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Ernst-Peter Wieckenberg, Johann Heinrich Voß und „Tausend und eine Nacht“. 2002
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Bey dem Scharfsinn unserer Uebersetzer, und bey ihrer rühmlichen Aufmerksamkeit auf alles, was zum Vergnügen und zum Unterricht der Teutschen auch nur das geringste beytragen kann, scheint es würklich etwas sonderbar, daß man ein Buch, welches viel Vergnügen und Unterricht gewährt, so lange hat ruhen lassen. Es enthält die kühnsten und treflichsten Erdichtungen einer morgenländischen Nation, deren feurige Einbildungskraft berühmt ist, und wird seit sechszig Jahren und darüber, solange wirs in Europa kennen, von allen, die ihren Geschmack verfeinert oder wenigstens nicht verderbt haben, geschätzt und bewundert. Ich meine die arabischen Erzählungen, unter dem Titel: Die tausend und eine Nacht: wovon die französische Uebersetzung des Herrn Anton Galland, Mitglieds der Akademie der schönen Wissenschaften zu Paris, in den Jahren 1704 bis 1717, in zwölf kleinen Bänden erschien. (zitiert S. 160)
So kündigte Johann Heinrich Voß 1781 seine Übersetzung aus dem Französischen an, die 1781 bis 1785 in sechs Bänden bei dem Verleger Johann Heinrich Cramer in Bremen erschien und dann ganz der Vergessenheit anheim fallen sollte. Erstaunlicherweise hat sie Voß selber später geradezu verleugnet, sie errang nur bescheidene Resonanz, in der Forschung wird sie kaum und wenn doch, dann nur abwertend als vermeintlich minderwertige Auftragsarbeit genannt, deren Qualität auffallend von Voß' originalgetreuen Übersetzungen aus den antiken Sprachen, vor allem von seiner epochemachenden Homer-Übersetzung, absteche. Dabei schloß man sich ohne Kenntnis des Textes Gottfried August Bürgers Urteil an, Galland habe „morgenländische Goldbarren in französische Klapper- und Scheidemünze umgewechselt“ (zitiert S. 32), ohne zu bedenken, daß Bürgers Verdikt sich aus der Tatsache erklärt, daß er selber eine Übersetzung plante, der Voß als sein erfolgreicher Konkurrent zuvorgekommen war.
Title: Ernst-Peter Wieckenberg, Johann Heinrich Voß und „Tausend und eine Nacht“. 2002
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Bey dem Scharfsinn unserer Uebersetzer, und bey ihrer rühmlichen Aufmerksamkeit auf alles, was zum Vergnügen und zum Unterricht der Teutschen auch nur das geringste beytragen kann, scheint es würklich etwas sonderbar, daß man ein Buch, welches viel Vergnügen und Unterricht gewährt, so lange hat ruhen lassen.
Es enthält die kühnsten und treflichsten Erdichtungen einer morgenländischen Nation, deren feurige Einbildungskraft berühmt ist, und wird seit sechszig Jahren und darüber, solange wirs in Europa kennen, von allen, die ihren Geschmack verfeinert oder wenigstens nicht verderbt haben, geschätzt und bewundert.
Ich meine die arabischen Erzählungen, unter dem Titel: Die tausend und eine Nacht: wovon die französische Uebersetzung des Herrn Anton Galland, Mitglieds der Akademie der schönen Wissenschaften zu Paris, in den Jahren 1704 bis 1717, in zwölf kleinen Bänden erschien.
(zitiert S.
160)
So kündigte Johann Heinrich Voß 1781 seine Übersetzung aus dem Französischen an, die 1781 bis 1785 in sechs Bänden bei dem Verleger Johann Heinrich Cramer in Bremen erschien und dann ganz der Vergessenheit anheim fallen sollte.
Erstaunlicherweise hat sie Voß selber später geradezu verleugnet, sie errang nur bescheidene Resonanz, in der Forschung wird sie kaum und wenn doch, dann nur abwertend als vermeintlich minderwertige Auftragsarbeit genannt, deren Qualität auffallend von Voß' originalgetreuen Übersetzungen aus den antiken Sprachen, vor allem von seiner epochemachenden Homer-Übersetzung, absteche.
Dabei schloß man sich ohne Kenntnis des Textes Gottfried August Bürgers Urteil an, Galland habe „morgenländische Goldbarren in französische Klapper- und Scheidemünze umgewechselt“ (zitiert S.
32), ohne zu bedenken, daß Bürgers Verdikt sich aus der Tatsache erklärt, daß er selber eine Übersetzung plante, der Voß als sein erfolgreicher Konkurrent zuvorgekommen war.
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