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Terrae calcis

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Unter bodensystematischen Gesichtspunkten wurden 1953 kräftige, aus dem Kalklösungsrückstand von Carbonatgesteinen entwickelte Böden mit einem genetischen B‐Horizont von W. L. Kubiena zur Klasse der Terrae calcis zusammengefasst. In Deutschland werden derzeit zwei Bodentypen ausgewiesen: die – 1945 kreierte – Terra fusca und die schon länger bekannte Terra rossa. Erstere ist in fünf Subtypen untergliedert, letztere existiert nur als Subtyp Normterra rossa. Wie andere taxonomische Einheiten in der deutschen Bodensystematik fußen auch die Terrae calcis auf der genetisch‐evolutiven Idee Kubienas, dass eine intrinsisch wirkende, jedoch mileugebundene Kraft die kontinuierliche Entwicklung von Bodentypen steuere, welche in erdgeschichtlicher Dimension aber auch zu einer hohen typologischen Pedodiversität fähig sei. Die Terrae calcis spielen in dieser Entwicklungslehre eine wichtige Rolle und begründen damit ein Bodenklassfikationssystem, das es anderswo so nicht mehr gibt. Da dieses überwiegend mikropedologisch begründete Konzept langwährende Reliefstabilität voraussetzt und klimazyklisch bzw. anthropogen induzierte Abtragungs‐ und Aufschüttungsprozesse unberücksichtigt lässt, wird auf den bodenwirksamen, universalen Prozess der Fußflächenbildung oder der Pedimentation etwas ausführlicher eingegangen. Standardbeispiele aus Mittel‐ und Südeuropa sowie gesondert aus den nördlichen Kalkalpen erhellen einige physiko‐chemische Eigenschaften der Terrae calcis. Abschließend wird auf Terrae calcis in Deutschland eingegangen. Die Kommentierung moderner Bodenkarten ist auf das Hauptverbreitungsgebiet in SW‐Deutschland fokussiert. Weitere Einlassungen orientieren sich am Bundes‐Bodenschutzgesetz: Natürliche Funktionen von Terra fusca, Terrae calcis als Archiv der Naturgeschichte und Nutzungsfunktionen von Terrae calcis als Rohstofflagerstätte und als Standort für die landwirtschaftliche Nutzung sind die Themen.
Title: Terrae calcis
Description:
Unter bodensystematischen Gesichtspunkten wurden 1953 kräftige, aus dem Kalklösungsrückstand von Carbonatgesteinen entwickelte Böden mit einem genetischen B‐Horizont von W.
L.
Kubiena zur Klasse der Terrae calcis zusammengefasst.
In Deutschland werden derzeit zwei Bodentypen ausgewiesen: die – 1945 kreierte – Terra fusca und die schon länger bekannte Terra rossa.
Erstere ist in fünf Subtypen untergliedert, letztere existiert nur als Subtyp Normterra rossa.
Wie andere taxonomische Einheiten in der deutschen Bodensystematik fußen auch die Terrae calcis auf der genetisch‐evolutiven Idee Kubienas, dass eine intrinsisch wirkende, jedoch mileugebundene Kraft die kontinuierliche Entwicklung von Bodentypen steuere, welche in erdgeschichtlicher Dimension aber auch zu einer hohen typologischen Pedodiversität fähig sei.
Die Terrae calcis spielen in dieser Entwicklungslehre eine wichtige Rolle und begründen damit ein Bodenklassfikationssystem, das es anderswo so nicht mehr gibt.
Da dieses überwiegend mikropedologisch begründete Konzept langwährende Reliefstabilität voraussetzt und klimazyklisch bzw.
anthropogen induzierte Abtragungs‐ und Aufschüttungsprozesse unberücksichtigt lässt, wird auf den bodenwirksamen, universalen Prozess der Fußflächenbildung oder der Pedimentation etwas ausführlicher eingegangen.
Standardbeispiele aus Mittel‐ und Südeuropa sowie gesondert aus den nördlichen Kalkalpen erhellen einige physiko‐chemische Eigenschaften der Terrae calcis.
Abschließend wird auf Terrae calcis in Deutschland eingegangen.
Die Kommentierung moderner Bodenkarten ist auf das Hauptverbreitungsgebiet in SW‐Deutschland fokussiert.
Weitere Einlassungen orientieren sich am Bundes‐Bodenschutzgesetz: Natürliche Funktionen von Terra fusca, Terrae calcis als Archiv der Naturgeschichte und Nutzungsfunktionen von Terrae calcis als Rohstofflagerstätte und als Standort für die landwirtschaftliche Nutzung sind die Themen.

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