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Schilddrüse und Schwangerschaft

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Zusammenfassung Physiologische Anpassungen der Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft Die Schwangerschaft hat umfangreiche physiologische Auswirkungen auf die Schilddrüse und den Schilddrüsenhormonstoffwechsel. Dies muss bei der Beurteilung der Schilddrüsenlaborparameter unter Beachtung trimenonspezifischer Referenzbereiche sowie bei der Indikationsstellung für den Beginn einer Therapie berücksichtigt werden. Schilddrüsen-Autoantikörper-positive euthyreote Schwangere Die Auswirkungen subklinischer Schilddrüsenfunktionsstörungen und/oder positiver Schilddrüsen-Autoantikörper auf die werdende Mutter sowie den Embryo/Feten werden weiterhin kontrovers diskutiert. Bei euthyreoten Schwangeren mit positiven Schilddrüsen-Autoantikörpern kann eine Levothyroxin (LT4)-Substitution, insbesondere bei Abortrezidiven, diskutiert werden. Subklinische Hypothyreose Die Kombination aus erhöhten Thyreoperoxidase-Antikörpern (TPO-AK) und einer subklinischen Hypothyreose scheint das Risiko für schwangerschaftsassoziierte Komplikationen zu erhöhen, weshalb bei subklinischer Hypothyreose auch unter Berücksichtigung des TPO-AK-Status individuell, jedoch insgesamt großzügig, die Indikation zur LT4-Substitution gestellt wird. Bei einer Substitutionstherapie sollte aber nach der Schwangerschaft die Situation neu evaluiert werden, da viele Mütter keine dauerhafte Schilddrüsenhormongabe benötigen. Manifeste Hypothyreose Die manifeste Hypothyreose ist immer eine klare Indikation für eine rasche LT4-Gabe mit dem Ziel, möglichst zügig eine Euthyreose zu erreichen. Hyperthyreose Die häufig im 1. Trimenon auftretende – physiologische, durch humanes Choriongonadotropin (hCG) vermittelte – passagere Verminderung bis hin zur Suppression des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) stellt keine Indikation für Thyreostatika dar. Bei anderen Formen der manifesten Hyperthyreose muss die Indikation für eine thyreostatische Medikation (Propylthiouracil oder Thionamide) in der Schwangerschaft aufgrund von möglichen teratogenen Effekten sowie der Gefahr der Induktion einer hypothyreoten Stoffwechsellage beim Feten sehr streng sowie trimenonspezifisch gestellt werden und erfordert ein interdisziplinäres Management.
Title: Schilddrüse und Schwangerschaft
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Zusammenfassung Physiologische Anpassungen der Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft Die Schwangerschaft hat umfangreiche physiologische Auswirkungen auf die Schilddrüse und den Schilddrüsenhormonstoffwechsel.
Dies muss bei der Beurteilung der Schilddrüsenlaborparameter unter Beachtung trimenonspezifischer Referenzbereiche sowie bei der Indikationsstellung für den Beginn einer Therapie berücksichtigt werden.
Schilddrüsen-Autoantikörper-positive euthyreote Schwangere Die Auswirkungen subklinischer Schilddrüsenfunktionsstörungen und/oder positiver Schilddrüsen-Autoantikörper auf die werdende Mutter sowie den Embryo/Feten werden weiterhin kontrovers diskutiert.
Bei euthyreoten Schwangeren mit positiven Schilddrüsen-Autoantikörpern kann eine Levothyroxin (LT4)-Substitution, insbesondere bei Abortrezidiven, diskutiert werden.
Subklinische Hypothyreose Die Kombination aus erhöhten Thyreoperoxidase-Antikörpern (TPO-AK) und einer subklinischen Hypothyreose scheint das Risiko für schwangerschaftsassoziierte Komplikationen zu erhöhen, weshalb bei subklinischer Hypothyreose auch unter Berücksichtigung des TPO-AK-Status individuell, jedoch insgesamt großzügig, die Indikation zur LT4-Substitution gestellt wird.
Bei einer Substitutionstherapie sollte aber nach der Schwangerschaft die Situation neu evaluiert werden, da viele Mütter keine dauerhafte Schilddrüsenhormongabe benötigen.
Manifeste Hypothyreose Die manifeste Hypothyreose ist immer eine klare Indikation für eine rasche LT4-Gabe mit dem Ziel, möglichst zügig eine Euthyreose zu erreichen.
Hyperthyreose Die häufig im 1.
Trimenon auftretende – physiologische, durch humanes Choriongonadotropin (hCG) vermittelte – passagere Verminderung bis hin zur Suppression des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) stellt keine Indikation für Thyreostatika dar.
Bei anderen Formen der manifesten Hyperthyreose muss die Indikation für eine thyreostatische Medikation (Propylthiouracil oder Thionamide) in der Schwangerschaft aufgrund von möglichen teratogenen Effekten sowie der Gefahr der Induktion einer hypothyreoten Stoffwechsellage beim Feten sehr streng sowie trimenonspezifisch gestellt werden und erfordert ein interdisziplinäres Management.

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