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Joseph Wright de Derby, peintre de la révolution industrielle

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Joseph Wright von Derby. Der vorliegende Text ist einer Pionierarbeit auf dem Gebiet der Sozialgeschichte der Kunst entnommen, F.D. Klingenders Art and the Industrial Revolution (1947 ; deutsche Auflage, 1976). Die Untersuchung der Auswirkungen der industriellen Revolution auf die Produktion, Distribution und Rezeption der Kunstwerke fordert vom Historiker, mit den traditionellen Hierarchien der Ästhetik zu brechen : Um von den Veränderungen im Gesamt der Kunst Rechenschaft abzulegen, muss sowohl den gemeinhin als «minderwertig» eingestuften Künsten als auch der Produktion der täglichen Gebrauchsgegenstände (Töpferei, Kunstschmiedearbeiten) ein gewichtiger Platz eingeräumt werden. Klingender, sich fur die Formen interessierend, die die Kunstgeschichte wie auch die Kunstkritik allzuoft in die Finsternis der Nicht-Kunst verbannen, widersetzt sich freilich gleichermassen dem Reduktionismus der Widerspiegelungstheorien, die die ästhetischen Produktionen als blosse Wirkungen behandeln. Die Künstler haben teil an der industriellen Revolution. Die Untersuchung der Veränderungen innerhalb der Töpferei macht sichtbar, wie die neue Arbeitsteilung, dabei dem Künstler den Bereich der Konzeption zuweisend, die neuartigen Probleme der industriellen Kreation zum Vorschein bringt : der Status des Künstlers erfährt eine Wandlung, die ersten Grosskapitalisten widmen sich dem Mäzenatentum, mit der Hervorbringung einer industriellen Ästhetik erwirkt die Massenproduktion eine regelrechte Revolution des Geschmacks. Die Maler George Stubbs und Joseph Wright de Derby sind prototypische Vertreter dieses neuen Künstlertyps : nicht nur interessieren sie sich gleicherweise fur den Fortschritt in Wissenschaft und Technik wie fur die Malerei, sie leben zudem im Kreise von Gelehrten, «Philosophen» und Industriellen. Wright de Derby ist unter den professionellen Malern der erste, der den neuen Geist der industriellen Revolution zum Ausdruck bringt - Anlass fur Klingender, das Auftreten der an Arbeit und Technik gebundenen Themen innerhalb der Kunstgeschichte zu untersuchen und so die Kunst ins Ensemble der gesellschaftlichen Praxisformen zu reintegrieren : Der Kiinstler, weder Genius ausserhalb der Welt noch blosser Illustrator, wird zu einem Akteur der industriellen Welt.
Title: Joseph Wright de Derby, peintre de la révolution industrielle
Description:
Joseph Wright von Derby.
Der vorliegende Text ist einer Pionierarbeit auf dem Gebiet der Sozialgeschichte der Kunst entnommen, F.
D.
Klingenders Art and the Industrial Revolution (1947 ; deutsche Auflage, 1976).
Die Untersuchung der Auswirkungen der industriellen Revolution auf die Produktion, Distribution und Rezeption der Kunstwerke fordert vom Historiker, mit den traditionellen Hierarchien der Ästhetik zu brechen : Um von den Veränderungen im Gesamt der Kunst Rechenschaft abzulegen, muss sowohl den gemeinhin als «minderwertig» eingestuften Künsten als auch der Produktion der täglichen Gebrauchsgegenstände (Töpferei, Kunstschmiedearbeiten) ein gewichtiger Platz eingeräumt werden.
Klingender, sich fur die Formen interessierend, die die Kunstgeschichte wie auch die Kunstkritik allzuoft in die Finsternis der Nicht-Kunst verbannen, widersetzt sich freilich gleichermassen dem Reduktionismus der Widerspiegelungstheorien, die die ästhetischen Produktionen als blosse Wirkungen behandeln.
Die Künstler haben teil an der industriellen Revolution.
Die Untersuchung der Veränderungen innerhalb der Töpferei macht sichtbar, wie die neue Arbeitsteilung, dabei dem Künstler den Bereich der Konzeption zuweisend, die neuartigen Probleme der industriellen Kreation zum Vorschein bringt : der Status des Künstlers erfährt eine Wandlung, die ersten Grosskapitalisten widmen sich dem Mäzenatentum, mit der Hervorbringung einer industriellen Ästhetik erwirkt die Massenproduktion eine regelrechte Revolution des Geschmacks.
Die Maler George Stubbs und Joseph Wright de Derby sind prototypische Vertreter dieses neuen Künstlertyps : nicht nur interessieren sie sich gleicherweise fur den Fortschritt in Wissenschaft und Technik wie fur die Malerei, sie leben zudem im Kreise von Gelehrten, «Philosophen» und Industriellen.
Wright de Derby ist unter den professionellen Malern der erste, der den neuen Geist der industriellen Revolution zum Ausdruck bringt - Anlass fur Klingender, das Auftreten der an Arbeit und Technik gebundenen Themen innerhalb der Kunstgeschichte zu untersuchen und so die Kunst ins Ensemble der gesellschaftlichen Praxisformen zu reintegrieren : Der Kiinstler, weder Genius ausserhalb der Welt noch blosser Illustrator, wird zu einem Akteur der industriellen Welt.

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