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Konsummotive bei Konsumenten von amphetaminartigen Substanzen (ATS)
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Die vorliegende Arbeit1 beschäftigt sich mit der systematischen Untersuchung der Motive, amphetaminartige Substanzen (amphetamine-type stimulants, kurz: ATS) zu konsumieren, und umfasst folgende Veröffentlichungen: Thurn, D., Kuntsche, E., Weber, J. A. & Wolstein, J. (2017). Development and Validation of the Amphetamine-Type Stimulants Motive Questionnaire in a Clinical Population. Frontiers in psychiatry, 8, 183. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2017.00183 Thurn, D. & Wolstein, J. (2020). Erhebung der Motive für den Konsum amphetaminartiger Substanzen anhand von Mind Maps. Suchttherapie, 21 (01), 43–50. https://doi.org/10.1055/a-0858-1700 Thurn, D., Riedner, A. & Wolstein, J. (2020). Use Motives of Patients with Amphetamine- Type Stimulants Use Disorder and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. European Addiction Research, 1-9. https://doi.org/10.1159/000508871 Leitfrage der ersten Veröffentlichung war, ob Motive für den Konsum amphetaminartiger Substanzen auf Grundlage des Motivational Model of Alcohol Use (Cox & Klinger, 1988; Cox & Klinger, 1990) mit seinen vier Dimensionen Verstärkungs- soziale, Bewältigungs- und Konformitätsmotive erhoben werden können. Der Amphetamine-Type Stimulants Motive Questionnaire (AMQ) wurde für den ersten und letzten Monat des Konsums sowie für die Subgruppen Geschlecht und Alter erfolgreich validiert. Analysen der Mittelwertsunterschiede ergaben, dass Männer häufiger aus Verstärkungsmotiven heraus amphetaminartige Substanzen konsumieren als Frauen (für den ersten und letzten Monat des Konsums). Es konnten keine Unterschiede zwischen jüngeren (= 30 Jahre) und älteren Konsumenten (> 30 Jahre) hinsichtlich der Konsummotive gefunden werden. Die Überprüfung der konkurrenten Validität ergab, dass sowohl Bewältigungsmotive (im ersten und letzten Monat des Konsums) als auch soziale Motive (im letzten Monat des Konsums) signifikant positiv mit der Konsumhäufigkeit im Zusammenhang stehen. Dies bedeutet, dass diejenigen Klienten, die beispielsweise aus Bewältigungsmotiven heraus amphetaminartige Substanzen konsumieren, diese auch häufiger konsumieren. In der zweiten Veröffentlichung wurde anhand einer Qualitativen Inhaltsanalyse untersucht, ob sich Motive für den Konsum amphetaminartiger Substanzen auch anhand von Mind Maps erheben lassen. Hierfür wurde ein Kategoriensystem auf Grundlage des Motivational Model of Alcohol Use (Cox & Klinger, 1988; Cox & Klinger, 1990) mit seinen vier Dimensionen Verstärkungs- soziale, Bewältigungs- und Konformitätsmotive entwickelt. Die Konsummotive, die von den Studienteilnehmern in ihren Mind Maps genannt wurden, konnten zum einen vollständig den Kategorien des Kategoriensystems zugeordnet werden und zum anderen lag die Übereinstimmung der sechs unabhängigen Rater (Interrater-Reliabilität) bei einem Krippendorff’s Alpha von 0,87. Es zeigte sich wiederum, dass zu Beginn des Konsums insbesondere Verstärkungsmotive (v. a. Neugierde / Interesse / Reiz, Spaß / Kick / Rausch usw.) und im letzten Monat des Konsums insbesondere Bewältigungsmotive (v. a. Verdrängung, Leistungssteigerung /-fähigkeit usw.) im Fokus standen. Frauen konsumierten im ersten Monat ihres Konsums zudem stärker aus Konformitätsmotiven heraus als Männer, ältere Konsumenten im letzten Monat des Konsums häufiger aus sozialen Motiven heraus als jüngere. Im Rahmen der dritten Veröffentlichung wurde untersucht, ob der AMQ und die Mind Maps auch bei der Erhebung von Motiven für den Konsum amphetaminartiger Substanzen speziell bei Klienten mit ADHS einen Beitrag leisten können. Der AMQ wurde für die Subgruppe ADHS erfolgreich validiert und die Interrater-Reliabilität des Kategoriensystems für die Subgruppe ADHS bestimmt (Krippendorff’s Alpha von 0,86). Die Analyse der quantitativen und qualitativen Daten zeigte, dass Verstärkungsmotive im ersten Monat des Konsums auch bei Klienten mit ADHS die am häufigsten genannten Motive (v. a. Spaß / Kick / Rausch / Lust und Neugierde / Interesse an der Droge / Reiz) waren. Im letzten Monat des Konsums wurden im AMQ die Verstärkungs- und Bewältigungsmotive ähnlich häufig genannt, in den qualitativen Daten dagegen waren die Bewältigungsmotive (v. a. Verdrängung und Kopf frei bekommen / nicht/anders nachdenken müssen / abschalten) die handlungsleitendsten. Die quantitativen Daten des AMQ erbrachten keine signifikanten Unterschiede bezogen auf die Konsummotive zwischen Klienten mit und ohne ADHS. Die qualitativen Daten der Mind Maps zeigten, dass Klienten mit ADHS im letzten Monat ihres Konsums seltener aus sozialen Motiven heraus amphetaminartige Substanzen konsumieren. Entgegen den Erwartungen entsprechend der Selbstmedikationshypothese (Khantzian & Albanese, 2008; Khantzian, 2017) konnten keine Unterschiede zwischen Klienten mit und ohne ADHS bezüglich ihrer Bewältigungsmotive nachgewiesen werden.
Title: Konsummotive bei Konsumenten von amphetaminartigen Substanzen (ATS)
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Die vorliegende Arbeit1 beschäftigt sich mit der systematischen Untersuchung der Motive, amphetaminartige Substanzen (amphetamine-type stimulants, kurz: ATS) zu konsumieren, und umfasst folgende Veröffentlichungen: Thurn, D.
, Kuntsche, E.
, Weber, J.
A.
& Wolstein, J.
(2017).
Development and Validation of the Amphetamine-Type Stimulants Motive Questionnaire in a Clinical Population.
Frontiers in psychiatry, 8, 183.
https://doi.
org/10.
3389/fpsyt.
2017.
00183 Thurn, D.
& Wolstein, J.
(2020).
Erhebung der Motive für den Konsum amphetaminartiger Substanzen anhand von Mind Maps.
Suchttherapie, 21 (01), 43–50.
https://doi.
org/10.
1055/a-0858-1700 Thurn, D.
, Riedner, A.
& Wolstein, J.
(2020).
Use Motives of Patients with Amphetamine- Type Stimulants Use Disorder and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.
European Addiction Research, 1-9.
https://doi.
org/10.
1159/000508871 Leitfrage der ersten Veröffentlichung war, ob Motive für den Konsum amphetaminartiger Substanzen auf Grundlage des Motivational Model of Alcohol Use (Cox & Klinger, 1988; Cox & Klinger, 1990) mit seinen vier Dimensionen Verstärkungs- soziale, Bewältigungs- und Konformitätsmotive erhoben werden können.
Der Amphetamine-Type Stimulants Motive Questionnaire (AMQ) wurde für den ersten und letzten Monat des Konsums sowie für die Subgruppen Geschlecht und Alter erfolgreich validiert.
Analysen der Mittelwertsunterschiede ergaben, dass Männer häufiger aus Verstärkungsmotiven heraus amphetaminartige Substanzen konsumieren als Frauen (für den ersten und letzten Monat des Konsums).
Es konnten keine Unterschiede zwischen jüngeren (= 30 Jahre) und älteren Konsumenten (> 30 Jahre) hinsichtlich der Konsummotive gefunden werden.
Die Überprüfung der konkurrenten Validität ergab, dass sowohl Bewältigungsmotive (im ersten und letzten Monat des Konsums) als auch soziale Motive (im letzten Monat des Konsums) signifikant positiv mit der Konsumhäufigkeit im Zusammenhang stehen.
Dies bedeutet, dass diejenigen Klienten, die beispielsweise aus Bewältigungsmotiven heraus amphetaminartige Substanzen konsumieren, diese auch häufiger konsumieren.
In der zweiten Veröffentlichung wurde anhand einer Qualitativen Inhaltsanalyse untersucht, ob sich Motive für den Konsum amphetaminartiger Substanzen auch anhand von Mind Maps erheben lassen.
Hierfür wurde ein Kategoriensystem auf Grundlage des Motivational Model of Alcohol Use (Cox & Klinger, 1988; Cox & Klinger, 1990) mit seinen vier Dimensionen Verstärkungs- soziale, Bewältigungs- und Konformitätsmotive entwickelt.
Die Konsummotive, die von den Studienteilnehmern in ihren Mind Maps genannt wurden, konnten zum einen vollständig den Kategorien des Kategoriensystems zugeordnet werden und zum anderen lag die Übereinstimmung der sechs unabhängigen Rater (Interrater-Reliabilität) bei einem Krippendorff’s Alpha von 0,87.
Es zeigte sich wiederum, dass zu Beginn des Konsums insbesondere Verstärkungsmotive (v.
a.
Neugierde / Interesse / Reiz, Spaß / Kick / Rausch usw.
) und im letzten Monat des Konsums insbesondere Bewältigungsmotive (v.
a.
Verdrängung, Leistungssteigerung /-fähigkeit usw.
) im Fokus standen.
Frauen konsumierten im ersten Monat ihres Konsums zudem stärker aus Konformitätsmotiven heraus als Männer, ältere Konsumenten im letzten Monat des Konsums häufiger aus sozialen Motiven heraus als jüngere.
Im Rahmen der dritten Veröffentlichung wurde untersucht, ob der AMQ und die Mind Maps auch bei der Erhebung von Motiven für den Konsum amphetaminartiger Substanzen speziell bei Klienten mit ADHS einen Beitrag leisten können.
Der AMQ wurde für die Subgruppe ADHS erfolgreich validiert und die Interrater-Reliabilität des Kategoriensystems für die Subgruppe ADHS bestimmt (Krippendorff’s Alpha von 0,86).
Die Analyse der quantitativen und qualitativen Daten zeigte, dass Verstärkungsmotive im ersten Monat des Konsums auch bei Klienten mit ADHS die am häufigsten genannten Motive (v.
a.
Spaß / Kick / Rausch / Lust und Neugierde / Interesse an der Droge / Reiz) waren.
Im letzten Monat des Konsums wurden im AMQ die Verstärkungs- und Bewältigungsmotive ähnlich häufig genannt, in den qualitativen Daten dagegen waren die Bewältigungsmotive (v.
a.
Verdrängung und Kopf frei bekommen / nicht/anders nachdenken müssen / abschalten) die handlungsleitendsten.
Die quantitativen Daten des AMQ erbrachten keine signifikanten Unterschiede bezogen auf die Konsummotive zwischen Klienten mit und ohne ADHS.
Die qualitativen Daten der Mind Maps zeigten, dass Klienten mit ADHS im letzten Monat ihres Konsums seltener aus sozialen Motiven heraus amphetaminartige Substanzen konsumieren.
Entgegen den Erwartungen entsprechend der Selbstmedikationshypothese (Khantzian & Albanese, 2008; Khantzian, 2017) konnten keine Unterschiede zwischen Klienten mit und ohne ADHS bezüglich ihrer Bewältigungsmotive nachgewiesen werden.
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