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Perspektivenverschränkung
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Zusammenfassung. Hintergrund: Autismus bleibt oft bis ins Erwachsenenalter unerkannt, sowohl bei Menschen mit als auch ohne zusätzliche Intelligenzminderung (IM). Daraus erwächst ein über das Kindes- und Jugendalter hinausgehender Bedarf nach diagnostischen Standards. Ziel dieser Studie ist die Entwicklung und Überprüfung eines multiprofessionellen Ansatzes zur Abklärung eines Autismusverdachts im Erwachsenenalter bei Menschen mit IM. Methodik. Eine wöchentliche, multiprofessionelle Konsensuskonferenz wurde 2008 zur klinischen Autismusabklärung bei Erwachsenen mit IM etabliert. Das Vorgehen sowie der diagnostische Beitrag der beteiligten Berufsgruppen wurden mittels eines Fragebogens evaluiert. Die Relevanz der umfassenden Autismusdiagnostik wurde konsekutiv von 1/2010 bis 12/2015 bei N = 274 Patienten anhand der Neudiagnosen überprüft. Ergebnisse. Durch die Integration von Pflegekräften, Pädagogen sowie Ergo- und Kreativtherapeuten in den diagnostischen Prozess resultierte ein umfassendes Bild diagnostisch relevanter Informationen. Wichtige Merkmale der Konsensuskonferenz waren der interdisziplinäre Austausch, Verbesserung des Informationsflusses sowie Qualitäts- und Fortbildungsaspekte. In 153 (56%) der untersuchten Fälle erfolgte eine Neudiagnose, von denen bei 149 Patienten (54%) erstmalig ein zusätzlicher Autismus identifiziert wurde. In 4 Fällen wurde eine vorbestehende Autismusdiagnose revidiert. Schlussfolgerung. Durch intersubjektiven Abgleich verschiedener Methoden und Personen kann die Autismusdiagnostik bei Erwachsenen mit IM auf eine objektivere Basis gestellt werden. Die Einführung multiprofessioneller Fallkonferenzen dient der Qualitätssicherung und steigert Wissen und Kompetenzen von Mitarbeitern.
Title: Perspektivenverschränkung
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Zusammenfassung.
Hintergrund: Autismus bleibt oft bis ins Erwachsenenalter unerkannt, sowohl bei Menschen mit als auch ohne zusätzliche Intelligenzminderung (IM).
Daraus erwächst ein über das Kindes- und Jugendalter hinausgehender Bedarf nach diagnostischen Standards.
Ziel dieser Studie ist die Entwicklung und Überprüfung eines multiprofessionellen Ansatzes zur Abklärung eines Autismusverdachts im Erwachsenenalter bei Menschen mit IM.
Methodik.
Eine wöchentliche, multiprofessionelle Konsensuskonferenz wurde 2008 zur klinischen Autismusabklärung bei Erwachsenen mit IM etabliert.
Das Vorgehen sowie der diagnostische Beitrag der beteiligten Berufsgruppen wurden mittels eines Fragebogens evaluiert.
Die Relevanz der umfassenden Autismusdiagnostik wurde konsekutiv von 1/2010 bis 12/2015 bei N = 274 Patienten anhand der Neudiagnosen überprüft.
Ergebnisse.
Durch die Integration von Pflegekräften, Pädagogen sowie Ergo- und Kreativtherapeuten in den diagnostischen Prozess resultierte ein umfassendes Bild diagnostisch relevanter Informationen.
Wichtige Merkmale der Konsensuskonferenz waren der interdisziplinäre Austausch, Verbesserung des Informationsflusses sowie Qualitäts- und Fortbildungsaspekte.
In 153 (56%) der untersuchten Fälle erfolgte eine Neudiagnose, von denen bei 149 Patienten (54%) erstmalig ein zusätzlicher Autismus identifiziert wurde.
In 4 Fällen wurde eine vorbestehende Autismusdiagnose revidiert.
Schlussfolgerung.
Durch intersubjektiven Abgleich verschiedener Methoden und Personen kann die Autismusdiagnostik bei Erwachsenen mit IM auf eine objektivere Basis gestellt werden.
Die Einführung multiprofessioneller Fallkonferenzen dient der Qualitätssicherung und steigert Wissen und Kompetenzen von Mitarbeitern.

