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Musil und die problematische Politik
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Der Artikel behandelt, von den späten Tagebucheintragungen ausgehend, Musils kritische Reflexion der Politik. Er will die These stärken, daß politische Fragestellungen einen erheblichen Anteil auch an der Konzeption des Romans «Der Mann ohne Eigenschaften» haben. Im ersten Teil wird vor allem Musils skeptische Haltung gegenüber dem Nationalismus unterstrichen, der ein Beispiel dafür sei, wie die konkrete politische Umsetzung ursprünglich emotiver Bedürfnisse fatale Konsequenzen hat. Gezeigt werden soll, wie Musils psychologische Argumentation auf die Trennung von Politik und einer anthropologisch fundierten Idee von geschlossener Ganzheit zielt. An einem intellektualistischen Geniebegriff orientiert, moniert er die zeitgenössischen ‘genialen’ politischen Führer, die Maßstäbe des Künstlerischen ins Politische übertragen hätten. In einem zweiten Teil wird diese Debatte in einer Auseinandersetzung mit Carl Schmitt noch verschärft und auf den Streit um einen Politikbegriff konzentriert, dessen Definition von der Ausnahmesituation des Kampfes ausgeht. In diesem Politikverständnis entdeckt Musil einen Rationalismus, der seinem existenzialistischen Ursprung nicht entkommt. Zu erkennen wäre, daß Musil seine literarische Theorie einer suggestiv wirkenden Gleichnissprache aueh im Gegenzug zu einer bei Schmitt exemplarisch vorfindlichen juristischen Begrifflichkeit entwickelt, die hinsichtlich der gesellschaftlichen Wirklichkeit eine direkte Einwirkung bezweckt.
Title: Musil und die problematische Politik
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Der Artikel behandelt, von den späten Tagebucheintragungen ausgehend, Musils kritische Reflexion der Politik.
Er will die These stärken, daß politische Fragestellungen einen erheblichen Anteil auch an der Konzeption des Romans «Der Mann ohne Eigenschaften» haben.
Im ersten Teil wird vor allem Musils skeptische Haltung gegenüber dem Nationalismus unterstrichen, der ein Beispiel dafür sei, wie die konkrete politische Umsetzung ursprünglich emotiver Bedürfnisse fatale Konsequenzen hat.
Gezeigt werden soll, wie Musils psychologische Argumentation auf die Trennung von Politik und einer anthropologisch fundierten Idee von geschlossener Ganzheit zielt.
An einem intellektualistischen Geniebegriff orientiert, moniert er die zeitgenössischen ‘genialen’ politischen Führer, die Maßstäbe des Künstlerischen ins Politische übertragen hätten.
In einem zweiten Teil wird diese Debatte in einer Auseinandersetzung mit Carl Schmitt noch verschärft und auf den Streit um einen Politikbegriff konzentriert, dessen Definition von der Ausnahmesituation des Kampfes ausgeht.
In diesem Politikverständnis entdeckt Musil einen Rationalismus, der seinem existenzialistischen Ursprung nicht entkommt.
Zu erkennen wäre, daß Musil seine literarische Theorie einer suggestiv wirkenden Gleichnissprache aueh im Gegenzug zu einer bei Schmitt exemplarisch vorfindlichen juristischen Begrifflichkeit entwickelt, die hinsichtlich der gesellschaftlichen Wirklichkeit eine direkte Einwirkung bezweckt.
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