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Gefangene des Selbst?

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Im vorliegenden diskursiven Gedankengang versucht der Autor, die personzentrierte Persönlichkeitstheorie auf die Möglichkeit existenzieller Freiheit zu befragen, also auf die Möglichkeit, in bewusster, autonomer Entscheidung Haltungen einzunehmen und zu handeln. Grundsätzlich hat Rogers den Personzentrierten Ansatz, gegen behavioristisch-mechanistische Annahmen seiner Zeit, als emanzipativen, an der Freiheit des Individuums orientierten Ansatz begründet. Dabei bewegt sich Rogers vorwiegend auf der Ebene der Philosophie mit ihren gesellschaftspolitischen Implikationen. Inwiefern hält aber auch seine wissenschaftliche Theorie diesem mit Engagement verfolgten Anliegen stand? Den Angelpunkt für eine Antwort darauf sieht der Autor in der Frage, wie sehr eine Person durch ihre Erfahrungen, vor allem durch ihre wichtigen Beziehungserfahrungen determiniert ist, die sich bei Rogers im Selbst(konzept) abbilden. Dementsprechend wird im Artikel erörtert, in welchem Zusammenhang das Selbst mit der Entscheidungsfindung beim Menschen steht, inwiefern es sein Handeln genau bestimmt oder gar automatisiert. Bei genauerer Hinsicht zeigt sich nach der Auf fassung des Autors, dass Rogers diesbezüglich eine konsistente Linie verfolgt: Das Selbst „tut selbst nichts“ (s. u.). Sein nur mittelbarer Einfluss liegt demnach darin, dass es als Erscheinungsform und „sensibles Projekt“ der Aktualisierungstendenz unter dem besonderen Schutz des Organismus steht. Dieser wägt in einer solchen Sichtweise situativ und gesamtheitlich ab, in welcher Weise je nach Interessenlage welche vorhandenen Strukturen zu schützen sind, eine Abwägung, in der er grundsätzlich flexibel ist. Dieser Spielraum des Organismus, in welchem Ausmaß er Erfahrungen zur Symbolisierung im Bewusstsein freigibt, ist demgemäß die Voraussetzung von Freiheit – verwirklicht wird sie auf der Ebene des Bewusstseins in der bejahenden Teilnahme am Prozess der organismischen Erfahrung.
Facultas Verlags- und Buchhandels AG
Title: Gefangene des Selbst?
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Im vorliegenden diskursiven Gedankengang versucht der Autor, die personzentrierte Persönlichkeitstheorie auf die Möglichkeit existenzieller Freiheit zu befragen, also auf die Möglichkeit, in bewusster, autonomer Entscheidung Haltungen einzunehmen und zu handeln.
Grundsätzlich hat Rogers den Personzentrierten Ansatz, gegen behavioristisch-mechanistische Annahmen seiner Zeit, als emanzipativen, an der Freiheit des Individuums orientierten Ansatz begründet.
Dabei bewegt sich Rogers vorwiegend auf der Ebene der Philosophie mit ihren gesellschaftspolitischen Implikationen.
Inwiefern hält aber auch seine wissenschaftliche Theorie diesem mit Engagement verfolgten Anliegen stand? Den Angelpunkt für eine Antwort darauf sieht der Autor in der Frage, wie sehr eine Person durch ihre Erfahrungen, vor allem durch ihre wichtigen Beziehungserfahrungen determiniert ist, die sich bei Rogers im Selbst(konzept) abbilden.
Dementsprechend wird im Artikel erörtert, in welchem Zusammenhang das Selbst mit der Entscheidungsfindung beim Menschen steht, inwiefern es sein Handeln genau bestimmt oder gar automatisiert.
Bei genauerer Hinsicht zeigt sich nach der Auf fassung des Autors, dass Rogers diesbezüglich eine konsistente Linie verfolgt: Das Selbst „tut selbst nichts“ (s.
u.
).
Sein nur mittelbarer Einfluss liegt demnach darin, dass es als Erscheinungsform und „sensibles Projekt“ der Aktualisierungstendenz unter dem besonderen Schutz des Organismus steht.
Dieser wägt in einer solchen Sichtweise situativ und gesamtheitlich ab, in welcher Weise je nach Interessenlage welche vorhandenen Strukturen zu schützen sind, eine Abwägung, in der er grundsätzlich flexibel ist.
Dieser Spielraum des Organismus, in welchem Ausmaß er Erfahrungen zur Symbolisierung im Bewusstsein freigibt, ist demgemäß die Voraussetzung von Freiheit – verwirklicht wird sie auf der Ebene des Bewusstseins in der bejahenden Teilnahme am Prozess der organismischen Erfahrung.

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