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Carl Wernicke (1848–1905) und die „Wernicke-Kleist-Leonhard Schule“. Beziehungen zur „Erlanger Schule“ der Psychiatrie

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Zusammenfassung Hintergrund: Anlässlich seines 170. Geburtstages soll Carl Wernicke als Hauptvertreter einer neurobiologischen Psychiatrie im ausgehenden 19. Jahrhundert gewürdigt werden. Anliegen der vorliegenden Arbeit ist es, mögliche Beziehungen Wernickes und der „Wernicke-Kleist-Leonhard (WKL) Schule“ zur „Erlanger Schule“ der Psychiatrie näher zu beleuchten. Methoden: Primär- und Sekundärliteratur wurden unter dem Aspekt der Hypothesenprüfung ausgewertet. Quellenarbeit erfolgte. Ergebnisse: Wernickes Bemühen um die klinische Umsetzung seines nosologischen Systems wurde von seinem jüngsten Hallenser Schüler Karl Kleist (1879–1960) fortgesetzt. Nach Wernickes frühem Unfalltod wurde Kleist zum Schüler Gustav Spechts (1860–1940) in Erlangen. Geprägt von der „Erlanger Schule“ Spechts entwickelte der spätere Kleist-Schüler Karl Leonhard (1904–1988) auf der Grundlage der Forschungen Wernickes und Kleists eine sehr differenzierte Aufteilung endogener Psychosen. Diskussion: Die von Specht begründete klassische „Erlanger Schule“ der Psychiatrie stellt möglicherweise ein Bindeglied in der Entwicklung der „Wernicke-Kleist-Leonhard Schule“ dar. Wernickes Beschreibung der „Angstpsychose“ veranlasste Specht zu einer Abhandlung über den Angstaffekt im „manisch-depressiven Irresein“. Diese wiederum regte Karl Leonhard zu seiner späteren Konzeption der „Angst-Glücks-Psychose“ an. Generell hatte Leonhard unter Spechts Leitung ein Gespür für Bipolaritäten als entscheidenden Aspekt seines späteren Konzeptes der zykloiden Psychosen entwickelt. Spechts Darstellung zum „pathologischen Affekt“ in der Paranoia beeinflusste das Leonhardsche Konzept der „affektvollen Paraphrenie“. Schluss: Moderne Verfahren der funktionellen Bildgebung eröffnen dem Lokalisationsgedanken Wernickes neue Perspektiven. Die naturwissenschaftlich-philosophische „Doppelausrichtung“ der WKL-Schule kann zu einer erneut vermehrten Integration von philosophischen Elementen (Ethik, Religiosität, Spiritualität) im psychiatrisch-psychosomatischen und psychotherapeutischen Berufsfeld anregen.
Title: Carl Wernicke (1848–1905) und die „Wernicke-Kleist-Leonhard Schule“. Beziehungen zur „Erlanger Schule“ der Psychiatrie
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Zusammenfassung Hintergrund: Anlässlich seines 170.
Geburtstages soll Carl Wernicke als Hauptvertreter einer neurobiologischen Psychiatrie im ausgehenden 19.
Jahrhundert gewürdigt werden.
Anliegen der vorliegenden Arbeit ist es, mögliche Beziehungen Wernickes und der „Wernicke-Kleist-Leonhard (WKL) Schule“ zur „Erlanger Schule“ der Psychiatrie näher zu beleuchten.
Methoden: Primär- und Sekundärliteratur wurden unter dem Aspekt der Hypothesenprüfung ausgewertet.
Quellenarbeit erfolgte.
Ergebnisse: Wernickes Bemühen um die klinische Umsetzung seines nosologischen Systems wurde von seinem jüngsten Hallenser Schüler Karl Kleist (1879–1960) fortgesetzt.
Nach Wernickes frühem Unfalltod wurde Kleist zum Schüler Gustav Spechts (1860–1940) in Erlangen.
Geprägt von der „Erlanger Schule“ Spechts entwickelte der spätere Kleist-Schüler Karl Leonhard (1904–1988) auf der Grundlage der Forschungen Wernickes und Kleists eine sehr differenzierte Aufteilung endogener Psychosen.
Diskussion: Die von Specht begründete klassische „Erlanger Schule“ der Psychiatrie stellt möglicherweise ein Bindeglied in der Entwicklung der „Wernicke-Kleist-Leonhard Schule“ dar.
Wernickes Beschreibung der „Angstpsychose“ veranlasste Specht zu einer Abhandlung über den Angstaffekt im „manisch-depressiven Irresein“.
Diese wiederum regte Karl Leonhard zu seiner späteren Konzeption der „Angst-Glücks-Psychose“ an.
Generell hatte Leonhard unter Spechts Leitung ein Gespür für Bipolaritäten als entscheidenden Aspekt seines späteren Konzeptes der zykloiden Psychosen entwickelt.
Spechts Darstellung zum „pathologischen Affekt“ in der Paranoia beeinflusste das Leonhardsche Konzept der „affektvollen Paraphrenie“.
Schluss: Moderne Verfahren der funktionellen Bildgebung eröffnen dem Lokalisationsgedanken Wernickes neue Perspektiven.
Die naturwissenschaftlich-philosophische „Doppelausrichtung“ der WKL-Schule kann zu einer erneut vermehrten Integration von philosophischen Elementen (Ethik, Religiosität, Spiritualität) im psychiatrisch-psychosomatischen und psychotherapeutischen Berufsfeld anregen.

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