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Der gemeine Feind der Menschlichkeit. Acht und Bann in Schillers Wallenstein

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Abstract Der Beitrag untersucht konkurrierende Dynamiken gesellschaftlichen Ausschlusses in Schillers Wallenstein, indem er eine Formulierung aus einer Selbstanklage Wallensteins ins Zentrum der Lektüre rückt. Wallenstein spricht von sich selbst dort als dem ,,gemeinen Feind der Menschlichkeit“. Erstmals wird hier der diskursgeschichtliche Kontext dieser Wendung aufgezeigt. Es handelt sich um eine naturrechtliche Kategorie, die unter dem Namen hostis humani generis auf eine große Bandbreite von sich dem rechtlichen Zugriff entziehenden Akteuren angewandt worden ist. Der durch Wallenstein aufgerufene naturrechtliche Diskurs wird in ein interpretatives Argument integriert: Der ,,gemeine Feind der Menschlichkeit“ erhält seine Bedeutung für die Trilogie durch einen Kontrast mit einer staatlichen Ausschlussstrategie. In ihm wird ein Bann gedacht, der über den souveränen Machtbereich, den die kaiserliche Reichsacht in der Trilogie festigen soll, hinausweist: auf einen negativ-unbestimmten Begriff menschlicher Gemeinschaft.
Peter Lang, International Academic Publishers
Title: Der gemeine Feind der Menschlichkeit. Acht und Bann in Schillers Wallenstein
Description:
Abstract Der Beitrag untersucht konkurrierende Dynamiken gesellschaftlichen Ausschlusses in Schillers Wallenstein, indem er eine Formulierung aus einer Selbstanklage Wallensteins ins Zentrum der Lektüre rückt.
Wallenstein spricht von sich selbst dort als dem ,,gemeinen Feind der Menschlichkeit“.
Erstmals wird hier der diskursgeschichtliche Kontext dieser Wendung aufgezeigt.
Es handelt sich um eine naturrechtliche Kategorie, die unter dem Namen hostis humani generis auf eine große Bandbreite von sich dem rechtlichen Zugriff entziehenden Akteuren angewandt worden ist.
Der durch Wallenstein aufgerufene naturrechtliche Diskurs wird in ein interpretatives Argument integriert: Der ,,gemeine Feind der Menschlichkeit“ erhält seine Bedeutung für die Trilogie durch einen Kontrast mit einer staatlichen Ausschlussstrategie.
In ihm wird ein Bann gedacht, der über den souveränen Machtbereich, den die kaiserliche Reichsacht in der Trilogie festigen soll, hinausweist: auf einen negativ-unbestimmten Begriff menschlicher Gemeinschaft.

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