Search engine for discovering works of Art, research articles, and books related to Art and Culture
ShareThis
Javascript must be enabled to continue!

Soziale Gerechtigkeit, Verantwortung und Würde

View through CrossRef
Nach liberaler Auffassung bezeichnet soziale Gerechtigkeit die moralische Intuition, dass die Lebensaussichten der Menschen von ihren eigenen Entscheidungen abhängen sollten, nicht aber von den sozialen Umständen, für die sie nichts können. Dieser grundlegende Gedanke hat eine Kehrseite: Soziale Ungleichheiten, die sich auf die freiwilligen Entscheidungen der Menschen zurückführen lassen, gelten als gerechtfertigt. Die Verantwortung des Wohlfahrtsstaats für die Bedingungen gleicher Freiheit findet in der Idee der primären Verantwortung der Person für das Gelingen ihres Lebens ihre Grenze. Die Frage, wie sie zu ziehen sei, ist freilich nicht nur Gegenstand politischer Kontroversen über die Zukunft des Sozialstaats, sondern auch in der philosophischen Debatte seit Rawls heftig umstritten. In seinem Buch unterscheidet Eckhard Romanus drei Kontexte sozialer Gerechtigkeit, in denen jeweils ein besonderes Gerechtigkeitsprinzip zur Anwendung gelangt: Chancengleichheit, Tausch- bzw. Kooperationsgerechtigkeit und soziale Sicherheit. Erst diese Unterscheidung ermöglicht ein kritisches Verständnis der Idee der Eigenverantwortung, die mehr sein soll als eine mythologische Rechtfertigung des ökonomischen Laissez-faire. Diese komplexe Konzeption sozialer Gerechtigkeit folgt aus dem Grundsatz des Respekts der Menschenwürde aller Gesellschaftsmitglieder. Gerechtigkeit richtet sich - so die grundlegende These - gegen solche Machtungleichheiten im sozioökonomischen Kontext, die die Menschen demütigen. Somit ist dieses Buch eine Verteidigung des Egalitarismus gegen seine Gegner. Romanus verteidigt eine egalitaristische Konzeption sozialer Gerechtigkeit, die durch drei Prinzipien gekennzeichnet ist: Chancengleichheit, Tauschgerechtigkeit und soziale Sicherheit. Erst die Unterscheidung der Kontexte dieser drei Gerechtigkeitsprinzipien, ermöglicht ein kritisches Verständnis der Idee der Eigenverantwortung, die den Liberalismus auszeichnet.
Verlag Karl Alber
Title: Soziale Gerechtigkeit, Verantwortung und Würde
Description:
Nach liberaler Auffassung bezeichnet soziale Gerechtigkeit die moralische Intuition, dass die Lebensaussichten der Menschen von ihren eigenen Entscheidungen abhängen sollten, nicht aber von den sozialen Umständen, für die sie nichts können.
Dieser grundlegende Gedanke hat eine Kehrseite: Soziale Ungleichheiten, die sich auf die freiwilligen Entscheidungen der Menschen zurückführen lassen, gelten als gerechtfertigt.
Die Verantwortung des Wohlfahrtsstaats für die Bedingungen gleicher Freiheit findet in der Idee der primären Verantwortung der Person für das Gelingen ihres Lebens ihre Grenze.
Die Frage, wie sie zu ziehen sei, ist freilich nicht nur Gegenstand politischer Kontroversen über die Zukunft des Sozialstaats, sondern auch in der philosophischen Debatte seit Rawls heftig umstritten.
In seinem Buch unterscheidet Eckhard Romanus drei Kontexte sozialer Gerechtigkeit, in denen jeweils ein besonderes Gerechtigkeitsprinzip zur Anwendung gelangt: Chancengleichheit, Tausch- bzw.
Kooperationsgerechtigkeit und soziale Sicherheit.
Erst diese Unterscheidung ermöglicht ein kritisches Verständnis der Idee der Eigenverantwortung, die mehr sein soll als eine mythologische Rechtfertigung des ökonomischen Laissez-faire.
Diese komplexe Konzeption sozialer Gerechtigkeit folgt aus dem Grundsatz des Respekts der Menschenwürde aller Gesellschaftsmitglieder.
Gerechtigkeit richtet sich - so die grundlegende These - gegen solche Machtungleichheiten im sozioökonomischen Kontext, die die Menschen demütigen.
Somit ist dieses Buch eine Verteidigung des Egalitarismus gegen seine Gegner.
Romanus verteidigt eine egalitaristische Konzeption sozialer Gerechtigkeit, die durch drei Prinzipien gekennzeichnet ist: Chancengleichheit, Tauschgerechtigkeit und soziale Sicherheit.
Erst die Unterscheidung der Kontexte dieser drei Gerechtigkeitsprinzipien, ermöglicht ein kritisches Verständnis der Idee der Eigenverantwortung, die den Liberalismus auszeichnet.

Related Results

Temporale Vulnerabilität
Temporale Vulnerabilität
Die australische Philosophin Janna Thompson (1942 – 2022) hat in einer Reihe von Schriften eine politische Ethik der intergenerationellen Gerechtigkeit entwickelt. Sie verbindet di...
'Doing Verantwortung' heißt: das Demokratische bilden
'Doing Verantwortung' heißt: das Demokratische bilden
Angesichts aktueller Gefährdungen demokratischer Herrschafts-, Gesellschafts- und Lebensweisen wird deutlich, dass gegenwärtige Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Probleme häu...
Spektroskopische Charakterisierung von Halbleiter-Quantenpunkten und deren Hybridsystemen
Spektroskopische Charakterisierung von Halbleiter-Quantenpunkten und deren Hybridsystemen
Im Rahmen dieser vorliegenden Thesis wurden verschiedene photosensitive Systeme anhand statischer und zeitaufgelöster optischer Spektroskopiemethoden charakterisiert. Das Hauptauge...
Verantwortung als Organisationsprinzip? Eine theoretische Vermessung
Verantwortung als Organisationsprinzip? Eine theoretische Vermessung
Verantwortung ist zwar ein in der Kommunikationspraxis vielfach behauptetes, in der wissenschaftstheoretischen Auseinandersetzung aber eher ‚unterbelichtetes‘ Phänomen. Während in ...
Konsummotive bei Konsumenten von amphetaminartigen Substanzen (ATS)
Konsummotive bei Konsumenten von amphetaminartigen Substanzen (ATS)
Die vorliegende Arbeit1 beschäftigt sich mit der systematischen Untersuchung der Motive, amphetaminartige Substanzen (amphetamine-type stimulants, kurz: ATS) zu konsumieren, und um...
Einführung in die Systemische Soziale Arbeit
Einführung in die Systemische Soziale Arbeit
Systemisch? Na klar! In weiten Teilen der Sozialen Arbeit gilt es mittlerweile als Zeichen von Qualität, systemisch zu arbeiten, da die Systemische Soziale Arbeit viele Vorteile bi...
Gerechtigkeit
Gerechtigkeit
Gerechtigkeit ist ein zentrales Thema des Nachdenkens über Gott, Welt und Mensch. Die Beiträge dieses Bandes behandeln aus rechtsgeschichtlicher, theologischer und religionswissens...
Lebensraum Internet: Jugendliche im Netz - Zehn Jahre Medienaneignung im Wandel
Lebensraum Internet: Jugendliche im Netz - Zehn Jahre Medienaneignung im Wandel
2003 Skype | 2004 Facebook | 2005 YouTube, StudiVZ | 2006 Twitter, MyVideo | 2007 iPhone, SchülerVZ, Dropbox | 2008 Android Betriebssystem | 2009 WhatsApp | 2010 iPad | 2011 Social...

Back to Top