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Junge Erwachsene mit Krebs (AYA): Präferenzen und geschlechtsspezifische Unterschiede in der ambulanten psychosozialen Versorgung – Ergebnisse der AYA-LE Studie
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Zusammenfassung
Ziel der Studie Untersuchung der Präferenzen für einzelne ambulante
Themenschwerpunkte sowie der Wünsche bezüglich deren Umsetzung aus Sicht junger
Erwachsener mit Krebs (AYA=„adolescents and young adults“) in Deutschland.
Methodik 514 AYA wurden im Alter von 18–39 Jahren zweimal im Abstand von
12 Monaten (t1=unmittelbar nach der Akutbehandlung, t2=12 Monate nach Ende der
Akutbehandlung) zur ambulanten psychosozialen Versorgung befragt. Dabei wurden
Wichtigkeit und Zufriedenheit mit 6 ambulanten psychosozialen
Themenschwerpunkten, wie Angst, Auswirkungen der Erkrankung auf
Partnerschaft/Familie und soziales Umfeld, Zukunftsperspektiven, eigene
Bewältigungsmöglichkeiten, Sexualität und Kinderwunsch/Fruchtbarkeit sowie mit
sechs ambulanten psychosozialen Versorgungsangeboten erfasst. Die subjektive
Wichtigkeit und Zufriedenheit mit den Themen in der Versorgung und -angeboten
der AYA wurden mittels Varianz- und Moderatoranalysen untersucht.
Ergebnisse Am wichtigsten wurden die psychosozialen Themen berufliche
Zukunftsperspektiven (M=3,22, SD=1,56), eigene Bewältigungsmöglichkeiten
(M=3,52, SD=1,46) und soziale Auswirkungen (M=3,19, SD=1,54) für
Versorgungsangebote eingestuft. Die größten Unzufriedenheiten zeigten sich bei
den psychosozialen Themenschwerpunkten Sexualität (M=2,01, SD=1,59) und
Kinderwunsch/Fruchtbarkeit (M=2,08, SD=1,72). Die am häufigsten gewünschten
psychosozialen Versorgungsangebote waren Entspannungsverfahren (M=3,46, SD=1,36)
und psychologische Beratung (M=3,43, SD=1,46) zum Zeitpunkt t2. Weibliche AYA
bewerteten die Versorgungsangebote psychologische Beratung (F[1,199)=9,21,
p=0,003), soziale Beratung (F[1,221]=6,60, p=0,011), kreative Therapieangebote
(F[1,219]=21,74, p<0,001), Selbsthilfegruppen (F[1,215]=4,29, p=0,040),
Patientenschulungen (F[1,210]=6,96, p=0,009) und Entspannungsverfahren
(F[1,194]=23,68, p<0,001) signifikant wichtiger als männliche AYA.
Schlussfolgerungen AYA gaben Unzufriedenheiten mit einigen bestehenden
ambulanten Versorgungsangeboten an. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass
geschlechtsübergreifende und geschlechtsspezifische Versorgungswünsche von AYA
berücksichtigt werden müssen, um die ambulanten psychosozialen
Versorgungsangebote zu verbessern. Dabei sollten spezifische
AYA-Versorgungsangebote konzipiert und umgesetzt werden, welche die
Themenbereiche Sexualität, Kinderwunsch und Fruchtbarkeit abdecken. In der
ambulanten Praxis ist es wichtig, beteiligte Berufsgruppen hinischtlich
präferierter psychosozialer Themenschwerpunkte und -modalitäten zu
sensibilisieren. Zukünftige Forschungsarbeiten sollten Geschlechtsunterschiede
vertiefender untersuchen.
Title: Junge Erwachsene mit Krebs (AYA): Präferenzen und
geschlechtsspezifische Unterschiede in der ambulanten psychosozialen Versorgung
– Ergebnisse der AYA-LE Studie
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Zusammenfassung
Ziel der Studie Untersuchung der Präferenzen für einzelne ambulante
Themenschwerpunkte sowie der Wünsche bezüglich deren Umsetzung aus Sicht junger
Erwachsener mit Krebs (AYA=„adolescents and young adults“) in Deutschland.
Methodik 514 AYA wurden im Alter von 18–39 Jahren zweimal im Abstand von
12 Monaten (t1=unmittelbar nach der Akutbehandlung, t2=12 Monate nach Ende der
Akutbehandlung) zur ambulanten psychosozialen Versorgung befragt.
Dabei wurden
Wichtigkeit und Zufriedenheit mit 6 ambulanten psychosozialen
Themenschwerpunkten, wie Angst, Auswirkungen der Erkrankung auf
Partnerschaft/Familie und soziales Umfeld, Zukunftsperspektiven, eigene
Bewältigungsmöglichkeiten, Sexualität und Kinderwunsch/Fruchtbarkeit sowie mit
sechs ambulanten psychosozialen Versorgungsangeboten erfasst.
Die subjektive
Wichtigkeit und Zufriedenheit mit den Themen in der Versorgung und -angeboten
der AYA wurden mittels Varianz- und Moderatoranalysen untersucht.
Ergebnisse Am wichtigsten wurden die psychosozialen Themen berufliche
Zukunftsperspektiven (M=3,22, SD=1,56), eigene Bewältigungsmöglichkeiten
(M=3,52, SD=1,46) und soziale Auswirkungen (M=3,19, SD=1,54) für
Versorgungsangebote eingestuft.
Die größten Unzufriedenheiten zeigten sich bei
den psychosozialen Themenschwerpunkten Sexualität (M=2,01, SD=1,59) und
Kinderwunsch/Fruchtbarkeit (M=2,08, SD=1,72).
Die am häufigsten gewünschten
psychosozialen Versorgungsangebote waren Entspannungsverfahren (M=3,46, SD=1,36)
und psychologische Beratung (M=3,43, SD=1,46) zum Zeitpunkt t2.
Weibliche AYA
bewerteten die Versorgungsangebote psychologische Beratung (F[1,199)=9,21,
p=0,003), soziale Beratung (F[1,221]=6,60, p=0,011), kreative Therapieangebote
(F[1,219]=21,74, p<0,001), Selbsthilfegruppen (F[1,215]=4,29, p=0,040),
Patientenschulungen (F[1,210]=6,96, p=0,009) und Entspannungsverfahren
(F[1,194]=23,68, p<0,001) signifikant wichtiger als männliche AYA.
Schlussfolgerungen AYA gaben Unzufriedenheiten mit einigen bestehenden
ambulanten Versorgungsangeboten an.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass
geschlechtsübergreifende und geschlechtsspezifische Versorgungswünsche von AYA
berücksichtigt werden müssen, um die ambulanten psychosozialen
Versorgungsangebote zu verbessern.
Dabei sollten spezifische
AYA-Versorgungsangebote konzipiert und umgesetzt werden, welche die
Themenbereiche Sexualität, Kinderwunsch und Fruchtbarkeit abdecken.
In der
ambulanten Praxis ist es wichtig, beteiligte Berufsgruppen hinischtlich
präferierter psychosozialer Themenschwerpunkte und -modalitäten zu
sensibilisieren.
Zukünftige Forschungsarbeiten sollten Geschlechtsunterschiede
vertiefender untersuchen.
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