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Mobbing 2.0

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Ben geht in die achte Klasse eines Gymnasiums in einer Kleinstadt. Und er geht ungern. Denn Ben ist ein Außenseiter, der von seinen Klassenkameraden wie Luft behandelt wird – wenn er Glück hat. An glücklosen Tagen wird er von Johannes und dessen Clique tyrannisiert und gemobbt. Und auch Herr Seidel, der unbeliebte Mathematiklehrer, scheint es auf Ben abgesehen zu haben. Seinen einzigen Freund in der Klasse findet Ben in Marcel, einem verschlossenen, sonderbaren Jungen, der vor einem Jahr seinen Vater verlor. Marcel schafft es sogar, dass Johannes Ben in Frieden lässt, unter anderem durch ein paar gekonnt gestreute Gerüchte in einer Online-Community. Als sich Ben wieder durch die spitzen Worte des Mathematiklehrers Seidel angegriffen sieht, der im gleichen Atemzug auch noch Marcel, der nicht zum Unterricht erschienen war, als einzige Krankheit dessen „Blödheit“ bescheinigt, hecken die beiden Freunde einen Racheplan aus, der sich gewaschen hat. Ganz schnell macht die fingierte Kontaktanzeige, die Herrn Seidel eine Schwäche für „junge Dinger mit blonden Zöpfen“ bescheinigt, von Handy zu Handy die Runde auf dem Schulhof. Blöd nur, dass der junge Sozialpädagoge Justus Brand schließlich ein Handy konfisziert und die Sache auffliegt! Ben bekommt es mit der Angst und dem schlechten Gewissen zu tun – aber zu seinem Glück kann der ursprüngliche Absender nicht ermittelt werden. Umso größer ist der Schock, als Ben von dem diffamierenden Handyvideo über Herrn Seidel erfährt, das auf eine Interplattform gestellt wurde. Er hatte den zweiten Teil des „Seidel-Vernichtungsplans“ ganz vergessen und nun war er von Marcel in die Tat umgesetzt worden – und Ben ist mitschuldig! Als die Schule mit dem Problem an die Öffentlichkeit geht, vertraut er sich schließlich dem Sozialpädagogen Brandt an. Marcel und Ben werden von der Schule suspendiert und Ben erlebt zu Hause ein ordentliches Donnerwetter. Dennoch ist er froh – endlich ist es vorbei. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass für Marcel die Geschichte noch nicht vorbei ist! Denn der schwört Rache an Justus Brandt, der sie seiner Meinung nach alle verraten hat. Und Ben soll den Sozialpädagogen in die Falle, eine alte Fabrikhalle,locken, in der Marcel auf sein Opfer warten will. Ben fühlt sich in Marcels Schuld, schließlich hatteder die Verantwortung für das Handyvideo auf sich genommen. So bestellt Ben Justus Brandtzu der Halle. Doch mit der angeblichen Schreckschusspistole, die Marcel dem schockierten Benzeigt, geht Marcel nun wirklich zu weit! Ben muss Brandt warnen, bevor es zu spät ist ...Antje Szillat schildert in Rache@ einfühlsam und dennoch drastisch, wie es in Ben aussieht, der als Außenseiter selbst Opfer von Mobbingattacken ist. Aber sie schafft es auch, das Seelenleben von Marcel zu beleuchten und so klar zu machen, wie aus einem mehr oder weniger ‚harmlosen Scherz’ eine nahezu unaufhaltbare Lawine erwächst, die nicht nur die Opfer unter sich zu begraben droht, sondern auch den Tätern gefährlich nahe kommt. Überhaupt wird deutlich, dass die Frage nach Opfer oder Täter schwer zu beantworten ist. Schließlich hat niemand der Lehrerinnen und Lehrer Marcels Verzweiflung über den Tod des Vaters und seine anschließende Veränderung erkannt, und auch Ben scheint trotz der Bemühungen seiner Eltern recht alleingelassen, besonders mit der Wut über die ungerechte Behandlung durch den Mathematiklehrer und die Klassenkameraden. Vielleicht hätten es in Rache@ etwas weniger drastische Mittel auch getan – das Problem von Mobbing allgemein und Cyberbullying im Speziellen ist ohnehin ernst genug, da ist es vielleicht etwas viel des Guten, den verzweifelten Marcel zur Waffe greifen zu lassen, die der Großvater nachlässig offen zugänglich aufbewahrt – obwohl die Amokläufe der letzten Jahre natürlich auch zeigen, dass dieser Gedanke nicht aus der Luft gegriffen ist. Insgesamt ist Rache@ aber ein gelungenes, ein wichtiges Buch, das auch die Hilflosigkeit von Eltern und Schulen im Umgang mit dem Problem und so den Handlungsbedarf verdeutlicht. Die Unterrichtsmaterialien zum Buch bieten zudem einige Anregungen zum Umgang mit dem Thema im Unterricht. Gerade durch Schilderungen realer Mobbing-Opfer und -Täter erhält das Material die nötige Authentizität und regt zum Nachdenken an. Allerdings sind die Arbeitsblätter für die zehnte Klasse wohl weniger geeignet als für niedrigere Klassenstufen, zumal ab und an der pädagogische Zeigefinger etwas zu deutlich erhoben wird.
Title: Mobbing 2.0
Description:
Ben geht in die achte Klasse eines Gymnasiums in einer Kleinstadt.
Und er geht ungern.
Denn Ben ist ein Außenseiter, der von seinen Klassenkameraden wie Luft behandelt wird – wenn er Glück hat.
An glücklosen Tagen wird er von Johannes und dessen Clique tyrannisiert und gemobbt.
Und auch Herr Seidel, der unbeliebte Mathematiklehrer, scheint es auf Ben abgesehen zu haben.
Seinen einzigen Freund in der Klasse findet Ben in Marcel, einem verschlossenen, sonderbaren Jungen, der vor einem Jahr seinen Vater verlor.
Marcel schafft es sogar, dass Johannes Ben in Frieden lässt, unter anderem durch ein paar gekonnt gestreute Gerüchte in einer Online-Community.
Als sich Ben wieder durch die spitzen Worte des Mathematiklehrers Seidel angegriffen sieht, der im gleichen Atemzug auch noch Marcel, der nicht zum Unterricht erschienen war, als einzige Krankheit dessen „Blödheit“ bescheinigt, hecken die beiden Freunde einen Racheplan aus, der sich gewaschen hat.
Ganz schnell macht die fingierte Kontaktanzeige, die Herrn Seidel eine Schwäche für „junge Dinger mit blonden Zöpfen“ bescheinigt, von Handy zu Handy die Runde auf dem Schulhof.
Blöd nur, dass der junge Sozialpädagoge Justus Brand schließlich ein Handy konfisziert und die Sache auffliegt! Ben bekommt es mit der Angst und dem schlechten Gewissen zu tun – aber zu seinem Glück kann der ursprüngliche Absender nicht ermittelt werden.
Umso größer ist der Schock, als Ben von dem diffamierenden Handyvideo über Herrn Seidel erfährt, das auf eine Interplattform gestellt wurde.
Er hatte den zweiten Teil des „Seidel-Vernichtungsplans“ ganz vergessen und nun war er von Marcel in die Tat umgesetzt worden – und Ben ist mitschuldig! Als die Schule mit dem Problem an die Öffentlichkeit geht, vertraut er sich schließlich dem Sozialpädagogen Brandt an.
Marcel und Ben werden von der Schule suspendiert und Ben erlebt zu Hause ein ordentliches Donnerwetter.
Dennoch ist er froh – endlich ist es vorbei.
Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass für Marcel die Geschichte noch nicht vorbei ist! Denn der schwört Rache an Justus Brandt, der sie seiner Meinung nach alle verraten hat.
Und Ben soll den Sozialpädagogen in die Falle, eine alte Fabrikhalle,locken, in der Marcel auf sein Opfer warten will.
Ben fühlt sich in Marcels Schuld, schließlich hatteder die Verantwortung für das Handyvideo auf sich genommen.
So bestellt Ben Justus Brandtzu der Halle.
Doch mit der angeblichen Schreckschusspistole, die Marcel dem schockierten Benzeigt, geht Marcel nun wirklich zu weit! Ben muss Brandt warnen, bevor es zu spät ist .
Antje Szillat schildert in Rache@ einfühlsam und dennoch drastisch, wie es in Ben aussieht, der als Außenseiter selbst Opfer von Mobbingattacken ist.
Aber sie schafft es auch, das Seelenleben von Marcel zu beleuchten und so klar zu machen, wie aus einem mehr oder weniger ‚harmlosen Scherz’ eine nahezu unaufhaltbare Lawine erwächst, die nicht nur die Opfer unter sich zu begraben droht, sondern auch den Tätern gefährlich nahe kommt.
Überhaupt wird deutlich, dass die Frage nach Opfer oder Täter schwer zu beantworten ist.
Schließlich hat niemand der Lehrerinnen und Lehrer Marcels Verzweiflung über den Tod des Vaters und seine anschließende Veränderung erkannt, und auch Ben scheint trotz der Bemühungen seiner Eltern recht alleingelassen, besonders mit der Wut über die ungerechte Behandlung durch den Mathematiklehrer und die Klassenkameraden.
Vielleicht hätten es in Rache@ etwas weniger drastische Mittel auch getan – das Problem von Mobbing allgemein und Cyberbullying im Speziellen ist ohnehin ernst genug, da ist es vielleicht etwas viel des Guten, den verzweifelten Marcel zur Waffe greifen zu lassen, die der Großvater nachlässig offen zugänglich aufbewahrt – obwohl die Amokläufe der letzten Jahre natürlich auch zeigen, dass dieser Gedanke nicht aus der Luft gegriffen ist.
Insgesamt ist Rache@ aber ein gelungenes, ein wichtiges Buch, das auch die Hilflosigkeit von Eltern und Schulen im Umgang mit dem Problem und so den Handlungsbedarf verdeutlicht.
Die Unterrichtsmaterialien zum Buch bieten zudem einige Anregungen zum Umgang mit dem Thema im Unterricht.
Gerade durch Schilderungen realer Mobbing-Opfer und -Täter erhält das Material die nötige Authentizität und regt zum Nachdenken an.
Allerdings sind die Arbeitsblätter für die zehnte Klasse wohl weniger geeignet als für niedrigere Klassenstufen, zumal ab und an der pädagogische Zeigefinger etwas zu deutlich erhoben wird.

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