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Nachgefragt: Natascha Könches und Kim Beck, Medially
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Die Medienpädagoginnen Natascha Könches und Kim Beck haben 2018 den Podcast Medially – der Medienkompetenzpodcast ins Leben gerufen. Antje Müller sprach mit den beiden über ihren Podcast und die Wichtigkeit, komplexe Sachverhalte in einfacher Sprache wiederzugeben.
merz Seit Juli 2018 kann man euren Podcast Medially hören. Was und wer steckt dahinter?
Beck Wir sind beide Medienpädagoginnen und haben Medially gestartet, weil wir selbst gerne Podcasts hören. Wir richten uns an eine breite Masse und wollen explizit nicht ein wissenschaftliches Fachpublikum ansprechen.
Könches Außerdem besetzen wir damit eine Nische. Bisher ist uns kein anderer Podcast bekannt, der sich so breit mit dem Thema Medienkompetenz auseinandersetzt.
merz Das Medienradio, in dem Phillip Banse zuletzt 2017 mit jungen Gästen über Medien sprach, kommt einem Medienbildungspodcast noch am nächsten. In den wenigen anderen Podcasts geht es meist eher um sozialwissenschaftliche, netzpolitische oder -ethische Themen, wie etwa bei netzpolitik.org, IWMM oder auch #digitalsphere. Was macht euch besonders?
Beck Uns geht es darum, einen Austausch zwischen den Generationen zu ermöglichen, da die Medienwelten sehr stark auseinanderdriften. Hierzu versuchen wir Möglichkeiten aufzuzeigen, sich besser zu verständigen. Man wird bei uns auf eine ganz einfache Art und Weise zum Nachdenken angeregt und über Alltagsphänomene informiert.
Könches Wir bekommen auch Rückmeldung von Leuten, die keine Kinder haben oder etwas mit Jugendlichen zu tun haben. Wir versuchen oft auch neuere Phänomene wie die Problematik des Artikels 13 aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichenzu beleuchten, um hierfür Verständnis zu schaffen. Das machen wir auf eine persönliche, spaßige Art, sodass man unseren Podcast auch einfach zwischendrin hören kann. Wir erzählen dabei auch von persönlichen Erlebnissen und vergleichen Aktuelles mit unserer Kindheit.
merz Ihr bezeichnet euch in Folge eins als „super social“, „super jung und super hip“. Ist das auch als auffordernde bzw. provokative Message an eure Hörerschaft zu verstehen?
Beck Als Zwischengeneration sind wir auf fast allen Sozialen Netzwerken unterwegs. Wir können das aus der Erwachsenenperspektive und aus der Perspektive der Medienpädagogik betrachten, gleichzeitig sind wir durch unsere praktische Tätigkeit viel mit Heranwachsenden zusammen und können so aus aus all diesen Perspektiven Einblicke geben. Wir versuchen dabei eine ‚Von-obendrauf- Perspektive' zu vermeiden und besprechen, warum das für die jüngere Zielgruppe anders ist.
Könches Wir sind in der Lage, beide Lebenswelten zu verknüpfen. Wichtig ist uns dabei, dass wir über Sachen sprechen, die wir tatsächlich selbst nutzen und von denen wir auch wirklich Ahnung haben. Wir nehmen uns selbst allerdings nicht immer ganz ernst. Wenn wir uns als „super jung und super hip“ bezeichnen, ist das auf jeden Fall mit einem Augenzwinkern zu verstehen.
merz Geht es euch auch darum, den Beruf und Stellenwert der Medienpädagogin bzw. des Medienpädagogen bekannter zu machen?
Beck Für mich ist das nicht die größte Motivation. Ich arbeite viel mit Eltern und Lehrkräften zusammen und habe dabei immer den Eindruck, dass noch mehr Leute über dieses Themengebiet Bescheid wissen müssen. Wir müssen Medienpädagogik auf eine Weise rüberbringen, dass sich die Leute damit auseinandersetzen können und wollen. Oft besteht die Hürde, sich aktiv zu informieren. Da erschien mir der Podcast als Möglichkeit zu sagen „Wir sind da. Wenn ihr uns hören wollt, müsst ihr nur einschalten“.
Könches Meine Wahrnehmung ist, dass im breiten Feld noch nicht angekommen ist, was ein Medienpädagoge ist. Aber wenn man darüber spricht, ist viel Interesse da. Es wird überlegt, wie man die Entwicklungen voran bringen könnte – Stichwort „in die Schulen“.
merz Wir erleben gerade einen regelrechten Podcast- und Audio-Boom. War das auch Teil eurer Entscheidung für Medially?
Könches Ich habe beim Hörfunk ein Volontariat gemacht und wollte auch weiterhin in dem Gebiet arbeiten. Podcasts haben unglaublich viele Vorteile. Man kann sich die Folge aussuchen, welche einen anspricht oder jemand, der zum Beispiel über die Stichwortsuche zu uns kommt, muss sich nicht alle Folgen des Podcasts anhören, um an die Information zu gelangen die er haben will. Mir gefällt außerdem, dass Podcasts nebenbei gehört werden können, zum Beispiel beim Autofahren oder kochen.
Beck Ich finde an Podcasts gut, dass der Inhalt, Ansichten und Meinungen klar im Vordergrund stehen und es weniger um die Präsentation geht, was bei Videos häufig der Fall ist. Eine Sache, die man allerdings bedenken muss, ist, dass es immerschwierig ist, Leute von einem Medium zum anderen zu holen. Ich glaube, dass Leute, die Podcasts hören, einfach nur zuhören und nicht auch noch auf anderen Portalen aktiv sein wollen. Mit anderen Medienprodukten, wie zum Beispiel YouTube-Videos ist es dafür viel leichter in eine Interaktion zu kommen.
merz Ihr habt mittlerweile ein paar wiederkehrende Merkmale, die sich abzeichnen. Dazu ge-hört unter anderem ein Erklär-Teil, den ihr auch als extra Rubrik absetzt. In welche Richtung wollt ihr euch entwickeln?
Könches Wir haben zwar ein grobes Konzept, aber wir skripten uns unseren Podcast nicht. Das verleitet natürlich manchmal dazu, dass man in eine Richtung ausgaloppiert. Deswegen versuchen wir, am Ende eine Empfehlung oder einen Tipp mitzugeben. Ich finde es ganz wichtig, dass man positiv aus der Sache rausgeht und nicht nur Probleme aufzeigt, sondern auch Lösungsvorschläge bietet, vor allem solche, die wir selbst erprobt haben. „Was hast du diese Woche gelernt“ wird auch auf jeden Fall bleiben.
Beck Dazu kommen jetzt noch die neue Rubrik „Hashtag der Folge“, um das Netz-Geschehen abzubilden und eine Rubrik, in der man klar seine eigene Meinung vertreten kann. Auch die Tool-Tipps behalten wir im Auge. Vielleicht wird das eine Rubrik für die Zukunft: „Tool der Folge“.
merz Was möchtet ihr den merz-Lesenden zum Abschluss mitgeben?
Beck Viele wichtige Debatten im Kreis der Medienpädagogik werden abstrakt und mit vielen Fachbegriffen geführt. Wir finden, diese Themen gehen alle etwas an. Daher ist es für uns essentiell wichtig, auch komplexe Sachverhalte in einfacher Sprache zu vermitteln. Und das darf auch mal Spaß machen.
Title: Nachgefragt: Natascha Könches und Kim Beck, Medially
Description:
Die Medienpädagoginnen Natascha Könches und Kim Beck haben 2018 den Podcast Medially – der Medienkompetenzpodcast ins Leben gerufen.
Antje Müller sprach mit den beiden über ihren Podcast und die Wichtigkeit, komplexe Sachverhalte in einfacher Sprache wiederzugeben.
merz Seit Juli 2018 kann man euren Podcast Medially hören.
Was und wer steckt dahinter?
Beck Wir sind beide Medienpädagoginnen und haben Medially gestartet, weil wir selbst gerne Podcasts hören.
Wir richten uns an eine breite Masse und wollen explizit nicht ein wissenschaftliches Fachpublikum ansprechen.
Könches Außerdem besetzen wir damit eine Nische.
Bisher ist uns kein anderer Podcast bekannt, der sich so breit mit dem Thema Medienkompetenz auseinandersetzt.
merz Das Medienradio, in dem Phillip Banse zuletzt 2017 mit jungen Gästen über Medien sprach, kommt einem Medienbildungspodcast noch am nächsten.
In den wenigen anderen Podcasts geht es meist eher um sozialwissenschaftliche, netzpolitische oder -ethische Themen, wie etwa bei netzpolitik.
org, IWMM oder auch #digitalsphere.
Was macht euch besonders?
Beck Uns geht es darum, einen Austausch zwischen den Generationen zu ermöglichen, da die Medienwelten sehr stark auseinanderdriften.
Hierzu versuchen wir Möglichkeiten aufzuzeigen, sich besser zu verständigen.
Man wird bei uns auf eine ganz einfache Art und Weise zum Nachdenken angeregt und über Alltagsphänomene informiert.
Könches Wir bekommen auch Rückmeldung von Leuten, die keine Kinder haben oder etwas mit Jugendlichen zu tun haben.
Wir versuchen oft auch neuere Phänomene wie die Problematik des Artikels 13 aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichenzu beleuchten, um hierfür Verständnis zu schaffen.
Das machen wir auf eine persönliche, spaßige Art, sodass man unseren Podcast auch einfach zwischendrin hören kann.
Wir erzählen dabei auch von persönlichen Erlebnissen und vergleichen Aktuelles mit unserer Kindheit.
merz Ihr bezeichnet euch in Folge eins als „super social“, „super jung und super hip“.
Ist das auch als auffordernde bzw.
provokative Message an eure Hörerschaft zu verstehen?
Beck Als Zwischengeneration sind wir auf fast allen Sozialen Netzwerken unterwegs.
Wir können das aus der Erwachsenenperspektive und aus der Perspektive der Medienpädagogik betrachten, gleichzeitig sind wir durch unsere praktische Tätigkeit viel mit Heranwachsenden zusammen und können so aus aus all diesen Perspektiven Einblicke geben.
Wir versuchen dabei eine ‚Von-obendrauf- Perspektive' zu vermeiden und besprechen, warum das für die jüngere Zielgruppe anders ist.
Könches Wir sind in der Lage, beide Lebenswelten zu verknüpfen.
Wichtig ist uns dabei, dass wir über Sachen sprechen, die wir tatsächlich selbst nutzen und von denen wir auch wirklich Ahnung haben.
Wir nehmen uns selbst allerdings nicht immer ganz ernst.
Wenn wir uns als „super jung und super hip“ bezeichnen, ist das auf jeden Fall mit einem Augenzwinkern zu verstehen.
merz Geht es euch auch darum, den Beruf und Stellenwert der Medienpädagogin bzw.
des Medienpädagogen bekannter zu machen?
Beck Für mich ist das nicht die größte Motivation.
Ich arbeite viel mit Eltern und Lehrkräften zusammen und habe dabei immer den Eindruck, dass noch mehr Leute über dieses Themengebiet Bescheid wissen müssen.
Wir müssen Medienpädagogik auf eine Weise rüberbringen, dass sich die Leute damit auseinandersetzen können und wollen.
Oft besteht die Hürde, sich aktiv zu informieren.
Da erschien mir der Podcast als Möglichkeit zu sagen „Wir sind da.
Wenn ihr uns hören wollt, müsst ihr nur einschalten“.
Könches Meine Wahrnehmung ist, dass im breiten Feld noch nicht angekommen ist, was ein Medienpädagoge ist.
Aber wenn man darüber spricht, ist viel Interesse da.
Es wird überlegt, wie man die Entwicklungen voran bringen könnte – Stichwort „in die Schulen“.
merz Wir erleben gerade einen regelrechten Podcast- und Audio-Boom.
War das auch Teil eurer Entscheidung für Medially?
Könches Ich habe beim Hörfunk ein Volontariat gemacht und wollte auch weiterhin in dem Gebiet arbeiten.
Podcasts haben unglaublich viele Vorteile.
Man kann sich die Folge aussuchen, welche einen anspricht oder jemand, der zum Beispiel über die Stichwortsuche zu uns kommt, muss sich nicht alle Folgen des Podcasts anhören, um an die Information zu gelangen die er haben will.
Mir gefällt außerdem, dass Podcasts nebenbei gehört werden können, zum Beispiel beim Autofahren oder kochen.
Beck Ich finde an Podcasts gut, dass der Inhalt, Ansichten und Meinungen klar im Vordergrund stehen und es weniger um die Präsentation geht, was bei Videos häufig der Fall ist.
Eine Sache, die man allerdings bedenken muss, ist, dass es immerschwierig ist, Leute von einem Medium zum anderen zu holen.
Ich glaube, dass Leute, die Podcasts hören, einfach nur zuhören und nicht auch noch auf anderen Portalen aktiv sein wollen.
Mit anderen Medienprodukten, wie zum Beispiel YouTube-Videos ist es dafür viel leichter in eine Interaktion zu kommen.
merz Ihr habt mittlerweile ein paar wiederkehrende Merkmale, die sich abzeichnen.
Dazu ge-hört unter anderem ein Erklär-Teil, den ihr auch als extra Rubrik absetzt.
In welche Richtung wollt ihr euch entwickeln?
Könches Wir haben zwar ein grobes Konzept, aber wir skripten uns unseren Podcast nicht.
Das verleitet natürlich manchmal dazu, dass man in eine Richtung ausgaloppiert.
Deswegen versuchen wir, am Ende eine Empfehlung oder einen Tipp mitzugeben.
Ich finde es ganz wichtig, dass man positiv aus der Sache rausgeht und nicht nur Probleme aufzeigt, sondern auch Lösungsvorschläge bietet, vor allem solche, die wir selbst erprobt haben.
„Was hast du diese Woche gelernt“ wird auch auf jeden Fall bleiben.
Beck Dazu kommen jetzt noch die neue Rubrik „Hashtag der Folge“, um das Netz-Geschehen abzubilden und eine Rubrik, in der man klar seine eigene Meinung vertreten kann.
Auch die Tool-Tipps behalten wir im Auge.
Vielleicht wird das eine Rubrik für die Zukunft: „Tool der Folge“.
merz Was möchtet ihr den merz-Lesenden zum Abschluss mitgeben?
Beck Viele wichtige Debatten im Kreis der Medienpädagogik werden abstrakt und mit vielen Fachbegriffen geführt.
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