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In-vitro-Untersuchungen zur Wirksamkeit von Antiinfektiva gegen Chlamydophila psittaci

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Zusammenfassung Ziel der In-vitro-Untersuchungen war die quantitative Erfassung des Grades der Sensitivität von 42 Chlamydophila-psittaci-Isolaten aus erkranktem und zum Teil therapiertem Haus- und Ziergeflügel inklusive Papageien und Sittichen gegenüber Chlortetracyclin, Doxy cyclin, Enrofloxacin, Difloxacin, Clarithromycin und Erythromycin. Material und Methoden: Alle Chlamydien-Isolate wurden in Buffalo-Green-Monkey-Kidney-(BGM-)Zellkulturen vermehrt und in Gegenwart verschiedener Konzentrationen der sechs Arzneimittel (0, 0,25, 0,5, 1,0, 5,0 und 10 μg/ml) für 3 Tage kultiviert. Nach Sichtbarmachung der Kulturen mittels Giménez-Färbung erfolgte eine mikroskopische Zählung der intrazytoplasmatischen Chlamydien-Einschlüsse. Aus der Zahl der Einschlüsse von 10 Gesichtsfeldern je Isolat und der Wirkstoffkonzentration wurde die Hemmkonzentration 50% (HK50) errechnet. Ergebnisse: Keines der 42 Isolate erwies sich als vollständig resistent gegen die sechs Wirkstoffe. Allerdings bestanden zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den Konzentrationen der Wirkstoffe, die zu einer HK50 führten. Für Chlortetracyclin lagen die HK50-Werte zwischen 2,23 und 0,29 μg/ml, für Doxycyclin zwischen 1,24 und 0,33 μg/ml. Für Enrofloxacin wurden HK50-Werte von 0,27 bis 0,10 μg/ml, für Difloxacin von 0,28 bis 0,08 μg/ml und für Erythromycin von 3,51 bis 0,20 μg/ml festgestellt. Bei Clarithromycin unterschritten alle HK50-Werte die niedrigste verwendete positive Konzentration von 0,25 μg/ml und ließen sich daher nicht genauer bestimmen. Da therapeutisch wirksame Blutspiegelwerte für Tetrazykline und Fluorchinolone bei etwa 1,0 μg/ml liegen, sind Chlamydien mit einem darüber liegenden HK50-Wert als relativ resistent einzuschätzen. Alle 42 Isolate waren gegen Enrofloxacin, Difloxacin und Clarithromycin als sensibel zu bewerten, während sich Erythromycin als nahezu unwirksam erwies. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Für die Therapie von Vögeln, die offensichtlich an einer Psittakose/Ornithose erkrankt sind, wäre den Fluorchinolonen der Vorzug einzuräumen. Die auffallend gute In-vitro-Wirkung von Clarithromycin bedarf vor einem klinischen Einsatz der Prüfung in klinischen Studien.
Title: In-vitro-Untersuchungen zur Wirksamkeit von Antiinfektiva gegen Chlamydophila psittaci
Description:
Zusammenfassung Ziel der In-vitro-Untersuchungen war die quantitative Erfassung des Grades der Sensitivität von 42 Chlamydophila-psittaci-Isolaten aus erkranktem und zum Teil therapiertem Haus- und Ziergeflügel inklusive Papageien und Sittichen gegenüber Chlortetracyclin, Doxy cyclin, Enrofloxacin, Difloxacin, Clarithromycin und Erythromycin.
Material und Methoden: Alle Chlamydien-Isolate wurden in Buffalo-Green-Monkey-Kidney-(BGM-)Zellkulturen vermehrt und in Gegenwart verschiedener Konzentrationen der sechs Arzneimittel (0, 0,25, 0,5, 1,0, 5,0 und 10 μg/ml) für 3 Tage kultiviert.
Nach Sichtbarmachung der Kulturen mittels Giménez-Färbung erfolgte eine mikroskopische Zählung der intrazytoplasmatischen Chlamydien-Einschlüsse.
Aus der Zahl der Einschlüsse von 10 Gesichtsfeldern je Isolat und der Wirkstoffkonzentration wurde die Hemmkonzentration 50% (HK50) errechnet.
Ergebnisse: Keines der 42 Isolate erwies sich als vollständig resistent gegen die sechs Wirkstoffe.
Allerdings bestanden zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den Konzentrationen der Wirkstoffe, die zu einer HK50 führten.
Für Chlortetracyclin lagen die HK50-Werte zwischen 2,23 und 0,29 μg/ml, für Doxycyclin zwischen 1,24 und 0,33 μg/ml.
Für Enrofloxacin wurden HK50-Werte von 0,27 bis 0,10 μg/ml, für Difloxacin von 0,28 bis 0,08 μg/ml und für Erythromycin von 3,51 bis 0,20 μg/ml festgestellt.
Bei Clarithromycin unterschritten alle HK50-Werte die niedrigste verwendete positive Konzentration von 0,25 μg/ml und ließen sich daher nicht genauer bestimmen.
Da therapeutisch wirksame Blutspiegelwerte für Tetrazykline und Fluorchinolone bei etwa 1,0 μg/ml liegen, sind Chlamydien mit einem darüber liegenden HK50-Wert als relativ resistent einzuschätzen.
Alle 42 Isolate waren gegen Enrofloxacin, Difloxacin und Clarithromycin als sensibel zu bewerten, während sich Erythromycin als nahezu unwirksam erwies.
Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Für die Therapie von Vögeln, die offensichtlich an einer Psittakose/Ornithose erkrankt sind, wäre den Fluorchinolonen der Vorzug einzuräumen.
Die auffallend gute In-vitro-Wirkung von Clarithromycin bedarf vor einem klinischen Einsatz der Prüfung in klinischen Studien.

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