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Ethik oder Ontologie? Über Heideggers präethisches Ethosdenken

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Der späte Heidegger spricht in seinem Brief über den Humanismus von einer “ursprünglichen Ethik”. Dies ist jedoch kein Zeichen für Heideggers Versuch, eine Ethik zu konstruieren, sondern eher eine Ablehnung der ethischen Theorie. Die ursprüngliche Ethik ist ein ontologisches ethisches Denken, und ihre Ur­sprünglichkeit spiegelt sich in ihrem prätheoretischen und präethischen Charak­ter wider. Das ist einerseits positiv, weil es der Verzerrung des ethische Lebens durch die Theorie widersteht; andererseits aber impliziert Heideggers Ontologi­sierung der Ethik zugleich eine Neutralisierung, in der die konkreten Gehalte der Ethik eliminiert werden und nur leere ontologische Gedanken übrig bleiben. Heideggers Überlegungen zu den Möglichkeiten der Ethik lassen sich auf die Idee der Metontologie zurückführen, die er nach Sein und Zeit entwickelt hat. Es soll hier gezeigt werden, dass Heideggers Einordnung der Ethik in der Meton­tologie gerade eine Vorstufe zur Aufhebung der Ethik ist. Danach radikalisiert Heidegger dies und begibt sich damit auf einen präethischen oder nicht-ethi­schen Weg des Denkens. Um Heideggers ontologischen Weg in der Tiefe zu ver­stehen und sogar zu überwinden, ist es notwendig, an den Anfang seines Den­kens zurückzugehen, d.h. zu seiner Interpretation der aristotelischen Ethik. Dort findet man Heideggers Interesse an der praktischen Philosophie, und gerade dar­in liegt die Möglichkeit eines ethischen Weges, der mit Heideggers Denken ver­einbar ist.
Institute of Philosophy, Russian Academy of Sciences
Title: Ethik oder Ontologie? Über Heideggers präethisches Ethosdenken
Description:
Der späte Heidegger spricht in seinem Brief über den Humanismus von einer “ursprünglichen Ethik”.
Dies ist jedoch kein Zeichen für Heideggers Versuch, eine Ethik zu konstruieren, sondern eher eine Ablehnung der ethischen Theorie.
Die ursprüngliche Ethik ist ein ontologisches ethisches Denken, und ihre Ur­sprünglichkeit spiegelt sich in ihrem prätheoretischen und präethischen Charak­ter wider.
Das ist einerseits positiv, weil es der Verzerrung des ethische Lebens durch die Theorie widersteht; andererseits aber impliziert Heideggers Ontologi­sierung der Ethik zugleich eine Neutralisierung, in der die konkreten Gehalte der Ethik eliminiert werden und nur leere ontologische Gedanken übrig bleiben.
Heideggers Überlegungen zu den Möglichkeiten der Ethik lassen sich auf die Idee der Metontologie zurückführen, die er nach Sein und Zeit entwickelt hat.
Es soll hier gezeigt werden, dass Heideggers Einordnung der Ethik in der Meton­tologie gerade eine Vorstufe zur Aufhebung der Ethik ist.
Danach radikalisiert Heidegger dies und begibt sich damit auf einen präethischen oder nicht-ethi­schen Weg des Denkens.
Um Heideggers ontologischen Weg in der Tiefe zu ver­stehen und sogar zu überwinden, ist es notwendig, an den Anfang seines Den­kens zurückzugehen, d.
h.
zu seiner Interpretation der aristotelischen Ethik.
Dort findet man Heideggers Interesse an der praktischen Philosophie, und gerade dar­in liegt die Möglichkeit eines ethischen Weges, der mit Heideggers Denken ver­einbar ist.

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