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Wirkfaktoren der kognitiven Verhaltenstherapie von Zwangsstörungen
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Zwangsstörungen gehören in Deutschland zu den vier häufigsten psychischen Störungen (Jacobi et al. 2014). Betroffene leiden unter deutlichen Einschränkungen ihrer Lebensqualität (Staketee, 1997). Durch kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Verhinderung der Zwangshandlungen (sogenanntes Reaktionsmanagement oder Reaktionsverhinderung) existiert eine wirksame psychotherapeutische Behandlung (DGPPN, 2022). Für eine Optimierung der Behandlung in Bezug auf Ausmaß und Stabilität der Ergebnisse (Eisen et al., 2013; Foa & Kozak et al., 1996; Hohagen et al.,1998) ist es zentral ein vertieftes Verständnis zu erlangen, welche Faktoren im Therapieprozess für die Reduktion der Zwangssymptomatik verantwortlich sind. ?Nach erster Exploration der Literatur stellte ich die Hypothese auf, dass zu Wirkfaktoren auf Prozessebene für dieses Störungsbild noch zu wenig Forschung besteht. Vor diesem Hintergrund bietet der erste Artikel dieser publikationsbasierten Dissertation in Form eines systematischen Reviews einen Überblick über den Forschungsstand und bestätigt das vermutete Defizit (Schubert et al., 2018). Um zu einem weiteren Wissenszuwachs in diesem Bereich beizutragen, wurde eine naturalistische Studie mit 155 Zwangserkrankten im stationären Setting mit multiplen Messzeitpunkten durchgeführt. Basierend auf bisherigen Forschungsergebnissen wurde die Rolle der Wirkfaktoren nach Grawe (1995) sowie der Fähigkeit von Zwangserkrankten psychologisch flexibel zu sein als Variablen ausgewählt. Die in den weiteren zwei Publikationen aufgestellten Hypothesen gehen davon aus, dass die Reduktion der Zwangssymptome im Verlauf der Behandlung mit der Erhöhung der genannten Wirkfaktoren zusammenhängt. Zunächst wurde die einzelne Rolle der potenziellen Wirkfaktoren nach Grawe, nämlich therapeutische Beziehung, Ressourcenaktivierung, Motivationale Klärung, Problemaktualisierung und Problembewältigung geprüft. Hierbei gingen Ressourcenaktivierung sowie Problembewältigung als Wirkfaktoren für die Verringerung der Zwangssymptome hervor. Zudem erwiesen sich Problembewältigung und Motivationale Klärung als Prädiktoren für die Veränderung der Zwänge (Schwartz et al., 2016). Die Untersuchung psychologischer Flexibilität zeigte, dass die Variable zwar einen Einfluss auf die Reduktion und das Behandlungsergebnis der Zwänge hatte, jedoch nicht als Wirkfaktor für die Reduktion der Symptomatik zu verstehen ist (Schubert et al., 2022).
Title: Wirkfaktoren der kognitiven Verhaltenstherapie von Zwangsstörungen
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Zwangsstörungen gehören in Deutschland zu den vier häufigsten psychischen Störungen (Jacobi et al.
2014).
Betroffene leiden unter deutlichen Einschränkungen ihrer Lebensqualität (Staketee, 1997).
Durch kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Verhinderung der Zwangshandlungen (sogenanntes Reaktionsmanagement oder Reaktionsverhinderung) existiert eine wirksame psychotherapeutische Behandlung (DGPPN, 2022).
Für eine Optimierung der Behandlung in Bezug auf Ausmaß und Stabilität der Ergebnisse (Eisen et al.
, 2013; Foa & Kozak et al.
, 1996; Hohagen et al.
,1998) ist es zentral ein vertieftes Verständnis zu erlangen, welche Faktoren im Therapieprozess für die Reduktion der Zwangssymptomatik verantwortlich sind.
?Nach erster Exploration der Literatur stellte ich die Hypothese auf, dass zu Wirkfaktoren auf Prozessebene für dieses Störungsbild noch zu wenig Forschung besteht.
Vor diesem Hintergrund bietet der erste Artikel dieser publikationsbasierten Dissertation in Form eines systematischen Reviews einen Überblick über den Forschungsstand und bestätigt das vermutete Defizit (Schubert et al.
, 2018).
Um zu einem weiteren Wissenszuwachs in diesem Bereich beizutragen, wurde eine naturalistische Studie mit 155 Zwangserkrankten im stationären Setting mit multiplen Messzeitpunkten durchgeführt.
Basierend auf bisherigen Forschungsergebnissen wurde die Rolle der Wirkfaktoren nach Grawe (1995) sowie der Fähigkeit von Zwangserkrankten psychologisch flexibel zu sein als Variablen ausgewählt.
Die in den weiteren zwei Publikationen aufgestellten Hypothesen gehen davon aus, dass die Reduktion der Zwangssymptome im Verlauf der Behandlung mit der Erhöhung der genannten Wirkfaktoren zusammenhängt.
Zunächst wurde die einzelne Rolle der potenziellen Wirkfaktoren nach Grawe, nämlich therapeutische Beziehung, Ressourcenaktivierung, Motivationale Klärung, Problemaktualisierung und Problembewältigung geprüft.
Hierbei gingen Ressourcenaktivierung sowie Problembewältigung als Wirkfaktoren für die Verringerung der Zwangssymptome hervor.
Zudem erwiesen sich Problembewältigung und Motivationale Klärung als Prädiktoren für die Veränderung der Zwänge (Schwartz et al.
, 2016).
Die Untersuchung psychologischer Flexibilität zeigte, dass die Variable zwar einen Einfluss auf die Reduktion und das Behandlungsergebnis der Zwänge hatte, jedoch nicht als Wirkfaktor für die Reduktion der Symptomatik zu verstehen ist (Schubert et al.
, 2022).
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