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Bestimmung des postmortalen Intervalls von Langknochen eines Friedhofskollektivs - ein Methodenvergleich

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Hintergrund und Zielsetzung Die Bestimmung des postmortalen Intervalls (PMI) stellt eine zentrale Herausforderung innerhalb der forensischen Osteologie dar, wobei die Differenzierung zwischen forensisch relevanten und historischen Überresten von besonderem Interesse ist. In der Praxis werden dafür neben der makroskopischen Beurteilung weitere Methoden wie die UV-Fluoreszenz und die Luminolreaktion herangezogen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, diese Methoden systematisch zu vergleichen und ihre Aussagekraft im Kontext der forensischen Begutachtung zu bewerten. Ausgangslage und Fallkontext Die Knochen, die das zu untersuchende Kollektiv bildeten, waren zuvor von einem „Knochensammler“ von Frankfurter Friedhöfen aus Grabaushüben entwendet und in seiner Wohnung gehortet worden. Ein genaues postmortales Intervall (PMI) war daher nicht bekannt, konnte aber aufgrund rechtlicher Bestimmungen und auf Basis der Friedhofsverordnungen zwischen 20 und etwa 100 Jahren eingegrenzt werden. Material und Methoden Die menschlichen Langknochen wurden einer makroskopischen Beurteilung anhand etablierter Kriterien unterzogen und in verschiedene Kategorien in Bezug auf das anzunehmende PMI unterteilt. Im Anschluss wurde die UV-Fluoreszenz an einer frisch gesetzten Sägefläche bewertet und weiterhin das beim Sägen entstandene Knochenmehl mit Luminollösung zur Beurteilung der Intensität der Chemilumineszenz versetzt. Ergebnisse Es wurde ein signifikanter negativer Zusammenhang zwischen dem Grad der UV-Fluoreszenz und dem angenommenen PMI nachgewiesen. Eine vollständige Fluoreszenz wurde fast ausschließlich in der Gruppe mit dem angenommenen PMI „sicher unter 50 Jahren“ beobachtet, in der Gruppe mit angenommenem PMI „sicher über 50 Jahren“ kein einziger Fall mit vollständiger Fluoreszenz. Im Gegensatz dazu zeigte die Intensität der Chemilumineszenz sogar eine schwache, aber signifikante positive Korrelation. Bemerkenswert war hierbei, dass selbst in der Gruppe mit einem PMI von „sicher“ oder „eher über 50 Jahren“ noch ein hoher Anteil an stark positiver Chemilumineszenz vorlag. Diskussion Die Ergebnisse der Studie bestätigten die weiterhin zentrale Bedeutung der makroskopischen Beurteilung bei der Schätzung des postmortalen Intervalls. Die UV-Fluoreszenz kann als ergänzendes Instrument herangezogen werden, besitzt jedoch methodische Grenzen, insbesondere in Bezug auf falsch-negative Befunde. Die Luminolreaktion erwies sich in dieser Untersuchung nicht als geeignet, um das PMI zuverlässig zu bestimmen, da sie in erheblichem Maße von Störfaktoren, wie dem Einfluss von Umweltfaktoren, beeinflusst zu sein scheint. Die Bewertung sollte daher immer in Kombination mit der makroskopischen Beurteilung erfolgen.
University Library J. C. Senckenberg
Title: Bestimmung des postmortalen Intervalls von Langknochen eines Friedhofskollektivs - ein Methodenvergleich
Description:
Hintergrund und Zielsetzung Die Bestimmung des postmortalen Intervalls (PMI) stellt eine zentrale Herausforderung innerhalb der forensischen Osteologie dar, wobei die Differenzierung zwischen forensisch relevanten und historischen Überresten von besonderem Interesse ist.
In der Praxis werden dafür neben der makroskopischen Beurteilung weitere Methoden wie die UV-Fluoreszenz und die Luminolreaktion herangezogen.
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, diese Methoden systematisch zu vergleichen und ihre Aussagekraft im Kontext der forensischen Begutachtung zu bewerten.
Ausgangslage und Fallkontext Die Knochen, die das zu untersuchende Kollektiv bildeten, waren zuvor von einem „Knochensammler“ von Frankfurter Friedhöfen aus Grabaushüben entwendet und in seiner Wohnung gehortet worden.
Ein genaues postmortales Intervall (PMI) war daher nicht bekannt, konnte aber aufgrund rechtlicher Bestimmungen und auf Basis der Friedhofsverordnungen zwischen 20 und etwa 100 Jahren eingegrenzt werden.
Material und Methoden Die menschlichen Langknochen wurden einer makroskopischen Beurteilung anhand etablierter Kriterien unterzogen und in verschiedene Kategorien in Bezug auf das anzunehmende PMI unterteilt.
Im Anschluss wurde die UV-Fluoreszenz an einer frisch gesetzten Sägefläche bewertet und weiterhin das beim Sägen entstandene Knochenmehl mit Luminollösung zur Beurteilung der Intensität der Chemilumineszenz versetzt.
Ergebnisse Es wurde ein signifikanter negativer Zusammenhang zwischen dem Grad der UV-Fluoreszenz und dem angenommenen PMI nachgewiesen.
Eine vollständige Fluoreszenz wurde fast ausschließlich in der Gruppe mit dem angenommenen PMI „sicher unter 50 Jahren“ beobachtet, in der Gruppe mit angenommenem PMI „sicher über 50 Jahren“ kein einziger Fall mit vollständiger Fluoreszenz.
Im Gegensatz dazu zeigte die Intensität der Chemilumineszenz sogar eine schwache, aber signifikante positive Korrelation.
Bemerkenswert war hierbei, dass selbst in der Gruppe mit einem PMI von „sicher“ oder „eher über 50 Jahren“ noch ein hoher Anteil an stark positiver Chemilumineszenz vorlag.
Diskussion Die Ergebnisse der Studie bestätigten die weiterhin zentrale Bedeutung der makroskopischen Beurteilung bei der Schätzung des postmortalen Intervalls.
Die UV-Fluoreszenz kann als ergänzendes Instrument herangezogen werden, besitzt jedoch methodische Grenzen, insbesondere in Bezug auf falsch-negative Befunde.
Die Luminolreaktion erwies sich in dieser Untersuchung nicht als geeignet, um das PMI zuverlässig zu bestimmen, da sie in erheblichem Maße von Störfaktoren, wie dem Einfluss von Umweltfaktoren, beeinflusst zu sein scheint.
Die Bewertung sollte daher immer in Kombination mit der makroskopischen Beurteilung erfolgen.

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