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Störer gesellschaftlicher Ordnung

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Zusammenfassung Religionsgemeinschaften – besonders solche, die innerhalbeiner Gesellschaft eine gewisse Majorität beanspruchen können – sehen sichzumeist gezwungen, sich von anderen, konkurrierenden Gemeinschaften, insbesonderedivergierenden Strömungen der eigenen Tradition, abzugrenzen. In Beschreibungendevianter Gruppierungen, sogenannter Sekten, sind es vor allemsoziale Stigmata, mit denen die „Sektierer“ immer wieder belegt werden: Sektenseien unmoralisch in vielerlei Hinsicht; ihre Anhänger sexuell deviant und seltsamen,nicht den ständischen Gegebenheiten entsprechenden Umgang miteinanderpflegend. Der religiöse Habitus sei ohnehin lediglich Tarnung für Personenoder Gruppen, die nur an das Geld der Einfältigen wollten. Diese und ähnlicheVorwürfe finden sich durch die Jahrhunderte in Häresiographien, Sektenratgebernund letztlich in der öffentlichen Diskussion. Denn ebenso wie diese Topoinicht unbedingt religiöse Bezüge aufweisen, finden sie sich nicht nur in religiösenDiskursen, sondern nehmen auch in der Literatur über dezidiert areligiöse Gruppen,etwa den Deutschen Monistenbund, einen festen Platz ein. Durch dieseKontinuität der Motive sowie sprachlichen Muster eignen sich Sektendebattenbzw. die Literatur über Sekten, um historische Toleranzgrenzen und Konstruktionendes Anderen auszuloten. Damit potentiell raum- und zeitübergreifend amQuellenmaterial deklinierbar, beschränken sich die im Folgenden gewählten Beispieleaus Gründen einer stringenten Argumentationslinie weitgehend auf dieFrühe Neuzeit und Moderne im deutschsprachigen Raum; dadurch platzieren sichdie Belege sowohl in einem kulturellen Kontinuum als auch in einem Rahmengesellschaftlichen Wandels, der die Gleichartigkeit wie auch die Anpassung unddamit scheinbare Veränderung dieser Konstruktionen aufzeigbar macht.
Title: Störer gesellschaftlicher Ordnung
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Zusammenfassung Religionsgemeinschaften – besonders solche, die innerhalbeiner Gesellschaft eine gewisse Majorität beanspruchen können – sehen sichzumeist gezwungen, sich von anderen, konkurrierenden Gemeinschaften, insbesonderedivergierenden Strömungen der eigenen Tradition, abzugrenzen.
In Beschreibungendevianter Gruppierungen, sogenannter Sekten, sind es vor allemsoziale Stigmata, mit denen die „Sektierer“ immer wieder belegt werden: Sektenseien unmoralisch in vielerlei Hinsicht; ihre Anhänger sexuell deviant und seltsamen,nicht den ständischen Gegebenheiten entsprechenden Umgang miteinanderpflegend.
Der religiöse Habitus sei ohnehin lediglich Tarnung für Personenoder Gruppen, die nur an das Geld der Einfältigen wollten.
Diese und ähnlicheVorwürfe finden sich durch die Jahrhunderte in Häresiographien, Sektenratgebernund letztlich in der öffentlichen Diskussion.
Denn ebenso wie diese Topoinicht unbedingt religiöse Bezüge aufweisen, finden sie sich nicht nur in religiösenDiskursen, sondern nehmen auch in der Literatur über dezidiert areligiöse Gruppen,etwa den Deutschen Monistenbund, einen festen Platz ein.
Durch dieseKontinuität der Motive sowie sprachlichen Muster eignen sich Sektendebattenbzw.
die Literatur über Sekten, um historische Toleranzgrenzen und Konstruktionendes Anderen auszuloten.
Damit potentiell raum- und zeitübergreifend amQuellenmaterial deklinierbar, beschränken sich die im Folgenden gewählten Beispieleaus Gründen einer stringenten Argumentationslinie weitgehend auf dieFrühe Neuzeit und Moderne im deutschsprachigen Raum; dadurch platzieren sichdie Belege sowohl in einem kulturellen Kontinuum als auch in einem Rahmengesellschaftlichen Wandels, der die Gleichartigkeit wie auch die Anpassung unddamit scheinbare Veränderung dieser Konstruktionen aufzeigbar macht.

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