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Marie Curie und ihr Laboratoire: Frauenförderung avant la lettre?
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Zusammenfassung
Hat Marie Curie Frauenforderung avant la lettre betrieben? Entscheidend scheint mir zu sein, dass sie Frauen die Möglichkeit geboten hat, wissenschaftlich zu arbeiten, sei es durch ein Stipendium finanziell abgesichert oder als travailleur libre. Sie hat ihnen ihr Labor geöffnet, einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt, ihnen neue Forschungsmethoden vermittelt und sie mit seltenen, teilweise sehr wertvollen radioaktiven Präparaten experimentieren lassen. Frauen konnten bei ihr eine Promotion anfertigen oder sich über die Kenntnis neuer Verfahren weiterqualifizieren. Da viele von ihnen Ausländerinnen waren, hat sie auf diesem Weg einen großen Beitrag zur Internationalisierung des Faches geleistet, hat Frauen wie Gleditsch den Aufbau einer radioaktiven Forschung in ihren Heimatländern geebnet. Sie hat so auch zu einem Netzwerk beigetragen, durch das Frauen sich gegenseitig unterstützen konnten. Sie hat ihnen die Erfahrungen eines Auslandsaufenthaltes, das Gespräch mit erfahrenen französischen Kollegen geboten. Und sie hat ihnen, nicht zuletzt, einen Aufenthalt in Paris geschenkt!
Dies scheint mir um so bemerkenswerter, als sie selbst als weithin sichtbare Frau in einer von Männern dominierten Wissenschaft sich in einer äußerst schwierigen Situation befand. Sie mußte vor allem um ihre eigene Reputation kämpfen, Kollegen und Studenten finden, die ihr die notwendige wissenschaftliche Unterstützung geben und den Ausbau ihres Labors fordern konnten. Sie hat ihren Erfolg gegen Anfeindungen, üble Nachreden und Verleumdungen verteidigt, internationale Kontakte ausgebaut und gepflegt und Frauen dadurch ein attraktives Rollenvorbild vermittelt. Aber erst seit sie im Ersten Weltkrieg die französische Armee mit den von ihr eingerichteten fahrbaren radiologischen Untersuchungswagen, den petits Curies, unterstützt hatte, wurde sie allmählich zu einer Ikone der französischen Wissenschaft, die heute in Umfragen unter den ersten Nennungen »Großer Franzosen« gleich hinter De Gaulle und Napoléon rangiert. 1996 wurde sie von »dem dankbaren Vaterland« in den patriotischen Olymp eingebürgert, als man sie in Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten François Mitterand und seines polnischen Kollegen Lech Walesa zusammen mit ihrem Mann Pierre in das Panthéon umbettete. Curie ist bis heute die einzige Frau, die dort wegen ihrer Verdienste liegt.
Title: Marie Curie und ihr Laboratoire: Frauenförderung avant la lettre?
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Zusammenfassung
Hat Marie Curie Frauenforderung avant la lettre betrieben? Entscheidend scheint mir zu sein, dass sie Frauen die Möglichkeit geboten hat, wissenschaftlich zu arbeiten, sei es durch ein Stipendium finanziell abgesichert oder als travailleur libre.
Sie hat ihnen ihr Labor geöffnet, einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt, ihnen neue Forschungsmethoden vermittelt und sie mit seltenen, teilweise sehr wertvollen radioaktiven Präparaten experimentieren lassen.
Frauen konnten bei ihr eine Promotion anfertigen oder sich über die Kenntnis neuer Verfahren weiterqualifizieren.
Da viele von ihnen Ausländerinnen waren, hat sie auf diesem Weg einen großen Beitrag zur Internationalisierung des Faches geleistet, hat Frauen wie Gleditsch den Aufbau einer radioaktiven Forschung in ihren Heimatländern geebnet.
Sie hat so auch zu einem Netzwerk beigetragen, durch das Frauen sich gegenseitig unterstützen konnten.
Sie hat ihnen die Erfahrungen eines Auslandsaufenthaltes, das Gespräch mit erfahrenen französischen Kollegen geboten.
Und sie hat ihnen, nicht zuletzt, einen Aufenthalt in Paris geschenkt!
Dies scheint mir um so bemerkenswerter, als sie selbst als weithin sichtbare Frau in einer von Männern dominierten Wissenschaft sich in einer äußerst schwierigen Situation befand.
Sie mußte vor allem um ihre eigene Reputation kämpfen, Kollegen und Studenten finden, die ihr die notwendige wissenschaftliche Unterstützung geben und den Ausbau ihres Labors fordern konnten.
Sie hat ihren Erfolg gegen Anfeindungen, üble Nachreden und Verleumdungen verteidigt, internationale Kontakte ausgebaut und gepflegt und Frauen dadurch ein attraktives Rollenvorbild vermittelt.
Aber erst seit sie im Ersten Weltkrieg die französische Armee mit den von ihr eingerichteten fahrbaren radiologischen Untersuchungswagen, den petits Curies, unterstützt hatte, wurde sie allmählich zu einer Ikone der französischen Wissenschaft, die heute in Umfragen unter den ersten Nennungen »Großer Franzosen« gleich hinter De Gaulle und Napoléon rangiert.
1996 wurde sie von »dem dankbaren Vaterland« in den patriotischen Olymp eingebürgert, als man sie in Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten François Mitterand und seines polnischen Kollegen Lech Walesa zusammen mit ihrem Mann Pierre in das Panthéon umbettete.
Curie ist bis heute die einzige Frau, die dort wegen ihrer Verdienste liegt.
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