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Quantitative Analyse der Krebsentstehung

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In quantitativen Versuchen an 700 Ratten mit dem krebserregenden Farbstoff „Buttergelb" ergaben sich folgende Beziehungen zwischen der Dosis und der Wirkung: 1. Die Latenzzeit bis zum Auftreten der ersten Lebergeschwülste ist eine einfache Funktion der täglich gegebenen Dosis. 2. Zur Geschwulsterzeugung ist eine bestimmte Gesamtdosis „Buttergelb“ erforderlich, ohne Rücksicht darauf, über welche Zeit sie zwischen 34 Tagen und einem Jahr verteilt wird. Die Latenzzeit ist in diesem Bereich der Höhe der täglichen Dosis umgekehrt proportional. 3. Bei längerer Versuchsdauer, die sich über die ganze Lebenszeit der Ratten erstreckt, genügt sogar eine kleinere Gesamtdosis. Das deutet auf eine Zunahme der Krebs-Disposition im Alter hin. 4. Die Größe der zur Krebsauslösung notwendigen Gesamtdosis „Buttergelb“ kann als Maß für die Größe der vorhandenen Krebsdisposition dienen. 5. Die Streuung der Versuchsergebnisse ist mit nicht mehr als 10% auffällig gering. Daraus ergibt sich die Folgerung, daß zum Geschwulstwachstum eine Mindestzahl von erzeugten Krebszellen vorhanden sein muß. 6. Die Effekte auch der kleinsten Einzeldosen bleiben bei diesem Farbstoff über die ganze Lebenszeit der Ratten voll summationsfähig bestehen. 7. Da in dieser Zeit häufig Zellteilungen stattgefunden haben, müssen die gesetzten Effekte auf die Tochterzellen übertragen worden sein. Die Zellbestandteile, an denen die cancerogene Wirkung ansetzt, haben also die Fähigkeit zur Selbstproduktion, d. h. der Effekt ist erblich. 8. Nach den vorliegenden Ergebnissen bestehen zwischen krebsiger Entartung und genetischer „Mutation“ zumindest quantitative Unterschiede. 9. Der einfache reaktionskinetische Ansatz erweist sich für die Wirkung cancerogener Agenzien auf den fraglichen Zellbestandteil anwendbar. Er erklärt eine Reihe bisher unerklärbarer Phänomene zwanglos und führt zu weiteren klaren Problemstellungen. 10. Die „Treffertheorie“ wird auf den gleichen reaktionskinetischen Ansatz zurückgeführt. 11. Die krebserzeugende Wirkung unterliegt genau so bekannten physikalisch-chemischen Gesetzmäßigkeiten wie jede andere Wirkung auch. 12. Der Farbstoff „Buttergelb“ ist bei dauernder Zufuhr auch in kleinsten Dosen schädlich und deshalb als Lebensmittelfarbstoff abzulehnen.
Title: Quantitative Analyse der Krebsentstehung
Description:
In quantitativen Versuchen an 700 Ratten mit dem krebserregenden Farbstoff „Buttergelb" ergaben sich folgende Beziehungen zwischen der Dosis und der Wirkung: 1.
Die Latenzzeit bis zum Auftreten der ersten Lebergeschwülste ist eine einfache Funktion der täglich gegebenen Dosis.
2.
Zur Geschwulsterzeugung ist eine bestimmte Gesamtdosis „Buttergelb“ erforderlich, ohne Rücksicht darauf, über welche Zeit sie zwischen 34 Tagen und einem Jahr verteilt wird.
Die Latenzzeit ist in diesem Bereich der Höhe der täglichen Dosis umgekehrt proportional.
3.
Bei längerer Versuchsdauer, die sich über die ganze Lebenszeit der Ratten erstreckt, genügt sogar eine kleinere Gesamtdosis.
Das deutet auf eine Zunahme der Krebs-Disposition im Alter hin.
4.
Die Größe der zur Krebsauslösung notwendigen Gesamtdosis „Buttergelb“ kann als Maß für die Größe der vorhandenen Krebsdisposition dienen.
5.
Die Streuung der Versuchsergebnisse ist mit nicht mehr als 10% auffällig gering.
Daraus ergibt sich die Folgerung, daß zum Geschwulstwachstum eine Mindestzahl von erzeugten Krebszellen vorhanden sein muß.
6.
Die Effekte auch der kleinsten Einzeldosen bleiben bei diesem Farbstoff über die ganze Lebenszeit der Ratten voll summationsfähig bestehen.
7.
Da in dieser Zeit häufig Zellteilungen stattgefunden haben, müssen die gesetzten Effekte auf die Tochterzellen übertragen worden sein.
Die Zellbestandteile, an denen die cancerogene Wirkung ansetzt, haben also die Fähigkeit zur Selbstproduktion, d.
h.
der Effekt ist erblich.
8.
Nach den vorliegenden Ergebnissen bestehen zwischen krebsiger Entartung und genetischer „Mutation“ zumindest quantitative Unterschiede.
9.
Der einfache reaktionskinetische Ansatz erweist sich für die Wirkung cancerogener Agenzien auf den fraglichen Zellbestandteil anwendbar.
Er erklärt eine Reihe bisher unerklärbarer Phänomene zwanglos und führt zu weiteren klaren Problemstellungen.
10.
Die „Treffertheorie“ wird auf den gleichen reaktionskinetischen Ansatz zurückgeführt.
11.
Die krebserzeugende Wirkung unterliegt genau so bekannten physikalisch-chemischen Gesetzmäßigkeiten wie jede andere Wirkung auch.
12.
Der Farbstoff „Buttergelb“ ist bei dauernder Zufuhr auch in kleinsten Dosen schädlich und deshalb als Lebensmittelfarbstoff abzulehnen.

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