auch die Aufstellung von Forschungsprogrammen und der Wettbewerb der Ideen betroffen.
</p><p>In Anbetracht dieser Herausforderungen sollten Wissenschaftler sich darum bemühen zu akzeptieren, dass sie soziale Akteure sind und nicht etwa „Verkünder von Wahrheit“, und von Konzepten wie „knowledge speaks to power“ oder „empty vessel“ Abstand zu nehmen.
Sie sollten sich darum bemühen zu verstehen, wie sie selbst konditioniert sind durch kulturelle Konstruktionen, und dass die Wechselwirkung von Wissenschaft und Politik in einem Wettbewerb widerstreitender Wissensansprüche und Interessen stattfindet.
</p><p>Ein erster Vergleich der Erfolge der Klimawissenschaft und der Epidemiologie in Deutschland führt zu der Hypothese, dass die Epidemiologie erfolgreicher war mit den Herausforderungen der Postnormalität umzugehen als die Klimaforschung.
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