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Hefebefunde bei Reihenuntersuchungen an Soldaten der Bundeswehr
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ZusammenfassungBei Reihenuntersuchungen an 1325 Soldaten wurde die Sproßpilzbesiedlung der Mund‐böhle (1325 Abstriche), der Analregion (949 Abstriche), des Penis (1325 Abklatsch‐Kul‐turen) und der Faeces (1054 Stuhlproben) untersucht. Die Abstriche wurden in flüssiger Bierwürze und auf Kimmig‐Agar angelegt, auf Reisagar wurden die Hefen nach der Gat‐tung identifiziert, die Candida‐Arten nach Lodder und Kreger van Rij bestimmt. Bei der Untersuchung wurden hormonelle Antikonzeptiva der Partnerin, Antibiotika in der Anamnese, Pruritus ani und reichlicher Smegma‐Belag des Penis lochkartengerecht doku‐mentiert. Das Material wurde maschinell ausgewertet. Hefen konnten in 47,1 % oral, in 27,3 % intestinal, in 12,1 % anal und in 10,7 % genital gefunden werden. 50 % der Soldaten wiesen Candida albicans und andere Candida‐Arten an irgendeiner der untersuchten Lo‐kalisationen auf. Von alien Hefen dominieren Candida‐Arten auf den Schleimhäuten, von ihnen Candida albicans am häufigsten: in der Mundhöhle mit 38,4 %, in den Faeces mit 18,7%, anal mit 8,1 % und genital mit 3,6%. Das quantitative Verhältnis von Candida albicans zu anderen Candida spec. und Hefen ist immer gleich, lediglich am Penis überwiegen Hefen der Gattung Torulopsis. Nach Candida albicans sind intestinal Candida krusei und Candida reukaufii, am Penis Candida guilliermondii, oral und anal Candida tropicalis am häufigsten. In den Gruppen mit Antibiotika‐Anamnese, Pruritus ani und Smegma‐Belag konnte im Vergleich zu den Kontroll‐Gruppen keine signifikant höhere Besiedlung der Schleimhäute und des Penis mit Hefen nachgewiesen werden. Es ist jedoch bemerkens‐wert, daß bei Soldaten, deren Partnerin hormonelle Antikonzeptiva nimmt, ein signifikant höherer Befall des Penis mit Hefen festgestellt werden konnte.SummaryThe yeast flora of 1325 soldiers of the German Bundeswehr was studied. Material for the mycological examination was collected from the oral cavity and the penis (1325 specimens), from the faeces (1054 specimens) and from the anus (949 specimens). The samples were inoculated into wortbroth and Kimmig‐Agar at room temperature. The yeasts were identified on rice cream agar, the Candida spec. according to Lodder and Kreger van Rij. Contraceptive pills of the girl‐friend, antibiotics, taken during the last sixth months, pruritus ani and smegma of the glans penis were documented. The incidence of yeasts in the oral cavity was 47,1 %, in the intestines 27,3 %, around the anus 12,1 % and on the penis 10,7 %. Exactly half of the soldiers harboured Candida albicans or other Candida spec. at any of the investigated areas. Among the yeasts Candida spec. are prevalent on the mucuous membranes, mainly Candida albicans: in the mouth in 38,4 %, in the faecal material in 18,7 %, around the anus in 8,1 % and on the penis in 3,6 %. The quantitative relation between Candida albicans to the other Candida spec. and yeasts is always at the same level, except on the penis, where Torulopsis spec. was found to be of higher incidence. Candida albicans is followed in the faecal material by Candida krusei and Candida reukaufii, on the genitals by Candida guilliermondii and in the mouth and anus by Candida tropicalis. There was no statistically significant increase of the yeast‐flora in the groups with antibiotics, pruritus ani and smegma compared with the control groups. Yet it is remarkable that soldiers, whose girl‐friends are taking contraceptive pills, have a significant higher amount of yeasts of the penis.Es hat den Anschein, als ob die Erkrankungen, die durch Candida albicans hervorgeru‐rufen werden, im letzten Dezennium an Häufigkeit und Schwere zugenommen haben. Als Ursache dieser änderung im epidemiologischen Verhalten nimmt man im allgemeinen die weit verbreitete Anwendung von Antibiotika, Corticosteroiden und hormonellen Anti‐konzeptiva an. Geht man unter den Sproßpilzen vom, „pathogenen” Charakter der Candida albicans aus, so bereiten die änderungen im epidemiologischen Verhalten dem Ver‐ständnis Schwierigkeiten. Offensichtlich sind die Vorstellungen über das Candida albicans‐Reservoir bei Gesunden für das Verständnis der epidemiologischen Vorgänge unzurei‐chend. Daher wurde die Möglichkeit genutzt, in Reihenuntersuchungen an 1325 Soldaten neben Mykosen der Haut auch die Sproßpilzbesiedlung der Mundhöhle, der Analregion und des Genitale sowie in den Faeces festzustellen.
Title: Hefebefunde bei Reihenuntersuchungen an Soldaten der Bundeswehr
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ZusammenfassungBei Reihenuntersuchungen an 1325 Soldaten wurde die Sproßpilzbesiedlung der Mund‐böhle (1325 Abstriche), der Analregion (949 Abstriche), des Penis (1325 Abklatsch‐Kul‐turen) und der Faeces (1054 Stuhlproben) untersucht.
Die Abstriche wurden in flüssiger Bierwürze und auf Kimmig‐Agar angelegt, auf Reisagar wurden die Hefen nach der Gat‐tung identifiziert, die Candida‐Arten nach Lodder und Kreger van Rij bestimmt.
Bei der Untersuchung wurden hormonelle Antikonzeptiva der Partnerin, Antibiotika in der Anamnese, Pruritus ani und reichlicher Smegma‐Belag des Penis lochkartengerecht doku‐mentiert.
Das Material wurde maschinell ausgewertet.
Hefen konnten in 47,1 % oral, in 27,3 % intestinal, in 12,1 % anal und in 10,7 % genital gefunden werden.
50 % der Soldaten wiesen Candida albicans und andere Candida‐Arten an irgendeiner der untersuchten Lo‐kalisationen auf.
Von alien Hefen dominieren Candida‐Arten auf den Schleimhäuten, von ihnen Candida albicans am häufigsten: in der Mundhöhle mit 38,4 %, in den Faeces mit 18,7%, anal mit 8,1 % und genital mit 3,6%.
Das quantitative Verhältnis von Candida albicans zu anderen Candida spec.
und Hefen ist immer gleich, lediglich am Penis überwiegen Hefen der Gattung Torulopsis.
Nach Candida albicans sind intestinal Candida krusei und Candida reukaufii, am Penis Candida guilliermondii, oral und anal Candida tropicalis am häufigsten.
In den Gruppen mit Antibiotika‐Anamnese, Pruritus ani und Smegma‐Belag konnte im Vergleich zu den Kontroll‐Gruppen keine signifikant höhere Besiedlung der Schleimhäute und des Penis mit Hefen nachgewiesen werden.
Es ist jedoch bemerkens‐wert, daß bei Soldaten, deren Partnerin hormonelle Antikonzeptiva nimmt, ein signifikant höherer Befall des Penis mit Hefen festgestellt werden konnte.
SummaryThe yeast flora of 1325 soldiers of the German Bundeswehr was studied.
Material for the mycological examination was collected from the oral cavity and the penis (1325 specimens), from the faeces (1054 specimens) and from the anus (949 specimens).
The samples were inoculated into wortbroth and Kimmig‐Agar at room temperature.
The yeasts were identified on rice cream agar, the Candida spec.
according to Lodder and Kreger van Rij.
Contraceptive pills of the girl‐friend, antibiotics, taken during the last sixth months, pruritus ani and smegma of the glans penis were documented.
The incidence of yeasts in the oral cavity was 47,1 %, in the intestines 27,3 %, around the anus 12,1 % and on the penis 10,7 %.
Exactly half of the soldiers harboured Candida albicans or other Candida spec.
at any of the investigated areas.
Among the yeasts Candida spec.
are prevalent on the mucuous membranes, mainly Candida albicans: in the mouth in 38,4 %, in the faecal material in 18,7 %, around the anus in 8,1 % and on the penis in 3,6 %.
The quantitative relation between Candida albicans to the other Candida spec.
and yeasts is always at the same level, except on the penis, where Torulopsis spec.
was found to be of higher incidence.
Candida albicans is followed in the faecal material by Candida krusei and Candida reukaufii, on the genitals by Candida guilliermondii and in the mouth and anus by Candida tropicalis.
There was no statistically significant increase of the yeast‐flora in the groups with antibiotics, pruritus ani and smegma compared with the control groups.
Yet it is remarkable that soldiers, whose girl‐friends are taking contraceptive pills, have a significant higher amount of yeasts of the penis.
Es hat den Anschein, als ob die Erkrankungen, die durch Candida albicans hervorgeru‐rufen werden, im letzten Dezennium an Häufigkeit und Schwere zugenommen haben.
Als Ursache dieser änderung im epidemiologischen Verhalten nimmt man im allgemeinen die weit verbreitete Anwendung von Antibiotika, Corticosteroiden und hormonellen Anti‐konzeptiva an.
Geht man unter den Sproßpilzen vom, „pathogenen” Charakter der Candida albicans aus, so bereiten die änderungen im epidemiologischen Verhalten dem Ver‐ständnis Schwierigkeiten.
Offensichtlich sind die Vorstellungen über das Candida albicans‐Reservoir bei Gesunden für das Verständnis der epidemiologischen Vorgänge unzurei‐chend.
Daher wurde die Möglichkeit genutzt, in Reihenuntersuchungen an 1325 Soldaten neben Mykosen der Haut auch die Sproßpilzbesiedlung der Mundhöhle, der Analregion und des Genitale sowie in den Faeces festzustellen.
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