Search engine for discovering works of Art, research articles, and books related to Art and Culture
ShareThis
Javascript must be enabled to continue!

Refraktäre Sakramentalitäten

View through CrossRef
Als Studentin im ersten Studienjahr betrat ich eine neue Welt mit Studenten, Dozenten, Mitarbeitern und einer Gemeinschaft, die sich in vielerlei Hinsicht von mir unterschied. Es war ganz anders als in meiner kleinen Stadt in New Hampshire, und ich war unglaublich gespannt darauf, meinen Horizont über meine Heimatstadt hinaus zu erweitern. Deshalb begann ich, Arabischkurse zu belegen – ein jahrelanger Traum von mir. Unsere Professorin traf sich jeden Tag in der Woche mit uns. Sie war nicht nur eine herausfordernde Lehrerin, die uns dazu zwang, jeden Tag unser Bestes zu geben, sondern sie lehrte mich auch viel mehr als nur ein brandneues Alphabet und die Bedeutung der Grundbuchstaben; sie erzählte mir von den vielen Facetten und Möglichkeiten, ein Leben voller Freude, Leid, Schmerz und Hoffnung zu führen. Ein Leben, in dem Gott in jedem Augenblick gegenwärtig ist – unabhängig von der Erfahrung, die man gerade macht. Von der syrisch-muslimischen Einwanderin, die in den USA lebt, erfuhr ich jeden Tag etwas über ihre Erfahrungen zu Hause, in Pennsylvania und als muslimische Frau. Die Beziehung, die wir während des täglichen Unterrichts und der Sprechstunden aufgebaut haben, hat mich sowohl akademisch als auch spirituell geprägt. Als »Katholikin von Kindesbeinen an« fand ich Gott in der Tradition meines Elternhauses und wurde dazu erzogen, dass Gott sich innerhalb bestimmter Grenzen offenbart – in den Sakramenten, im Gebet. Es war mir nie in den Sinn gekommen, dass ich Gott auch an anderen Orten, in anderen Räumen und bei anderen Menschen finden könnte. Dies war mir nicht beigebracht worden. Gott leuchtete durch meine Professorin in hellstem Licht. Jede Begegnung mit ihr war eine sakramentale Erfahrung, in der Gott sich durch ihren anspruchsvollen und mitfühlenden Unterricht, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit verströmte, durch ihre verletzlichen Geschichten und das Wohlbefinden, das sie für jeden Studenten förderte und wünschte, offenbarte. Diese sakramentale Erfahrung, eine Facette Gottes selbst, die sich in der Realität und im persönlichen Ausdruck eines anderen – insbesondere eines Muslims – offenbart, ist eine bleibende Wahrheit, die mich als vergleichende Theologin erdet.
Title: Refraktäre Sakramentalitäten
Description:
Als Studentin im ersten Studienjahr betrat ich eine neue Welt mit Studenten, Dozenten, Mitarbeitern und einer Gemeinschaft, die sich in vielerlei Hinsicht von mir unterschied.
Es war ganz anders als in meiner kleinen Stadt in New Hampshire, und ich war unglaublich gespannt darauf, meinen Horizont über meine Heimatstadt hinaus zu erweitern.
Deshalb begann ich, Arabischkurse zu belegen – ein jahrelanger Traum von mir.
Unsere Professorin traf sich jeden Tag in der Woche mit uns.
Sie war nicht nur eine herausfordernde Lehrerin, die uns dazu zwang, jeden Tag unser Bestes zu geben, sondern sie lehrte mich auch viel mehr als nur ein brandneues Alphabet und die Bedeutung der Grundbuchstaben; sie erzählte mir von den vielen Facetten und Möglichkeiten, ein Leben voller Freude, Leid, Schmerz und Hoffnung zu führen.
Ein Leben, in dem Gott in jedem Augenblick gegenwärtig ist – unabhängig von der Erfahrung, die man gerade macht.
Von der syrisch-muslimischen Einwanderin, die in den USA lebt, erfuhr ich jeden Tag etwas über ihre Erfahrungen zu Hause, in Pennsylvania und als muslimische Frau.
Die Beziehung, die wir während des täglichen Unterrichts und der Sprechstunden aufgebaut haben, hat mich sowohl akademisch als auch spirituell geprägt.
Als »Katholikin von Kindesbeinen an« fand ich Gott in der Tradition meines Elternhauses und wurde dazu erzogen, dass Gott sich innerhalb bestimmter Grenzen offenbart – in den Sakramenten, im Gebet.
Es war mir nie in den Sinn gekommen, dass ich Gott auch an anderen Orten, in anderen Räumen und bei anderen Menschen finden könnte.
Dies war mir nicht beigebracht worden.
Gott leuchtete durch meine Professorin in hellstem Licht.
Jede Begegnung mit ihr war eine sakramentale Erfahrung, in der Gott sich durch ihren anspruchsvollen und mitfühlenden Unterricht, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit verströmte, durch ihre verletzlichen Geschichten und das Wohlbefinden, das sie für jeden Studenten förderte und wünschte, offenbarte.
Diese sakramentale Erfahrung, eine Facette Gottes selbst, die sich in der Realität und im persönlichen Ausdruck eines anderen – insbesondere eines Muslims – offenbart, ist eine bleibende Wahrheit, die mich als vergleichende Theologin erdet.

Back to Top