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Hüftsonographie-Screening bei Neugeborenen

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Kongenitale Hüftdysplasien und -luxationen haben in der Vergangenheit trotz Therapie häufig zu Spätfolgen (Deformationen und Inkongruenzen) geführt, die zu mehrfachen Korrektur-Eingriffen Anlass gaben und dennoch eine lebenslange Behinderung nicht immer verhindern konnten. Seit langem ist bekannt, dass Residuen und Deformitäten sowie Komplikationen (Wachstumsstörungen des Hüftkopfes) umso eher vermieden werden können, je früher eine Behandlung einsetzt. Es fehlte bislang an einer Möglichkeit der zuverlässigen Frühdiagnose. Auch systematische, klinische Untersuchungen aller Neugeborenen vermochten nicht zu verhindern, dass Dysplasien und Luxationen erst verspätet entdeckt wurden. Dies beruht nicht auf mangelhafter Ausführung des klinischen Screenings, sondern erklärt sich mit der heutigen Erkenntnis, dass die meisten Luxationen sich erst postpartal entwickeln. Pfannendach-Deformitäten ohne Hüftkopfdezentrierung sind klinisch nicht tastbar und werden erst im Erwachsenalter mit beginnender Arthrose manifest.Die Hüftsonographie nach GRAF hat sich als effektive bildgebende Methode zur Frühdiagnose erwiesen. Sie lässt schon bei Geburt mit grosser Zuverlässigkeit jene Fälle erkennen, die unbehandelt später zu erheblichen therapeutischen Schwierigkeiten führen können, wie Luxationen des Hüftkopfes oder Koxarthrosen infolge Dysplasien des Pfannendaches. Bei frühzeitiger Diagnose – möglichst rasch nach Geburt – gelingt auch in schweren Fällen eine vollständige Ausheilung zum anatomisch und funktionell normalen Hüftgelenk, allein mit ambulanter und konservativer Therapie. Deshalb hat sich vielerorts ein sonographisches Screening aller Neugeborenen als Vorsorgemassnahme etabliert. Ein sehr frühzeitig durchgeführtes Screening (möglichst bald nach Geburt) ist medizinsich am wirkungsvollsten. In ökonomischer Hinsicht ist kein Nachteil des frühzeitigen Screenings (höhere Quote von kontrollbedürftigen Befunden) bei Betrachtung der Gesamtkosten (Screening, Kontrollen, Behandlung) nachweisbar.
Hogrefe Publishing Group
Title: Hüftsonographie-Screening bei Neugeborenen
Description:
Kongenitale Hüftdysplasien und -luxationen haben in der Vergangenheit trotz Therapie häufig zu Spätfolgen (Deformationen und Inkongruenzen) geführt, die zu mehrfachen Korrektur-Eingriffen Anlass gaben und dennoch eine lebenslange Behinderung nicht immer verhindern konnten.
Seit langem ist bekannt, dass Residuen und Deformitäten sowie Komplikationen (Wachstumsstörungen des Hüftkopfes) umso eher vermieden werden können, je früher eine Behandlung einsetzt.
Es fehlte bislang an einer Möglichkeit der zuverlässigen Frühdiagnose.
Auch systematische, klinische Untersuchungen aller Neugeborenen vermochten nicht zu verhindern, dass Dysplasien und Luxationen erst verspätet entdeckt wurden.
Dies beruht nicht auf mangelhafter Ausführung des klinischen Screenings, sondern erklärt sich mit der heutigen Erkenntnis, dass die meisten Luxationen sich erst postpartal entwickeln.
Pfannendach-Deformitäten ohne Hüftkopfdezentrierung sind klinisch nicht tastbar und werden erst im Erwachsenalter mit beginnender Arthrose manifest.
Die Hüftsonographie nach GRAF hat sich als effektive bildgebende Methode zur Frühdiagnose erwiesen.
Sie lässt schon bei Geburt mit grosser Zuverlässigkeit jene Fälle erkennen, die unbehandelt später zu erheblichen therapeutischen Schwierigkeiten führen können, wie Luxationen des Hüftkopfes oder Koxarthrosen infolge Dysplasien des Pfannendaches.
Bei frühzeitiger Diagnose – möglichst rasch nach Geburt – gelingt auch in schweren Fällen eine vollständige Ausheilung zum anatomisch und funktionell normalen Hüftgelenk, allein mit ambulanter und konservativer Therapie.
Deshalb hat sich vielerorts ein sonographisches Screening aller Neugeborenen als Vorsorgemassnahme etabliert.
Ein sehr frühzeitig durchgeführtes Screening (möglichst bald nach Geburt) ist medizinsich am wirkungsvollsten.
In ökonomischer Hinsicht ist kein Nachteil des frühzeitigen Screenings (höhere Quote von kontrollbedürftigen Befunden) bei Betrachtung der Gesamtkosten (Screening, Kontrollen, Behandlung) nachweisbar.

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