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Akut erworbene konkomitante Esotropie Typ 2 – eine retrospektive Analyse

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Zusammenfassung Hintergrund Akutes erworbenes konkomitantes Einwärtsschielen (acute acquired comitant esotropia, AACE) ist eine seltene Schielform. Es besteht Konsens, dass zu den klinischen Merkmalen des AACE Typ 2 im Kindesalter folgende Merkmale gehören: akuter Schielbeginn im etwa 3. Lebensjahr, relativ großer konkomitanter, nicht akkommodativer Schielwinkel, Hyperopie von maximal 3,0 dpt und eine normale Sensorik. Die Diagnose eines AACE Typ 2 stellt eine dringliche Therapieindikation dar, um einen irreversiblen Verlust des bereits erworbenen binokularen Sehens zu vermeiden. Um die klinischen Charakteristika von AACE Typ 2 zu analysieren, wählten wir folgendes Studiendesign. Patienten und Methoden Retrospektive Datenanalyse der Patienten, die zwischen Oktober 2011 und September 2019 eine Strabismusoperation aufgrund der Verdachtsdiagnose eines AACE Typ 2 an unserer Klinik erhielten, welche sich auch postoperativ anhand von Stellung und Binokularitätsgrad bestätigen ließ. Analysierte Daten beinhalteten: Alter und Symptome bei Erstuntersuchung, Visus, Refraktion, Brillenkorrektur, Alter bei Operation, Intervall von Erstsymptomatik bis zur Operation, Operationsverfahren, Schielwinkel und Binokularitätsgrad (präoperativ und postoperativ 1 Tag, postoperativ 3 und 12 Monate). Die Analyse wurde durch die kantonale Ethikkommission Zürich genehmigt. Ergebnisse Daten von 18 Patienten (12 männlich, 6 weiblich) konnten in die Studie eingeschlossen werden mit einer Hyperopie von 1,4 ± 0,6 dpt. Eine Amblyopie lag in 2 Fällen vor. Das Alter bei Operation lag zwischen 2,0 und 11,1 Jahren mit einem Intervall zwischen Erstsymptomatik und der Operation von 0,4 bis 24,6 Monaten. Eine Operation wurde innerhalb von 6 Monaten nach Schielbeginn bei 12/18 Kindern durchgeführt. Der präoperativ gemessene Schielwinkel lag in der Nähe bei 38 ± 10 Prismendioptrien (PD) und reduzierte sich nach 3 und 12 Monaten auf 3 ± 3 PD resp. 2 ± 2 PD. Stereosehen erreichten am 1. operativen Tag 5/18 Kinder, nach 12 Monaten dann 18/18 Kinder. Schlussfolgerung Die Evaluation unserer Patientengruppe mit postoperativ gesicherter Diagnose AACE Typ 2 zeigt, dass in allen Fällen eine geringe Hyperopie, eine große konkomitante, nicht akkommodative Esotropie bestand und die Prognose zur Wiederherstellung von normaler Stereopsis ausgezeichnet ist. Das Vorliegen einer präoperativen Amblyopie schließt eine Normosensorik nach erfolgter Strabismuskorrektur nicht aus. Eine zeitnahe therapeutische Intervention sollte bei Vorliegen o. g. Charakteristika angestrebt werden.
Title: Akut erworbene konkomitante Esotropie Typ 2 – eine retrospektive Analyse
Description:
Zusammenfassung Hintergrund Akutes erworbenes konkomitantes Einwärtsschielen (acute acquired comitant esotropia, AACE) ist eine seltene Schielform.
Es besteht Konsens, dass zu den klinischen Merkmalen des AACE Typ 2 im Kindesalter folgende Merkmale gehören: akuter Schielbeginn im etwa 3.
Lebensjahr, relativ großer konkomitanter, nicht akkommodativer Schielwinkel, Hyperopie von maximal 3,0 dpt und eine normale Sensorik.
Die Diagnose eines AACE Typ 2 stellt eine dringliche Therapieindikation dar, um einen irreversiblen Verlust des bereits erworbenen binokularen Sehens zu vermeiden.
Um die klinischen Charakteristika von AACE Typ 2 zu analysieren, wählten wir folgendes Studiendesign.
Patienten und Methoden Retrospektive Datenanalyse der Patienten, die zwischen Oktober 2011 und September 2019 eine Strabismusoperation aufgrund der Verdachtsdiagnose eines AACE Typ 2 an unserer Klinik erhielten, welche sich auch postoperativ anhand von Stellung und Binokularitätsgrad bestätigen ließ.
Analysierte Daten beinhalteten: Alter und Symptome bei Erstuntersuchung, Visus, Refraktion, Brillenkorrektur, Alter bei Operation, Intervall von Erstsymptomatik bis zur Operation, Operationsverfahren, Schielwinkel und Binokularitätsgrad (präoperativ und postoperativ 1 Tag, postoperativ 3 und 12 Monate).
Die Analyse wurde durch die kantonale Ethikkommission Zürich genehmigt.
Ergebnisse Daten von 18 Patienten (12 männlich, 6 weiblich) konnten in die Studie eingeschlossen werden mit einer Hyperopie von 1,4 ± 0,6 dpt.
Eine Amblyopie lag in 2 Fällen vor.
Das Alter bei Operation lag zwischen 2,0 und 11,1 Jahren mit einem Intervall zwischen Erstsymptomatik und der Operation von 0,4 bis 24,6 Monaten.
Eine Operation wurde innerhalb von 6 Monaten nach Schielbeginn bei 12/18 Kindern durchgeführt.
Der präoperativ gemessene Schielwinkel lag in der Nähe bei 38 ± 10 Prismendioptrien (PD) und reduzierte sich nach 3 und 12 Monaten auf 3 ± 3 PD resp.
2 ± 2 PD.
Stereosehen erreichten am 1.
operativen Tag 5/18 Kinder, nach 12 Monaten dann 18/18 Kinder.
Schlussfolgerung Die Evaluation unserer Patientengruppe mit postoperativ gesicherter Diagnose AACE Typ 2 zeigt, dass in allen Fällen eine geringe Hyperopie, eine große konkomitante, nicht akkommodative Esotropie bestand und die Prognose zur Wiederherstellung von normaler Stereopsis ausgezeichnet ist.
Das Vorliegen einer präoperativen Amblyopie schließt eine Normosensorik nach erfolgter Strabismuskorrektur nicht aus.
Eine zeitnahe therapeutische Intervention sollte bei Vorliegen o.
 g.
Charakteristika angestrebt werden.

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