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Gute Nacht, liebes Handy

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Die Bedeutung des Schlafs unterliegt im Lauf des Lebens einem bemerkenswerten Wandel. Schläft man als Kleinkind noch in jeder Lage und zu jeder passenden oder unpassenden Zeit ein, wollen Kindergarten- und Grundschulkinder oft nicht ins Bett – aus Angst, sie könnten etwas Spannendes verpassen. Besonders an Silvester ist der Wunsch groß, bis Mitternacht wach zu bleiben – was dann meist doch nicht gelingt, weil sie auf dem Teppich eingeschlafen sind und – ohne aufzuwachen! – von den Eltern ins Bett tragen werden können. Für Jugendliche gibt es dann nur noch zwei Aggregatzustände: entweder hellwach und voller Energie – oder im komatösen Tiefschlaf, aus dem sie nur unter Einsatz grober Gewalt wieder zu erwecken sind. Den Erwachsenen fehlt dann meist schlicht die Zeit zum Schlafen. Müdigkeit wird zum ständigen Begleiter, den man nur mit übermäßigem Kaffeekonsum in Schach hält. Eine noch extremere Schlafentzugsphase erleben jene, die so unvorsichtig waren, sich für Kinder zu entscheiden. Spätestens beim zweiten Kind wünschen sich Eltern nicht mehr einen netten Abend im Restaurant oder einen Kinofilm mit anschließendem Barbesuch, sondern einfach nur ein Bett, in dem sie ungestört schlafen können. Ich habe schon von jungen Paaren gehört, die sich einen Babysitter buchten, um in einem billigen Hotel endlich einmal ein paar Stunden Schlaf zu finden. Eine Zwillingsmutter erzählte mir bei einem Elternabend, dass sie regelmäßig in der Supermarktschlange einnickt – kein Wunder, denn mit Zwillingen, die noch gestillt werden, ist an durchgehenden Schlaf kaum zu denken. Manche Kinder nutzen solche Situationen geschickt aus, indem sie die angebotenen Süßigkeiten an der Kasse direkt in ihren Mund befördern – und so den umständlichen Weg über Scannerkasse und elterliche Erlaubnis einfach umgehen. Hinzu kommt, dass der Schlafrhythmus von Kindern und Erwachsenen meist diametral entgegengesetzt ist. Da ist guter Rat teuer – und das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ verspricht Abhilfe, zumindest theoretisch. Auch der Komfortanspruch verändert sich mit dem Alter. Konnte ich als Jugendlicher noch problemlos auf einer zwei Zentimeter dünnen Isomatte schlafen, hat sich mein Komfortbedarf inzwischen auf eine solide Federkernmatratze hochgeschraubt – idealerweise jene, die in meiner eigenen Wohnung auf mich wartet. Das Schlafen in Hotelbetten ist – zumindest in der ersten Nacht – selten wirklich erholsam. Und da wir – wie bekannt – in einer durch und durch digitalen Welt leben, ist inzwischen auch das Schlafen ein Thema für eines unserer liebsten Geräte: das Smartphone. Als fürsorglicher und stets um das Wohlergehen meines Lieblingsgeräts besorgter Smartphone-Vater bin ich auf folgendes Angebot von IKEA gestoßen, denn auch IKEA sorgt sich um den guten Schlaf unserer Handys und hat deshalb die „Phone Sleep Collection“ entwickelt – kleine Holzbetten mit Kissen und Decke, die aussehen, als kämen sie direkt aus einer Puppenstube. Nur dass diesmal nicht die Puppe, sondern das Handy schlafen geht. In einem Werbevideo spricht IKEA von einer „Revolution des Schlafs“ – mit der Botschaft: weniger Ablenkung, mehr Ruhe. Im Bettchen steckt sogar ein NFC-Chip, der per App misst, wie lange das Smartphone ungenutzt bleibt. Für Menschen, die besonders eng mit ihrem Smartphone verbunden sind, gibt es dieses Bett übrigens auch in einer großen Ausführung – fürs eigene Schlafzimmer.Es ist wie mit den eigenen Kindern: Schläft mein Smartphone gut, schlafe auch ich gut. Ich erinnere mich dabei gerne an eine meiner Lieblingsserien aus der Kindheit: „Die Waltons“. Die endete immer mit dem berühmten Chor: „Gute Nacht, Jason.“ – „Gute Nacht, John-Boy.“ – „Gute Nacht, Mary-Ellen.“ – und so weiter, bis auch der letzte Walton gebührend in den Schlaf verabschiedet war. Sollte die Serie jemals neu aufgelegt werden, müsste der letzte Satz wohl heißen:„Gute Nacht, liebe Smartphones – schlaft gut.“ Klaus Lutz  
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Title: Gute Nacht, liebes Handy
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Die Bedeutung des Schlafs unterliegt im Lauf des Lebens einem bemerkenswerten Wandel.
Schläft man als Kleinkind noch in jeder Lage und zu jeder passenden oder unpassenden Zeit ein, wollen Kindergarten- und Grundschulkinder oft nicht ins Bett – aus Angst, sie könnten etwas Spannendes verpassen.
Besonders an Silvester ist der Wunsch groß, bis Mitternacht wach zu bleiben – was dann meist doch nicht gelingt, weil sie auf dem Teppich eingeschlafen sind und – ohne aufzuwachen! – von den Eltern ins Bett tragen werden können.
Für Jugendliche gibt es dann nur noch zwei Aggregatzustände: entweder hellwach und voller Energie – oder im komatösen Tiefschlaf, aus dem sie nur unter Einsatz grober Gewalt wieder zu erwecken sind.
Den Erwachsenen fehlt dann meist schlicht die Zeit zum Schlafen.
Müdigkeit wird zum ständigen Begleiter, den man nur mit übermäßigem Kaffeekonsum in Schach hält.
Eine noch extremere Schlafentzugsphase erleben jene, die so unvorsichtig waren, sich für Kinder zu entscheiden.
Spätestens beim zweiten Kind wünschen sich Eltern nicht mehr einen netten Abend im Restaurant oder einen Kinofilm mit anschließendem Barbesuch, sondern einfach nur ein Bett, in dem sie ungestört schlafen können.
Ich habe schon von jungen Paaren gehört, die sich einen Babysitter buchten, um in einem billigen Hotel endlich einmal ein paar Stunden Schlaf zu finden.
Eine Zwillingsmutter erzählte mir bei einem Elternabend, dass sie regelmäßig in der Supermarktschlange einnickt – kein Wunder, denn mit Zwillingen, die noch gestillt werden, ist an durchgehenden Schlaf kaum zu denken.
Manche Kinder nutzen solche Situationen geschickt aus, indem sie die angebotenen Süßigkeiten an der Kasse direkt in ihren Mund befördern – und so den umständlichen Weg über Scannerkasse und elterliche Erlaubnis einfach umgehen.
Hinzu kommt, dass der Schlafrhythmus von Kindern und Erwachsenen meist diametral entgegengesetzt ist.
Da ist guter Rat teuer – und das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ verspricht Abhilfe, zumindest theoretisch.
Auch der Komfortanspruch verändert sich mit dem Alter.
Konnte ich als Jugendlicher noch problemlos auf einer zwei Zentimeter dünnen Isomatte schlafen, hat sich mein Komfortbedarf inzwischen auf eine solide Federkernmatratze hochgeschraubt – idealerweise jene, die in meiner eigenen Wohnung auf mich wartet.
Das Schlafen in Hotelbetten ist – zumindest in der ersten Nacht – selten wirklich erholsam.
Und da wir – wie bekannt – in einer durch und durch digitalen Welt leben, ist inzwischen auch das Schlafen ein Thema für eines unserer liebsten Geräte: das Smartphone.
Als fürsorglicher und stets um das Wohlergehen meines Lieblingsgeräts besorgter Smartphone-Vater bin ich auf folgendes Angebot von IKEA gestoßen, denn auch IKEA sorgt sich um den guten Schlaf unserer Handys und hat deshalb die „Phone Sleep Collection“ entwickelt – kleine Holzbetten mit Kissen und Decke, die aussehen, als kämen sie direkt aus einer Puppenstube.
Nur dass diesmal nicht die Puppe, sondern das Handy schlafen geht.
In einem Werbevideo spricht IKEA von einer „Revolution des Schlafs“ – mit der Botschaft: weniger Ablenkung, mehr Ruhe.
Im Bettchen steckt sogar ein NFC-Chip, der per App misst, wie lange das Smartphone ungenutzt bleibt.
Für Menschen, die besonders eng mit ihrem Smartphone verbunden sind, gibt es dieses Bett übrigens auch in einer großen Ausführung – fürs eigene Schlafzimmer.
Es ist wie mit den eigenen Kindern: Schläft mein Smartphone gut, schlafe auch ich gut.
Ich erinnere mich dabei gerne an eine meiner Lieblingsserien aus der Kindheit: „Die Waltons“.
Die endete immer mit dem berühmten Chor: „Gute Nacht, Jason.
“ – „Gute Nacht, John-Boy.
“ – „Gute Nacht, Mary-Ellen.
“ – und so weiter, bis auch der letzte Walton gebührend in den Schlaf verabschiedet war.
Sollte die Serie jemals neu aufgelegt werden, müsste der letzte Satz wohl heißen:„Gute Nacht, liebe Smartphones – schlaft gut.
“ Klaus Lutz  .

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