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Verstärkt algorithmische Arbeitssteuerung Ungleichheiten in Arbeitsautonomie?
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Algorithmische Technologien zur Koordination und Steuerung von Arbeitstätigkeiten ermöglichen es, Managementaufgaben, die beispielsweise bisher durch Vorgesetzte ausgeführt wurden, vermehrt zu automatisieren. Inwiefern algorithmische Arbeitssteuerung lediglich bisherige Arbeitsanweisungen oder Zielvorgaben durch Vorgesetzte oder das Management ersetzt, oder, ob sie die Wahrnehmung der Arbeitsautonomie von Beschäftigten grundlegend verändert, wird kontrovers diskutiert. Ziel dieses Beitrages ist es, diesen Fragen nachzugehen, und insbesondere, ob und inwiefern algorithmische Arbeitssteuerung dazu beiträgt, bestehende Ungleichheitsstrukturen in Arbeitsautonomie, in denen Beschäftigte umso mehr Arbeitsautonomie wahrnehmen, je höher deren Berufsstatus ist, zuzuspitzen oder grundlegend zu verändern. Die Ergebnisse auf Basis von Linked-Employer-Employee-Daten mit 5.138 Beschäftigten aus 160 großen deutschen Arbeitsorganisationen zeigen, dass nur Beschäftigte, die tägliche algorithmische Arbeitsanweisungen erhalten, geringere Autonomiespielräume wahrnehmen als Beschäftigte, die diese Anweisungen nicht erhalten. Dies gilt für alle Berufsstatusgruppen in gleicher Weise. Jedoch nimmt im Sinne des ungleichheitsgenerierenden Mechanismus der Chancenhortung, die Wahrscheinlichkeit, täglich automatisch generierte Arbeitsanweisungen zu erhalten, in höheren Berufsstatusgruppen ab. Im Vergleich von Arbeitsorganisationen zeigt sich, dass Ungleichheiten in Arbeitsautonomie, in denen Autonomiespielräume umso größer sind, je höher der Berufsstatus der Beschäftigten ist, mit zunehmender Verbreitung algorithmischer Arbeitsanweisungen in Arbeitsorganisationen größer ausfallen, aber nicht polarisieren.
Title: Verstärkt algorithmische Arbeitssteuerung Ungleichheiten in Arbeitsautonomie?
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Algorithmische Technologien zur Koordination und Steuerung von Arbeitstätigkeiten ermöglichen es, Managementaufgaben, die beispielsweise bisher durch Vorgesetzte ausgeführt wurden, vermehrt zu automatisieren.
Inwiefern algorithmische Arbeitssteuerung lediglich bisherige Arbeitsanweisungen oder Zielvorgaben durch Vorgesetzte oder das Management ersetzt, oder, ob sie die Wahrnehmung der Arbeitsautonomie von Beschäftigten grundlegend verändert, wird kontrovers diskutiert.
Ziel dieses Beitrages ist es, diesen Fragen nachzugehen, und insbesondere, ob und inwiefern algorithmische Arbeitssteuerung dazu beiträgt, bestehende Ungleichheitsstrukturen in Arbeitsautonomie, in denen Beschäftigte umso mehr Arbeitsautonomie wahrnehmen, je höher deren Berufsstatus ist, zuzuspitzen oder grundlegend zu verändern.
Die Ergebnisse auf Basis von Linked-Employer-Employee-Daten mit 5.
138 Beschäftigten aus 160 großen deutschen Arbeitsorganisationen zeigen, dass nur Beschäftigte, die tägliche algorithmische Arbeitsanweisungen erhalten, geringere Autonomiespielräume wahrnehmen als Beschäftigte, die diese Anweisungen nicht erhalten.
Dies gilt für alle Berufsstatusgruppen in gleicher Weise.
Jedoch nimmt im Sinne des ungleichheitsgenerierenden Mechanismus der Chancenhortung, die Wahrscheinlichkeit, täglich automatisch generierte Arbeitsanweisungen zu erhalten, in höheren Berufsstatusgruppen ab.
Im Vergleich von Arbeitsorganisationen zeigt sich, dass Ungleichheiten in Arbeitsautonomie, in denen Autonomiespielräume umso größer sind, je höher der Berufsstatus der Beschäftigten ist, mit zunehmender Verbreitung algorithmischer Arbeitsanweisungen in Arbeitsorganisationen größer ausfallen, aber nicht polarisieren.
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