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Medulläres Schilddrüsenkarzinom
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Zusammenfassung
Diagnose und Prognose Calcitonin ist ein sensitiver und spezifischer Tumormarker zur Früherkennung und Verlaufskontrolle des MTC. Daneben kommt dem Ultraschall der Schilddrüse eine entscheidende Rolle zu.
Rolle des RET-Proto-Onkogens Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) nimmt seinen Ursprung aus den parafollikulären calcitoninproduzierenden C-Zellen. Es macht nur ca. 3–8% aller Schilddrüsenkarzinome aus. Aktivierende Mutationen im RET (rearranged during transfection)-Gen liegen bei etwa 25% der Patienten in der Keimbahn vor, werden aber auch beim sporadischen MTC als somatische Mutationen in ca. 60% der Fälle beobachtet. Bei metastasierter Erkrankung findet sich in 90% eine RET-Mutation. RET-Mutationen gelten als Treibermutationen und schließen weitere Treibermutationen weitestgehend aus. Seltener sind somatische Mutationen der RAS-Gene.
Chirurgische Therapie Die chirurgische Resektion ist bis heute der einzige kurative Therapieansatz. Entscheidend für eine frühzeitige Diagnosestellung ist die Bestimmung des Serum-Calcitonins bei Nachweis von Schilddrüsenknoten. Die chirurgische Therapie steht auch bei der Behandlung lokoregionärer Rezidive oder lokal angehbarer Metastasen im Zentrum.
Systemtherapie Bei irresektabel fortgeschrittener und
progredienter Erkrankung mit signifikanter Tumorlast kann eine systemische Therapie
erforderlich werden. Neuerdings ist die Kenntnis einer RET-Mutation im Tumorgewebe
therapeutisch relevant, da mit dem selektiven RET-Inhibitor Selpercatinib eine neue, effektive
und gut verträgliche Systemtherapien zur Verfügung steht. Dieser ist inzwischen wie bisher nur
die Multityrosinkinaseinhibitoren Cabozantinib und Vandetanib als Erstlinientherapie des
fortgeschrittenen MTC zugelassen. Vandetanib darf ebenfalls nur noch bei Patienten mit
RET-Mutation angewendet werden.
Georg Thieme Verlag KG
Title: Medulläres Schilddrüsenkarzinom
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Zusammenfassung
Diagnose und Prognose Calcitonin ist ein sensitiver und spezifischer Tumormarker zur Früherkennung und Verlaufskontrolle des MTC.
Daneben kommt dem Ultraschall der Schilddrüse eine entscheidende Rolle zu.
Rolle des RET-Proto-Onkogens Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) nimmt seinen Ursprung aus den parafollikulären calcitoninproduzierenden C-Zellen.
Es macht nur ca.
3–8% aller Schilddrüsenkarzinome aus.
Aktivierende Mutationen im RET (rearranged during transfection)-Gen liegen bei etwa 25% der Patienten in der Keimbahn vor, werden aber auch beim sporadischen MTC als somatische Mutationen in ca.
60% der Fälle beobachtet.
Bei metastasierter Erkrankung findet sich in 90% eine RET-Mutation.
RET-Mutationen gelten als Treibermutationen und schließen weitere Treibermutationen weitestgehend aus.
Seltener sind somatische Mutationen der RAS-Gene.
Chirurgische Therapie Die chirurgische Resektion ist bis heute der einzige kurative Therapieansatz.
Entscheidend für eine frühzeitige Diagnosestellung ist die Bestimmung des Serum-Calcitonins bei Nachweis von Schilddrüsenknoten.
Die chirurgische Therapie steht auch bei der Behandlung lokoregionärer Rezidive oder lokal angehbarer Metastasen im Zentrum.
Systemtherapie Bei irresektabel fortgeschrittener und
progredienter Erkrankung mit signifikanter Tumorlast kann eine systemische Therapie
erforderlich werden.
Neuerdings ist die Kenntnis einer RET-Mutation im Tumorgewebe
therapeutisch relevant, da mit dem selektiven RET-Inhibitor Selpercatinib eine neue, effektive
und gut verträgliche Systemtherapien zur Verfügung steht.
Dieser ist inzwischen wie bisher nur
die Multityrosinkinaseinhibitoren Cabozantinib und Vandetanib als Erstlinientherapie des
fortgeschrittenen MTC zugelassen.
Vandetanib darf ebenfalls nur noch bei Patienten mit
RET-Mutation angewendet werden.
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