Javascript must be enabled to continue!
Die Küstenlandschaft von St. Peter-Ording
View through CrossRef
Die Küstenbereiche von St. Peter-Ording sind in ihrer besonderen Ausstattung mit gefährdeten Arten einmalig an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. 2009 wurden die wichtigsten Lebensräume in Hinblick auf Populationen gefährdeter und
besonderer Gefäßpflanzenarten untersucht. Ziel war die Identifikation besonderer Schwerpunkte der Artenvielfalt und die Erarbeitung von Vorschlägen für ihren Schutz. Das Untersuchungsgebiet zeichnet sich durch eine besondere landschaftliche
Vielfalt aus. Die naturnahen Salzmarschen-, Strandwall- und Dünenlebensräume mit einem vielfältigen Nebeneinander von verschiedenen, durch natürliche Küstendynamik geschaffenen Sukzessionsstadien bieten Refugien für viele konkurrenzschwache
Spezialisten. Zudem konnten sich in St. Peter einige Sippen historischer Kulturlandschaften auf den extensiv beweideten, teils moorigen Vorländern erhalten. Seit dem Jahr 2000 wurde im Untersuchungsgebiet die bemerkenswert hohe Anzahl von 58
Gefäßpflanzenarten der aktuellen Roten Liste Schleswig-Holsteins gefunden. 10 Arten sind landesweit vom Aussterben bedroht (RL 1), 15 Sippen gelten als „stark gefährdet“ (RL 2), und 33 sind „gefährdet“ (RL 3). Für 44 Arten, die in St.
Peter-Ording vorkommen, trägt Schleswig-Holstein für die bundesweite Erhaltung eine besondere Verantwortung. Für 5 Sippen trägt Deutschland eine globale biogeografische Verantwortung (Anagallis minima, Blysmus compressus, Dactylorhiza
majalis ssp. Majalis, Juncus anceps, Radiola linoides). Von den Arten der Roten Liste sind die Vorkommen von 3 Sippen in St. Peter akut vom Aussterben bedroht, 9 Sippen sind in St. Peter gefährdet, zwei Sippen vermutlich gefährdet. Für
40 Arten der Roten Liste sind augenblicklich in St. Peter keine akuten Gefährdungen erkennbar. Wichtig für die Erhaltung der Artenvielfalt ist es, weiterhin eine möglichst ungestörte Küstendynamik zu ermöglichen. Die Bildung von Primärdünen
und primären Salzrasen darf auch im Hinblick auf den Meeresspiegelanstieg nicht durch Strandparken im Dünenbereich, Reinigen des Strandes, Reiten und ähnliche Aktivitäten gestört werden. Aus Artenschutzsicht positiv zu bewerten ist die
extensive Beweidung von Teilen des Vorlandes, die beibehalten, aber nicht intensiviert werden sollte. Unter den verschollenen oder akut vom Aussterben bedrohten Arten befinden sich besonders viele Sippen der wechselfeuchten und vermoorten
Dünentäler und Feuchtheiden. Ursachen sind der Verlust von Dünenheiden durch Bebauung und Aufforstung, die Absenkung des Grundwasserspiegels, der Verlust der natürlichen Küstendynamik in den binnendeichs liegenden Dünen und vor allem das
Zuwachsen rnit standortfremden Gehölzen. Um die letzten Reste der Dünenheiden zu erhalten. Ist die Freistellung der wichtigsten Dünenreste von Gehölzaufwuchs dringend nötig. Zu überlegen ist auch die vorsichtige Schaffung von Pionierarealen
durch kleinflächiges Plaggen in den binnendeichs gelegenen Dünen. Der Seedeich nördlich von St. Peter stellt für eine Reihe bedeutsamer Arten ein wichtiges Refugium dar. Daher sollte auf diese Sippen bei den geplanten Deicherhöhungen
Rücksicht genommen werden.
Arbeitsgemeinschaft Geobotanik in Schleswig-Holstein und Hamburg e.V.
Title: Die Küstenlandschaft von St. Peter-Ording
Description:
Die Küstenbereiche von St.
Peter-Ording sind in ihrer besonderen Ausstattung mit gefährdeten Arten einmalig an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.
2009 wurden die wichtigsten Lebensräume in Hinblick auf Populationen gefährdeter und
besonderer Gefäßpflanzenarten untersucht.
Ziel war die Identifikation besonderer Schwerpunkte der Artenvielfalt und die Erarbeitung von Vorschlägen für ihren Schutz.
Das Untersuchungsgebiet zeichnet sich durch eine besondere landschaftliche
Vielfalt aus.
Die naturnahen Salzmarschen-, Strandwall- und Dünenlebensräume mit einem vielfältigen Nebeneinander von verschiedenen, durch natürliche Küstendynamik geschaffenen Sukzessionsstadien bieten Refugien für viele konkurrenzschwache
Spezialisten.
Zudem konnten sich in St.
Peter einige Sippen historischer Kulturlandschaften auf den extensiv beweideten, teils moorigen Vorländern erhalten.
Seit dem Jahr 2000 wurde im Untersuchungsgebiet die bemerkenswert hohe Anzahl von 58
Gefäßpflanzenarten der aktuellen Roten Liste Schleswig-Holsteins gefunden.
10 Arten sind landesweit vom Aussterben bedroht (RL 1), 15 Sippen gelten als „stark gefährdet“ (RL 2), und 33 sind „gefährdet“ (RL 3).
Für 44 Arten, die in St.
Peter-Ording vorkommen, trägt Schleswig-Holstein für die bundesweite Erhaltung eine besondere Verantwortung.
Für 5 Sippen trägt Deutschland eine globale biogeografische Verantwortung (Anagallis minima, Blysmus compressus, Dactylorhiza
majalis ssp.
Majalis, Juncus anceps, Radiola linoides).
Von den Arten der Roten Liste sind die Vorkommen von 3 Sippen in St.
Peter akut vom Aussterben bedroht, 9 Sippen sind in St.
Peter gefährdet, zwei Sippen vermutlich gefährdet.
Für
40 Arten der Roten Liste sind augenblicklich in St.
Peter keine akuten Gefährdungen erkennbar.
Wichtig für die Erhaltung der Artenvielfalt ist es, weiterhin eine möglichst ungestörte Küstendynamik zu ermöglichen.
Die Bildung von Primärdünen
und primären Salzrasen darf auch im Hinblick auf den Meeresspiegelanstieg nicht durch Strandparken im Dünenbereich, Reinigen des Strandes, Reiten und ähnliche Aktivitäten gestört werden.
Aus Artenschutzsicht positiv zu bewerten ist die
extensive Beweidung von Teilen des Vorlandes, die beibehalten, aber nicht intensiviert werden sollte.
Unter den verschollenen oder akut vom Aussterben bedrohten Arten befinden sich besonders viele Sippen der wechselfeuchten und vermoorten
Dünentäler und Feuchtheiden.
Ursachen sind der Verlust von Dünenheiden durch Bebauung und Aufforstung, die Absenkung des Grundwasserspiegels, der Verlust der natürlichen Küstendynamik in den binnendeichs liegenden Dünen und vor allem das
Zuwachsen rnit standortfremden Gehölzen.
Um die letzten Reste der Dünenheiden zu erhalten.
Ist die Freistellung der wichtigsten Dünenreste von Gehölzaufwuchs dringend nötig.
Zu überlegen ist auch die vorsichtige Schaffung von Pionierarealen
durch kleinflächiges Plaggen in den binnendeichs gelegenen Dünen.
Der Seedeich nördlich von St.
Peter stellt für eine Reihe bedeutsamer Arten ein wichtiges Refugium dar.
Daher sollte auf diese Sippen bei den geplanten Deicherhöhungen
Rücksicht genommen werden.
Related Results
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde in Viborg Archäologische Untersuchungen der Stadt ViborgSchon seit dem 17. Jahrhundert hat man die historisch-topographische Entwicklung der Stadt Viborg zum Gegenstan...
E-Learning
E-Learning
E-Learning ist heute aus keinem pädagogischen Lehrraum mehr wegzudenken. In allen Bereichen von Schule über die berufliche bis zur universitären Ausbildung und besonders im Bereich...
Metabolismusstudien an Mykotoxinen
Metabolismusstudien an Mykotoxinen
ZusammenfassungMykotoxine sind toxische Sekundärmetaboliten verschiedener Schimmelpilze. Aufgrund der weiten Verbreitung der Pilze kommen Mykotoxine ubiquitär in Lebens‐ und Futter...
Interaktion von Shiga Toxin mit primären humanen intestinalen und renalen Epithelzellen
Interaktion von Shiga Toxin mit primären humanen intestinalen und renalen Epithelzellen
ZusammenfassungInfektionen durch enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)‐Bakterien können beim Menschen wässrige und blutige Durchfälle verursachen und im schlimmsten Fall das...
Der Diskurs um Medien und Werte ist weiter zu fassen
Der Diskurs um Medien und Werte ist weiter zu fassen
Die Debatte um Werte und Medien begleitet die Gesellschaft und speziell die Pädagogik seit dem Aufkommen der sogenannten Massenmedien. Im Mittelpunkt stand und steht noch immer die...
Konceptualizacija temporal'nosti v poėtike Iosifa Brodskogo = Zeitkonzepte in der Poetik Iosif Brodskijs
Konceptualizacija temporal'nosti v poėtike Iosifa Brodskogo = Zeitkonzepte in der Poetik Iosif Brodskijs
Iosif Brodskij (Joseph Brodsky) ist wahrlich kein unbeschriebenes Blatt in der Forschung der neueren russischen Literatur. Brodskijs Freund Lev Losev sprach ironisch von der Produk...
Entwicklung massenspektrometrischer Methoden zur Analytik von Mykotoxinen in Innenräumen
Entwicklung massenspektrometrischer Methoden zur Analytik von Mykotoxinen in Innenräumen
ZusammenfassungEin Schimmelpilzbefall tritt in Deutschland in etwa jeder zehnten Wohnung auf und kann gesundheitliche Beeinträchtigungen von Bewohnenden auslösen. Die Beschwerden r...
Entwicklung HPLC‐MS/MS‐basierter Methoden zur Multi‐Mykotoxinanalytik in Humanurin
Entwicklung HPLC‐MS/MS‐basierter Methoden zur Multi‐Mykotoxinanalytik in Humanurin
ZusammenfassungMykotoxine sind toxische Sekundärmetaboliten von Schimmelpilzen verschiedener Gattungen. Der Befall von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen wie Getreide, Obst, Nüssen ...

