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Die Verortung des Satzes vom Widerspruch bei Kant und Fichte
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Zusammenfassung
Kant legt bereits 1755 den Grundstein für eine neue Philosophie der Logik, als er zwischen logischen und ontologischen Versionen des Prinzips des zureichenden Grundes unterscheidet. Er tut dies jedoch nicht mit dem Widerspruchsprinzip. Als er in seiner Kritik der reinen Vernunft der formalen Logik eine transzendentale Logik zur Seite stellt, die das Denken untersucht, insofern es sich auf die Gegenstände bezieht und die zugleich die Gesetze der Gegenstände einschließt, steht er vor der Frage, welcher der beiden Logiken er das Prinzip des Widerspruchs zuordnen soll. Seine Entscheidung für die formale Logik eröffnet die Frage, warum das Prinzip auch in der Erfahrungswelt gilt. In meinem Beitrag stelle ich Fichtes frühe Philosophie der Logik als eine Lösung dieses Problems vor. Ich argumentiere, dass der Satz vom Widerspruch bei ihm im Begriff ist, zu einem transzendentalen Prinzip der Gegenstandskonstitution zu werden. In diesem Sinne spricht Fichte bereits in der Rezension des Aenesidemus von einer realen Gültigkeit des Satzes vom Widerspruch. Als dann in der Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre die Kategorie der Negation in einem zweistufigen Abstraktionsverfahren erst in einem zweiten Schritt aus dem Widerspruchsprinzip entwickelt wird, zeigt sich, dass dieses mindestens ebenso viel „transzendentalen Inhalt“ (im Sinne Kants) haben muss wie die Kategorie selbst. Das bedeutet auch, dass dieses Prinzip nicht mehr zu einer Logik gehören kann, die keine Erkenntnisdignität hat und nur die Regeln des Denkens enthält.
Title: Die Verortung des Satzes vom Widerspruch bei Kant und Fichte
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Zusammenfassung
Kant legt bereits 1755 den Grundstein für eine neue Philosophie der Logik, als er zwischen logischen und ontologischen Versionen des Prinzips des zureichenden Grundes unterscheidet.
Er tut dies jedoch nicht mit dem Widerspruchsprinzip.
Als er in seiner Kritik der reinen Vernunft der formalen Logik eine transzendentale Logik zur Seite stellt, die das Denken untersucht, insofern es sich auf die Gegenstände bezieht und die zugleich die Gesetze der Gegenstände einschließt, steht er vor der Frage, welcher der beiden Logiken er das Prinzip des Widerspruchs zuordnen soll.
Seine Entscheidung für die formale Logik eröffnet die Frage, warum das Prinzip auch in der Erfahrungswelt gilt.
In meinem Beitrag stelle ich Fichtes frühe Philosophie der Logik als eine Lösung dieses Problems vor.
Ich argumentiere, dass der Satz vom Widerspruch bei ihm im Begriff ist, zu einem transzendentalen Prinzip der Gegenstandskonstitution zu werden.
In diesem Sinne spricht Fichte bereits in der Rezension des Aenesidemus von einer realen Gültigkeit des Satzes vom Widerspruch.
Als dann in der Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre die Kategorie der Negation in einem zweistufigen Abstraktionsverfahren erst in einem zweiten Schritt aus dem Widerspruchsprinzip entwickelt wird, zeigt sich, dass dieses mindestens ebenso viel „transzendentalen Inhalt“ (im Sinne Kants) haben muss wie die Kategorie selbst.
Das bedeutet auch, dass dieses Prinzip nicht mehr zu einer Logik gehören kann, die keine Erkenntnisdignität hat und nur die Regeln des Denkens enthält.
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