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Medizinische Praxis im alten Griechenland: die pädiatrischen Fallberichte des Corpus Hippocraticum

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ZusammenfassungDie Fragestellung dieser Arbeit lautet: Welche theoretische und praktische Fachkompetenz vermitteln die pädiatrischen Kasuistiken des Corpus Hippocraticum? Zur Beantwortung wurden die 431 hippokratischen Kasuistiken auf Berichte und Kommentare zu Diagnostik, Therapie und Prognose von Erkrankungen des Kindesalters bei Einzelpersonen und Gruppen von Patienten untersucht. In den 7 Büchern der hippokratischen „Epidemien“ werden insgesamt 60 kranke Kinder und Jugendliche beschrieben. Die wesentlichen Symptome waren Fieber, Kopfschmerz, Bauchschmerzen, Nasenbluten, Appetitlosigkeit und Hörverlust, die häufigsten Leiden Dysenterie, Dysurie, Frakturen, Lähmungen und Bewusstlosigkeit. Knaben bildeten mehr als 2 Drittel der Klientel. Die anamnestischen Angaben der Patienten zum Verlauf der Erkrankung waren oft spärlich. Die Diagnostik konzentrierte sich auf Inspektion und Palpation. Unter den konservativen Behandlungsmaßnahmen dominierten Purgation, Diät, körperliche Übungen und Bäder. Invasive Verfahren wurden selten eingesetzt. Der hippokratische Arzt hat eine große Zahl unterschiedlicher akuter und chronischer Leiden des Kindes- und Jugendalters diagnostiziert und therapiert. Über fieberassoziierte Syndrome und Verletzungsfolgen wird am häufigsten und gleichzeitig besonders minutiös berichtet. Die Kasuistiken, in denen der Verlauf im Tagesrhythmus dargestellt ist, sind, auch wenn es sich zumeist um allgemein bekannte Symptome handelt, außergewöhnlich einfühlsam. Auch Erkrankungen der Kiefer und Zähne sind mehrfach dokumentiert. In vielen Fällen führten konservative Maßnahmen weder allein noch in Kombination mit den wenigen verfügbaren interventionellen Techniken zu einem anhaltenden Erfolg. Nur von einigen Kindern wird über dauerhafte Genesung berichtet. Die für die Ärzte wenig ruhmreiche Behandlungsbilanz ist der entscheidende Grund für das große Vertrauen, das die Wissenschaft in die Glaubwürdigkeit der pädiatrischen Kasuistiken des Hippokrates setzt.
Title: Medizinische Praxis im alten Griechenland: die pädiatrischen Fallberichte des Corpus Hippocraticum
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ZusammenfassungDie Fragestellung dieser Arbeit lautet: Welche theoretische und praktische Fachkompetenz vermitteln die pädiatrischen Kasuistiken des Corpus Hippocraticum? Zur Beantwortung wurden die 431 hippokratischen Kasuistiken auf Berichte und Kommentare zu Diagnostik, Therapie und Prognose von Erkrankungen des Kindesalters bei Einzelpersonen und Gruppen von Patienten untersucht.
In den 7 Büchern der hippokratischen „Epidemien“ werden insgesamt 60 kranke Kinder und Jugendliche beschrieben.
Die wesentlichen Symptome waren Fieber, Kopfschmerz, Bauchschmerzen, Nasenbluten, Appetitlosigkeit und Hörverlust, die häufigsten Leiden Dysenterie, Dysurie, Frakturen, Lähmungen und Bewusstlosigkeit.
Knaben bildeten mehr als 2 Drittel der Klientel.
Die anamnestischen Angaben der Patienten zum Verlauf der Erkrankung waren oft spärlich.
Die Diagnostik konzentrierte sich auf Inspektion und Palpation.
Unter den konservativen Behandlungsmaßnahmen dominierten Purgation, Diät, körperliche Übungen und Bäder.
Invasive Verfahren wurden selten eingesetzt.
Der hippokratische Arzt hat eine große Zahl unterschiedlicher akuter und chronischer Leiden des Kindes- und Jugendalters diagnostiziert und therapiert.
Über fieberassoziierte Syndrome und Verletzungsfolgen wird am häufigsten und gleichzeitig besonders minutiös berichtet.
Die Kasuistiken, in denen der Verlauf im Tagesrhythmus dargestellt ist, sind, auch wenn es sich zumeist um allgemein bekannte Symptome handelt, außergewöhnlich einfühlsam.
Auch Erkrankungen der Kiefer und Zähne sind mehrfach dokumentiert.
In vielen Fällen führten konservative Maßnahmen weder allein noch in Kombination mit den wenigen verfügbaren interventionellen Techniken zu einem anhaltenden Erfolg.
Nur von einigen Kindern wird über dauerhafte Genesung berichtet.
Die für die Ärzte wenig ruhmreiche Behandlungsbilanz ist der entscheidende Grund für das große Vertrauen, das die Wissenschaft in die Glaubwürdigkeit der pädiatrischen Kasuistiken des Hippokrates setzt.

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