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Vom antiken Purgans zum modernen Laxans. “Qui bene purgat, bene curat!”

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AbstractDie Abführmittel haben in der Menschheitsgeschichte eine uralte Tradition. Schon in Altertum und Antike kannten die Heilkundigen eine Fülle mehr oder minder stark abführend wirkender Drogen wie das Rizinusöl, Tamarinden sowie Euphorbiaceen‐ und Convolvulaceenharze. Die Anthranoiddrogen Aloe, Rhabarber und Senna sind seit Hunderten von Jahren in der Pharmazie als Purganzien bzw. Laxanzien im Gebrauch und bis heute nicht aus unserem Arzneischatz wegzudenken. Nach der Entdeckung Amerikas bereicherten amerikanische Laxanzien wie die Faulbaumrinde, die Jalapenwurzel und Podophyllinum wenigstens zeitweilig die europäische Materia medica. Mit dem Aufkommen der Chemiatrie entdeckten die Heilkundigen zudem zahlreiche Salze wie das noch heute offizinelle Glaubersalz als wirksame Abführmittel. Im Kontext der Entwicklung der Phytochemie mit der Isolation und Identifizierung der wirksamen Inhaltsstoffe wie die verschiedenen Anthranoide verabreichte man bevorzugt Präparate aus den besser dosierbaren Reinsubstanzen. Zugleich entwickelte die Forschung anhand der nun bekannten Strukturen neue, synthetische Arzneistoffe, die industriell produziert werden konnten und bald den Arzneimittelmarkt eroberten. Vertreter dieser Phase sind Substanzen wie Phenolphthalein, Bisadocyl und Natriumpicosulfat. Von jeher zählen die Abführmittel zu den am meisten verwendeten Arzneien. Wenn der Apotheker heute auch kaum noch Laxanzien in seiner Offizin selbst bereitet und erst recht nicht die einst so beliebten Klistiere verabfolgt, ist er bei der fachkundigen, persönlichen Beratung und Abgabe auch dieser Arzneimittelgruppe eine unersetzliche Instanz geblieben.
Title: Vom antiken Purgans zum modernen Laxans. “Qui bene purgat, bene curat!”
Description:
AbstractDie Abführmittel haben in der Menschheitsgeschichte eine uralte Tradition.
Schon in Altertum und Antike kannten die Heilkundigen eine Fülle mehr oder minder stark abführend wirkender Drogen wie das Rizinusöl, Tamarinden sowie Euphorbiaceen‐ und Convolvulaceenharze.
Die Anthranoiddrogen Aloe, Rhabarber und Senna sind seit Hunderten von Jahren in der Pharmazie als Purganzien bzw.
Laxanzien im Gebrauch und bis heute nicht aus unserem Arzneischatz wegzudenken.
Nach der Entdeckung Amerikas bereicherten amerikanische Laxanzien wie die Faulbaumrinde, die Jalapenwurzel und Podophyllinum wenigstens zeitweilig die europäische Materia medica.
Mit dem Aufkommen der Chemiatrie entdeckten die Heilkundigen zudem zahlreiche Salze wie das noch heute offizinelle Glaubersalz als wirksame Abführmittel.
Im Kontext der Entwicklung der Phytochemie mit der Isolation und Identifizierung der wirksamen Inhaltsstoffe wie die verschiedenen Anthranoide verabreichte man bevorzugt Präparate aus den besser dosierbaren Reinsubstanzen.
Zugleich entwickelte die Forschung anhand der nun bekannten Strukturen neue, synthetische Arzneistoffe, die industriell produziert werden konnten und bald den Arzneimittelmarkt eroberten.
Vertreter dieser Phase sind Substanzen wie Phenolphthalein, Bisadocyl und Natriumpicosulfat.
Von jeher zählen die Abführmittel zu den am meisten verwendeten Arzneien.
Wenn der Apotheker heute auch kaum noch Laxanzien in seiner Offizin selbst bereitet und erst recht nicht die einst so beliebten Klistiere verabfolgt, ist er bei der fachkundigen, persönlichen Beratung und Abgabe auch dieser Arzneimittelgruppe eine unersetzliche Instanz geblieben.

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